Nordstraße 8

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Hausstätte Haus Schmits 2007
Haus Schmits 1982
Leder Thiele 1950

Das Haus Schmits in der Nordstraße 8 wurde nach 1752 durch Kaufmann Mathias Schmits († 1771) an der Einmündung der Brüderstraße in die Nordstraße auf einer Brandstätte neu errichtet. Es war mit seiner 6-Fenster-Front zur Nordstraße und der Längsausrichtung zur Brüderstraße hin ein typischer Vertreter der nach den Stadtbränden von 1734/1741 jeweils planmäßig errichteten Neubauten. Erhalten haben sich vom gleichen Typus noch die Nordstraße 11 (errichtet zwischen 1772 und 1784) und auch die Südstraße 7 (erbaut nach 1741). Im Juni 1982 wurde das Haus Nordstraße 8 abgerissen.

Geschichte

Die Hausstätte Nordstraße 8 (alt: Nro 198), die auch 1742 als Brandstelle belegt ist, erwarb 1752 der 1713 in Wermelskirchen geborene Kaufmann Matthias Schmits, der 1740 in Hamm Christiane Margarete von der Marck (1713-1743) geheiratet hatte und 1741 noch bei seinem Schwiegervater Kaufmann Henrich Werner von der Marck († 1758) auf der Oststraße wohnte. Kurze Zeit später - Schmits war 1746 eine zweite Ehe mit Johanna Maria von der Marck (1727 - nach 1791) eingegangen - ließ er das 1982 abgebrochene repräsentative Kaufmannshaus errichten, das als Stammhaus der Hammer Kaufmannsdynastie Schmits zu gelten hat. 1794 übertrug dessen Witwe Johanna Maria Schmits geb. von der Marck das Haus dem gemeinsamen Sohn Daniel Schmits (1753-1840), der noch 1833 im Hause eine Manufactur- u. Spezereiwaarenhandlung betrieb und uns ferner als Gemeinderat begegnet. In einer Verkaufsanzeige von 1856 wurde es wie folgt beschrieben:

Das Wohnhaus enthält vorzügliche Keller, unten 9 und in der Ober-Etage 7 Piècen, liegt im belebtesten Theile hiesiger Stadt, in unmittelbarer Nähe des Nordenthores, der dort vorhandenen Lippe-Mahl-Mühlen und Hobrecker’ – so wie Cirkel’schen Fabrik-Etablissements und eignet sich vorzüglich zum Betriebe eines kaufmännischen Geschäfts, welches, verbunden mit Spedition, ehedem mit Vortheil in demselben betrieben wurde.

1950 war im Hause Carl Thiele (Leder – Gummi - Schuhbedarf) ansässig. Bedauerlicherweise konnte dieses für die Stadtgeschichte bedeutsame Gebäude nicht erhalten werden.

Literatur

  • Hamm im Jahre 1950. Eine Chronik in Bild und Werbung, Hamm [1950], S. 51.
  • Gerd Wunder: Matthias Schmits in Hamm, seine Nachkommen und seine Abstammung, in: Archiv für Sippenforschung 45/46 (1979/1980), S. 569-583.