Erlebensraum Lippeaue

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Erlebensraum Lippeaue
Erlebensraum Lippeaue (2022)-4.jpg

Flutmulden (bewachsen)

Bezirk Mitte
Adresse Münsterstraße
PLZ 59065 Hamm
Typ Naherholungsgebiet/Flussaue
Existiert seit 2018, eröffnet 2023
Webseite Erlebensraum Lippeaue auf hamm.de
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Stand der Daten 20.11.2023

Als Erlebensraum Lippeaue bezeichnet die Stadt Hamm ein zwischen 2018 und 2023 umgesetztes Naturschutz- und Tourismusprojekt in den Lippeauen nahe des Flugplatzes. Es stellt indirekt die Fortsetzung der Projekte LIFE (2005–2010) und LIFE+ (2010–2015) dar.

Anstelle des Baus des 2006 an einem Votum der Bürger gescheiterten Lippesees wurde die Lippeaue renaturiert und in diesem Zuge der Hochwasserschutz verbessert. Für Touristen entstanden neue Wander- und Radwege, ein Aussichtsplateau und eine Aussichtsplattform, ein öffentlicher Auenpark mit Veranstaltungsflächen sowie Informationstafeln zur Tier- und Pflanzenwelt.

Das Projekt war eine Kooperation des Lippeverbands mit der Stadt Hamm. Die Gesamt-Investitionssumme sollte ca. 38,4 Mio € betragen, wovon die Stadt Hamm 7,4 Mio. € tragen sollte. Der Eigenanteil der Stadt belief sich jedoch lediglich auf 10 % dieser Summe (740.000 €),[1] die verbleibenden 90 % wurden im Zuge der Programme „Grüne Infrastruktur NRW“ des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (im Rahmen des europäischen Förderprogramms für regionale Entwicklung) sowie durch das Landesprogramm „Lebendige Lippe“ beigesteuert.[2]

Die offizielle Eröffnung fand am 17. Juni 2023 statt.[3]

Geschichte

Lippeaue vor Renaturierung (2015) © RVR, 2015, Datenlizenz Deutschland - Namensnennung – Version 2.0.

Das Projekt umfasste etwa 195 Hektar zwischen der Fährstraße im Osten der Stadt und der Radbodstraße im Westen. Es reicht damit vom Bezirk Mitte in den Bezirk Bockum-Hövel. Mit der Schaffung des „Erlebensraumes“ wurden unter anderem eine Lipperenaturierung, Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie naturschonende Erschließung des Areals zur Freizeitnutzung verfolgt.

Der symbolische erste Spatenstich erfolgte im Beisein von Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann am 18. Dezember 2018. Als erste Maßnahme wurde ein neuer Abwasserkanal von der Kläranlage Mattenbecke zur Münsterstraße verlegt, der den Abfluss aus einem Regenrückhaltebecken in die Lippe ermöglicht.[4] Anschließend wurde der Verlauf der Lippe durch den Aushub einer neuen Schleife renaturiert. In den Armen des Flusslaufs entstanden dadurch Mulden als Überflutungsflächen bzw. Feuchtwiesen. Zudem wurde ein neuer Deich errichtet. Mit dem Aushub der Renaturierungsarbeiten wurde fortlaufend ein Plateau aufgeschüttet, das eine bessere Aussicht über die Auen gewährleisten soll.

Der Auenpark wurde, anders als das Gesamtprojekt Erlebensraum, von der Stadt Hamm allein gestaltet. Die ursprünglichen Planungen sahen vor, dass es Veranstaltungsflächen für 400 Gäste und eine temporäre Gastronomie geben könnte. Daneben sollte es Sportangebote wie Bouldern, Disc Golf und verschiedene Fitnessgeräte geben. Die konkreten Pläne wurden erstmals im September 2021 vorgestellt.[5]

Lippeaue nach Renaturierung (2022) © RVR, 2022, Datenlizenz Deutschland - Namensnennung – Version 2.0.

