Lippeverband

Aus HammWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Icon Warnung-300x300.PNG
Dieser Artikel ist veraltet und bedarf dringend einer Überarbeitung.

Anmerkungen dazu auf der Diskussionsseite! Vorhandene Inhalte, Daten und anderweitig genannte Werte sind gegebenenfalls durch zusätzliche Quellen zu verifizieren. Sollten Sie sich mit dem Thema auskennen oder aktuelle Details wissen, helfen Sie mit, diesen Artikel zu verbessern und zu aktualisieren.


Lippeverband, Schild mit Logo

Der Lippeverband kümmert sich als Zweckverband der Wasserwirtschaft um die Regulierung und Reinhaltung von Wasser im unteren Einzugsgebiet der Lippe.

Hintergrund

Durch den fortschreitenden Bergbau kam es gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu immer mehr Bergsenkungen. Diese Veränderungen führen zu Verwerfungen in den oberen Erdschichten. Hierdurch werden auch wasserführende Schichten betroffen. Auswirkungen dieser Veränderungen sind beispielsweise Verödungen von grundwassergespeisten Seen und Feuchtgebieten. Durch Blockaden und Kapillaren, die durch die Verwerfungen gebildet werden, kann aber auch Grundwasser an die Oberfläche gelangen und es können neue Poldergebiete und Seen entstehen. Die Absenkung der Erdoberfläche stört auch das Gefälle in natürlichen Flussläufen. Es entstehen neue Hochwasser oder Gewässer fließen sogar rückwärts.

Mit dem Bergbau entstand aber auch Industrie, die einen enormen Bedarf an Frischwasser hatte und ihrerseits Schmutzwasser produzierte. Dieses Schmutzwasser wurde häufig in natürliche Gewässer eingeleitet. Um die Auswirkungen auf die Menschen gering zu halten, wurde beispielsweise die mitten durch das Ruhrgebiet fließende Emscher als natürlicher Abwasserkanal genommen und die Emschergenossenschaft mit dessen Befestigung und Wasserreinigung beauftragt. Nach diesem Vorbild wurden in der Folgezeit weitere kleinere Wasserwirtschaftsverbände gegründet. In einem Gutachten von Heinrich Helbing für das Landwirtschaftsministerium wurde 1917 empfohlen, anstelle kleiner Genossenschaften große Zweckverbände zu Gründen. Hieraus entstand dann in der Folge für das untere Einzugsgebiet der Lippe westlich von Lippborg der Lippeverband. In diesen gingen kleinere Genossenschaften im Einzugsgebiet auf.

Verbandsgeschichte

Der Lippeverband wurde am 19. Januar 1926 als Zweckverband auf der Grundlage des Lippegesetzes gegründet. Vorbild war das Emschergenossenschaftsgesetz und die dadurch begründete Emschergenossenschaft. Die 1913 gegründete Sesekegenossenschaft ging im Lippeverband auf.

1932 nahm der Lippeverband in Soest die erste Kläranlage in Betrieb, sie enthielt bereits eine biologische Klärstufe.

Im Jahr 1969 wurde der Wasserverband Westdeutsche Kanäle (WWK) gegründet. Sein Zweck ist die Speisung der Kanäle mit Frischwasser. Bereits 1970 begann er die Zusammenarbeit mit dem Lippeverband. Die Kanäle beziehen nun Frischwasser aus der Lippe und in Trockenzeiten erhält die Lippe Wasser aus den Kanälen.

1975 wurde der Lippedeich in Hamm-Herringen auf 16 Meter, seit 2004 auf 17 Meter erhöht. Damit ist er der höchste Flussdeich Deutschlands.

Das Lippegesetz wurde 1990 novelliert und regelt als Lippeverbandsgesetz (LippeVG) den neuen Einzugsbereich des Lippeverbandes.

Verbandsgebiet

§ 5 Absatz 1 des LippeVG von 1990 legt als Verbandsgebiet das oberirdische Einzugsgebiet

   * der Lippe unterhalb Lippborg (Lippe-km 142,44) bis zur Mündung,
   * des Mommbaches (Stollbach, Langhorster Leitgraben),
   * des Lohberger Entwässerungsgrabens einschließlich des Bruckhauser Mühlenbaches und
   * des Rotbaches

fest. Hinzu kamen mit der Novellierung die Teilgebiete der Gemeinden Ahlen und Beckum, die über Steinkohlefeldern liegen. Ebenso wurden die Planungs- und Reserveräume für die Nordwanderung des Ruhrbergbaus in den Städten und Gemeinden Ahlen, Ascheberg, Beckum, Drensteinfurt, Ennigerloh, Raesfeld und Sendenhorst zum Verbandsgebiet.

Kennzahlen

Im Jahr 1997 hatte der Lippeverband 113 Mitglieder und das Verbandsgebiet umfasste 3280 km². In diesem Gebiet wohnten ca. 1,3 Mio. Menschen. Er betrieb 64 Kläranlagen, 56 Pumpwerke und 77 Regenwasserbecken.

Weblinks