Am 28. März 2022 besuchte die damalige Umweltministerin von NRW, Ursula Heinen-Esser, die Baustelle und ließ sich den Fortschritt durch Oberbürgermeister Marc Herter erläutern.[2]

Baubeginn für den Auenpark sollte zunächst Anfang Mai 2022, Fertigstellung im März 2023 sein.[6] Nachdem sich die Vergabe des Auftrags im Zuge der verpflichtenden europaweiten Ausschreibung verzögert hatte, erhielt Ende Mai das Hammer Gartenbauunternehmen Mennigmann den Zuschlag.[7] Im Juni begannen die Bauarbeiten, in deren Verlauf 500 m neue Wege angelegt und 1,6 km alte Wege ertüchtigt wurden.[1] Die Betonage des Eingangsbereichs war ab ca. Ende September 2022 in Ausführung.[8]

Im Dezember 2022 wurde eine Aussichtsplattform an der Münsterstraße eröffnet, die in einer Höhe von 5 Metern den Ausblick über das Areal ermöglichen soll. Bereits zum 1. Dezember 2022 begann ein „Ranger“ mit seiner Arbeit im Erlebensraum, der die Ordnung und Pflege der Landschaft sicher- sowie den Kontakt zu Besuchern herstellen soll.[9]

Bombenentschärfung im Erlebensraum Lippeaue

Am 19. Dezember kam es bei den Bauarbeiten zu einer kontrollieren Bombensprengung. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mussten den letzten Blindgänger im Gebiet, eine 500 kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, kontrolliert sprengen, da dieser aufgrund seines schlechten Zustandes nicht mehr entschärft werden konnte. Im Radius von rund 650 Metern um den Fundort mussten circa 1.500 Personen evakuiert werden. Man brachte rund 140 Tonnen Sand mit LKWs über die Fährstraße in den Erlebensraum, um über dem Fundort der Bombe eine fünf Meter hohe Deckschicht anzuhäufen. Die Sprengung selbst wurde gegen 21:10 Uhr erfolgreich vollzogen. Insgesamt waren mehr als 140 Einsatzkräfte im Einsatz.

Auf dem Eingangsplateau
Auf dem Eingangsplateau

Bis Anfang 2023 wurden der Auenpark und weitere Rad- und Wanderwege fertiggestellt. Dazu zählte die Bepflanzung des Entrées zum Auenpark mit Bäumen,[10] sowie dessen Asphaltierung, die erst kurz vor der Freigabe im Mai erfolgte.[11]

Aufgrund von Verzögerungen mussten die Fördermittelgeber eine Verlängerung der Maßnahmen bis Ende März 2023 zustimmen.[9] Im April wurde der 17. Juni zum offiziellen Eröffnungstermin bestimmt. Bis dahin wurden noch die Outdoor-Sport- bzw. Spielgeräte aufgestellt.[3]

Zur Eröffnung wurde der Heinz-Kruse-Weg, der von Bockum-Hövel in den Erlebensraum führt, mit hellem Belag asphaltiert. Dieser ist hitzeabweisender als konventioneller Straßenbelag und soll so die Flora und Fauna schonen. Zuvor war der Weg lediglich geschottert. Außerdem wurde das Geländer der Nordenbrücke neu gestrichen[12] und der dortige Geh- und Radweg für 16.000 Euro erneuert.[13]

Eröffnung

Im Frühjahr wurde die Eröffnungsfeier für den 17. Juni angesetzt. Aus diesem Anlass war der Nahverkehr an diesem Tag in der ganzen Stadt kostenfrei.

Unter dem Titel „Bring Leben in den Erlebensraum“ gab es von 10 bis 18 Uhr im Auenpark ein Familienfest. Die Besucher konnten unter anderem die neuen Sportangebote, darunter Disc-Golf, Bouldern und die neuen Fitnessgeräte ausprobieren, für Kinder gab es eine Hüpfburg. Dazu trat die Cover-Band „ManGo Crazy“ auf.[11]

Daneben bot das Umweltamt 45-minütige Exkursionen durch den Erlebensraum an. Zu diesen musste man sich bis 15. Juni bei der Stadt per E-Mail anmelden:[14]

Zeit Titel Inhalt Guide
13:00 Der Auenpark – mehr als Spiel und Spaß Konzept der Freizeitflächen im Erlebensraum Jessica Diekmann, Umweltamt
13:30 Wer wohnt in der Lippe Tiere in der Lippe (für Kinder ab 6 Jahren) Nicole Denker, Umweltamt
14:00 Klima (er)leben Folgen des Klimawandels in der Stadt Hamm Wilma Großmaas, „Klimafolgenanpassungsmanagerin“ der Stadt
15:00 Naturnah unterwegs in der Lippeaue Wegesystem und Bewirtschaftung in den Lippeauen Vera Thiede, Umweltamt
15:30 Wer wohnt in der Lippe Tiere in der Lippe (für Kinder ab 6 Jahren) Nicole Denker, Umweltamt
16:00 Tierisches Abenteuer für Groß und Klein Beweidung im Erlebensraum Jonas Köhns, Ranger des Erlebensraums

Nach der Eröffnung

Im Erlebensraum Lippeaue ist zur Schonung der Tierwelt keine Beleuchtung installiert. Der Auenpark und die anderen Wege sind damit des Nachts nur eingeschränkt nutzbar. Da sich auch die Wegeführung geändert hat, sind bestimmte Wege für die Öffentlichkeit weniger einsehbar als zuvor und werden daher von einigen Bürgern als Angsträume wahrgenommen.

Die im Ruderclub ansässigen Gastronomen Anja und Wolfgang Sommer starteten aus diesen Gründen eine Unterschriftensammlung, um eine Beleuchtung des Jupp-Eickhoff-Wegs zu erreichen. Sie planten ursprünglich, ihre Petition mit 1.080 Unterzeichnern noch während der Eröffnungsfeier an Oberbürgermeister Marc Herter zu übergeben. Dieser weigerte sich jedoch, die Liste anzunehmen, verwies auf die Möglichkeit, einen gesonderten Termin auszumachen, und sagte, dass der Ruderclub nicht hinter dieser Petition stehe.[15]

Herters Verhalten führte im Nachgang zu Kontroversen. Die CDU warf ihm schlechten Stil und demokratieschädigendes Verhalten vor.[15] Der Oberbürgermeister nahm die Petition schließlich bereits am folgenden Donnerstag, den 22. Juni im Rathaus entgegen und versprach „Sie haben ein wichtiges Anliegen, das wir nun prüfen werden“.[16]

Zur Einweihung stand die am Entreée vorgesehene Boulderwand zum Klettern noch nicht zur Verfügung. Auf Nachfrage des Westfälischen Anzeigers Ende Juli gab ein Stadtsprecher an, dass es noch Probleme bei der Realisierung im Hinblick auf die Sicherheitsnormen sowie Statik gebe. Betonwand, Dübel, Schrauben und Griffe müssten miteinander „harmonieren“ und starken Rostschutz aufweisen, zudem sei eine Freigabe durch den TÜV und einen Statiker notwendig. Man werde die Wand im Verlauf des Jahres 2023 einrichten.[17]

Im August kam es nach langanhaltenden, teils starken Regenfällen auf ca. 60 Metern zu einem Absacken von Teilen des Lippestrandes.[18]

Alte Sperrpfosten im Lippeverband-Design in hellgrün-weißer Lackierung
Alte Sperrpfosten im Lippeverband-Design

Umstritten waren seit der Eröffnung die Sperrpfosten gegen ein Befahren durch PKW, die an verschiedenen Punkten auf den Geh- und Radwegen des Erlebensraums installiert waren. Die in hellgrün und weiß gehaltenen Metallpoller im Design des Lippeverbandes sollen Beschwerden auf Social Media und auf wa.de zufolge für Radfahrer (je nach Lichteinfall) schwer zu erkennen gewesen sein.[19] Der Lippeverband reagierte zunächst mit Unverständnis und verwies darauf, dass in anderen Städten keine Probleme bekannt geworden seien, tauschte die insgesamt 18 Poller aber Ende September „vorläufig“ gegen konventionell in rot-weiß lackierte Exemplare aus. Zuvor hatte die CDU bereits offiziell einen Austausch beantragt.[20]

Am 20. November entschied der Beschwerdeausschuss der Stadt über die von 1.080 Bürgern unterzeichnete Petition für eine Beleuchtung des Erlebensraums. Die Stadtverwaltung hatte bereits im Voraus verlautbart, die Maßnahme abzulehnen. Sie sei aus Gründen des Vogel- und Insektenschutzes, wegen der geringen Nutzung des Erlebensraums in den Nacht- und Morgenstunden und erwarteter Kosten von ca. 128.000 Euro nicht zu befürworten.[21] Der Rat schloss sich der Stellungnahme der Verwaltung in der Sitzung um 16.00 Uhr an:

Der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden bestätigt gemäß § 4 Abs. 2 Buchstabe a seiner Geschäftsordnung die Stellungnahme der Verwaltung und erklärt den Antrag für erledigt.[22]

Rezeption in der Öffentlichkeit

In der Öffentlichkeit stieß der Erlebensraum nach der Eröffnung auf ein geteiltes Bild. In der WA-Reportage Gemocht und gedisst: So denken die Hammer über den „Erlebensraum“ von Markus Hanneken und Elif-Nur Okcu vom 30. Juli 2023 kamen zahlreiche Bürger zu Wort. Während einige die neuen Sitzmöglichkeiten, die naturnahe Gestaltung und den Disc Golf-Kurs lobten, kritisierten andere fehlende Hinweisschilder für die weiteren Sportgeräte, einen Mangel an schattigen bzw. regensicheren Unterständen und allen voran eine vermeintlich „kahle“ und teils einfallslose Gestaltung. Eine Bürgerin insinuierte, dass Mario Barth im Erlebensraum vortrefflich eine weitere Folge seiner Sendung über Steuerverschwendung drehen könne.[23]

Hanneken selbst legte in einem Kommentar am 20. August nach und verglich den Erlebensraum mit einer Mogelpackung. Insbesondere nahm er Anstoß an der „Beliebig- und Belanglosigkeit“ des Auenparks, der „unattraktiv und ohne Aufenthaltsqualität für ein breites Publikum“ sei. Hanneken schrieb weiter, dass die Planer im Laufe der Bauphase offensichtlich die Lust verloren hätten und froh gewesen sein dürften, dass alles „irgendwie fertig wurde“. Bereits im August seien zudem zahlreiche der Angebote verwahrlost oder immer noch nicht vollständig umgesetzt, während andere Planungen schon in der Bauphase verworfen worden seien. Der Autor resümierte, dass „Nachbesserungen und konstante Pflege“ dringend notwendig seien.[24]

Ende September wurden die Flächen für Disc-Gold stärker abgemäht und die Zufahrt zum Ruderclub mit weißen Fahrbahnmarkierungen versehen.[20]

Projektbestandteile

Hochwasserschutz und Renaturierung

Flutmulden (verwachsen, 2022)

Durch den Einbau natürlich geformter Schleifen in der Lippe wurde deren Flusslauf in den Jahren 2018 und 2019 um 800 Meter verlängert und verlangsamt.[4] Außerdem wurden ergänzende Flutmulden ausgebaggert, die im regenreichen Sommer des Jahres 2021 erstmals, wie geplant, geflutet wurden. Beim Ausbaggern der Mulden hinterlassene Sandbänke wurden als Dünen bewusst beibehalten.[25]

Deich

Lippedeich und Deichkronenweg (Juni 2023)

Seit Juli 2020 wurde durch Versenkung von Spundwänden und Aufschüttung des Erdreichs auf 1,3 km Länge[1] ein neuer Lippedeich errichtet.[26][27] Er hat eine Länge von 1,3 km und umfasst 85.000 m³ Erde.[28] Letzte Restarbeiten liefen im Juni 2022 noch.[29]

Auf dem Deich wurde ein Kronenweg angelegt, der ab der Überführung an der Münsterstraße bis zum Klärwerk verläuft. Mit seiner sandfarbenen Asphaltdecke setzt der neue Weg nunmehr einen optischen Akzent in der Landschaft.[30] Zusätzlich dient der hellere Belag dazu, die Erhitzung des Belags zu mindern, um Tiere im Erlebensraum zu schonen.[11]

Im Deichseitengraben sind zwei neue Vogelbeobachtungshütten öffentlich zugänglich.[1] Anfang 2023 waren die Gründungsarbeiten hierfür beendet und die Hütten in Fertigung,[10] sie wurden dann zur Eröffnung fertiggestellt.

Wiesen

Für die Beweidung der durch den Einbau der Lippeschleifen neu geschaffenen Wiesen werden seit Juli 2021 ganzjährig schottische Hochlandrinder eingesetzt.[31]

Zwischen Kläranlage Mattenbecke und Fährstraße wurden Anfang 2023 weitere Weideflächen mit Zäunen abgeteilt.[10]

Aussichtspunkte

Im Projektgebiet entstanden insgesamt drei neue Aussichtspunkte:

Aussichtsplateau

Das Aussichtsplateau trägt den Deichkronenweg
Das Aussichtsplateau trägt den Deichkronenweg

Mit ca. 110.000 Kubikmetern Abraum der Renaturierungsarbeiten wurde zwischen Flugplatz und Lippedeich ein Aussichtsplateau errichtet. Es ist ca. 450 m lang und 70 m hoch und wurde 2021 vollendet. Die Nutzung des Aushubs als Aussichtsplateau machte nach Angaben der Projektverantwortlichen knapp 18.000 LKW-Fahrten durch die Stadt überflüssig.[1] Auf dem Aussichtsplateau verläuft der Deichkronenweg im Auenpark.

Das Plateau wird vom Jupp-Eickhoff-Weg durchkreuzt, der den Kanuten des Wassersportzentrums als Zubringer auf den Kanal dient.[32]

Aussichtsplattform

Aussichtspunkt an der Nordenbrücke, Ansicht vom Heinz-Kruse-Weg

Über einer Trafostation südlich des HAMTEC-Gebäudes wurde eine grün lackierte Aussichtsplattform in Lochblech-Optik errichtet. Das Gebäude wurde dabei teilweise ummantelt, neu gestrichen und so versteckt. Die Aussichtsplattform ermöglicht den Blick auf die südliche „Schweinemersch“ und den Auenpark. Die Höhe beträgt circa 5 Meter. Zudem gibt es hier ein digitales Info-Display an der Fassade, auch da die Plattform nicht barrierefrei ist.

Die Planung übernahm das Büro Berghaus Architekten Hamm, die Finanzierung der knapp 140.000 € Investitionssumme stammte zu 90 % aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes NRW. Baubeginn sollte ursprünglich Februar 2022 sein,[33] dieser Termin verzögerte sich jedoch aufgrund Materialmangels. Auch im Juli 2022 waren die benötigten Lochbleche nicht lieferbar und die Arbeiten entsprechend nicht vorangeschritten.[29]

Im Oktober war die Einkleidung der Aussichtsplattform im Gange, Ende November war sie praktisch abgeschlossen.[9] Die offizielle Einweihung erfolgte am 16. Dezember im Beisein von Oberbürgermeister Marc Herter und Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes.[34]

Archäologischer Infopunkt Nienbrügge

Archäologischer Infopunkt nahe Kornmersch, Blickrichtung Süden

Im Westen des Areals, nahe der Straße Kornmersch, schüttete die Stadt einen Erhügel mit 30 Metern Durchmesser und 5 Metern Höhe als Infopunkt auf, von dem aus der Blick auf das Gelände der 1225 zerstörten Burg Nienbrügge ermöglicht werden soll. Zudem kann man auf den Stadthafen schauen. Treppen gestatten den Aufgang auf den Aussichtspunkt, wo Infotafeln über die Auen, die Stadtgeschichte und Archäologie aufklären. In unmittelbarer Nähe des Infopunktes verläuft allerdings ein Deich, der mitunter ähnliche Ausblicke in vergleichbarer Höhe ermöglicht.

Die Bauarbeiten begannen Ende Oktober 2022 und sollten knapp 220.000 € kosten. Hierzu fanden zu Beginn weitere Ausgrabungen auf dem ehemaligen Burggelände statt.[35] Die Arbeiten waren im Februar 2023 beendet.[10]

Die Maßnahme wurde mit einer Förderung von 156.000 € bezuschusst, die 2020 durch die Bezirksregierung Arnsberg erteilt wurde.[36]

Vor dem „Infopunkt“ gibt es Fahrradständer, der Infopunkt ist jedoch nicht barrierefrei. Am Heinz-Kruse-Weg, der zum Infopunkt führt, fehlt eine entsprechende Beschilderung.

Freizeitangebote

Das Freizeitangebot besteht aus dem Auenpark inklusive seines naturnahen Lippestrandes (nicht zum Baden geeignet). Dort gibt es einem Disc-Golf-Parkour und Outdoor-Sportgeräte. Im gesamten Erlebensraum verlaufen diverse Rad- und Wanderwege.

Der Zutritt zum Auenpark erfolgt von der Brücke über die Münsterstraße. Nördlich der Brücke entstand der offizielle Eingangsbereich, über den man auf Treppen, die zum Sitzen und Verweilen einladen sollen, in den Auenpark hinabsteigt.[1]

→ siehe Hauptartikel Auenpark

Weitere Bilder

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Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Markus Hanneken: „‚Erlebensraum Lippeaue‘: Finaler Kraftakt muss all das noch stemmen“ in: wa.de vom 31. Januar 2022
  2. 2,0 2,1 Pressemitteilung auf land.nrw vom 28. März 2022
  3. 3,0 3,1 Markus Hanneken:„Erlebensraum Lippeaue: Datum für Eröffnung steht endlich fest“ In: Wa.de vom 16. April 2023
  4. 4,0 4,1 Wa.de vom 19. Dezember 2018
  5. Jörn Funke: „Erlebensraum: Jetzt geht es im Auenpark weiter - Bouldern, Eis und Veranstaltungsfläche“ in: wa.de vom 04. September 2021
  6. Markus Hanneken: „Erlebensraum Lippeaue: Baubeginn im Auenpark nicht vor Mai“ in: wa.de vom 13. April 2022
  7. Markus Hanneken: „Erlebensraum Lippeaue: Hammer Firma erhält Zuschlag für Auenpark“ in: wa.de vom 26. Mai 2022
  8. Markus Hanneken: „Erlebensraum Lippeaue: Künftiger Auenpark erhält seine Zugänge“ in: wa.de vom 27. August 2022
  9. 9,0 9,1 9,2 Wa.de vom 20. November 2022
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 Markus Hanneken: „Erlebensraum Lippeaue: Auf den letzten Metern hakt es noch“ in: wa.de vom 19. Februar 2023
  11. 11,0 11,1 11,2 Markus Hanneken: „Erlebensraum macht sich locker: Finale Infos vor der Eröffnung“ in: wa.de vom 1. Juni 2023
  12. Cedric Sporkert: „Erlebensraum Lippeaue kurz vor Eröffnung – Großes Fest am Samstag“ in: wa.de vom 15. Juni 2023
  13. Markus Hanneken: „Sperrung an der Münsterstraße: Fuß- und Radweg wird saniert“ in: wa.de vom 9. Mai 2023
  14. Markus Hanneken: „Familienfest, Rundgänge: So wird der Erlebensraum Lippeaue eröffnet“ in: wa.de vom 22. Mai 2023
  15. 15,0 15,1 Markus Liesegang, Cedric Sporkert: „Herter will Petition für Beleuchtung im Erlebensraum Donnerstag entgegen nehmen - CDU kritisiert OB“ in: wa.de vom 20. Juni 2023
  16. Annika Wilk: „Licht in den Lippeauen? Gastronomen überreichen Hammer OB Petition“ in: wa.de vom 23. Juni 2023
  17. Markus Hanneken: „Erlebensraum Lippeaue: Noch ist das Vorzeigeprojekt nicht perfekt“ in: wa.de vom 25. Juli 2023
  18. Markus Hanneken: „Erdrutsch-Krater am Lippestrand - Stadt will Maßnahmen prüfen“ in: wa.de vom 16. August 2023
  19. Jörn Funke: „Farb-Irritationen: Sperrpfosten im Erlebensraum Lippeaue werfen Fragen auf“ in: wa.de vom 3. Juli 2023
  20. 20,0 20,1 Markus Hanneken: „‚Vorübergehend‘ ausgetauscht: Poller-Posse im Erlebensraum“ in: wa.de vom 27. September 2023
  21. Cedric Sporkert: „Es soll zappenduster bleiben: Stadt sperrt sich gegen Licht im „‚Erlebensraum‘“ in: wa.de vom 17. November 2023
  22. Beschlussvorlage der Verwaltung 1213/23 in: Ratsinformationssystem des Rates der Stadt Hamm
  23. Markus Hanneken, Elif-Nur Okcu: „Gemocht und gedisst: So denken die Hammer über den ‚Erlebensraum‘“ in: wa.de vom 30. Juli 2023
  24. Markus Hanneken: „‚Erlebensraum Lippeaue‘ - eine große Mogelpackung? Kommentar“ in: wa.de vom 20. August 2023
  25. Hammmagazin (12/2016), S. 29
  26. Wa.de vom 06. August 2020
  27. Wa.de vom 19. September 2020
  28. Wa.de vom 03. Oktober 2021
  29. 29,0 29,1 Markus Hanneken: „‚Erlebensraum‘ öffnet sich: Neue Einblicke ins Hammer Großprojekt“ in: wa.de vom 10. Juli 2022
  30. Wa.de vom 13. Juli 2021
  31. Wa.de vom 26. Juli 2021
  32. Wa.de vom 12. Juni 2021
  33. Wa.de vom 6. Februar 2022
  34. Markus Hanneken: „Freier Blick in Erlebensraum - Aussichtsplattform fertig“ in: Wa.de vom 16. Dezember 2022
  35. Wa.de vom 4. November 2022
  36. Pressemitteilung der Bezirksregierung Arnsberg
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