Soester Fehde

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Die Soester Fehde fand in den Jahren 1444 bis 1449 unter Beteiligung der Stadt Hamm auf Seiten der Nachbarstadt statt.

Die Stadt Soest behauptete darin ihre Unabhängigkeit vom Kölner Erzbischof. Auslöser für die Fehde war die Erklärung der Stadt Soest vom 5. Juni 1444, den Herzog Johann I. von Kleve-Mark als neuen Landesherrn anzunehmen. Dieser wiederum gab der Stadt Soest ihre alten Rechte und erweiterte diese um neue Privilegien.

Ereignisse der Soester Fehde mit Bezug zu Hamm

Das Jahr 1444

Verhandlungen zwischen Vertretern des Herzogtums Kleve und der Stadt Soest haben vermutlich im April in Hamm stattgefunden. [1] Am 18. Juni stehen sich die Konfliktparteien unweit von Soest gegenüber. Jungherzog Johann von Kleve entsendet dem Erzbischof von Köln zwei Herolde von Hamm aus und bietet die Entscheidungsschlacht an. [2]

Die Werler Bürger unternehmen einen Raubzug in die Grafschaft Mark, ohne dem Grafen Gerhard die Fehde angesagt zu haben. Der nimmt zwanzig Werler gefangen und führt sie nach Hamm, lässt sie aber aus Bündnisgründen - er hatte 1442 einen Bund mit dem Erzbischof von Köln geschlossen - wieder frei. [3]

Am 2. Oktober verhängt der Kölner Erzbischof Dietrich von Mörs das Interdikt über Soest. Es bleibt aber ohne Wirkung, da die Städte es ignorieren. Am 7. Dezember stellt der Dekan von St. Kunibert in Köln fest, dass alle wichtigen Städte, darunter auch Hamm, mit Soest weiter Handel treiben.[4]

Das Jahr 1445

Während der Soester Fehde gelingt es den Soestern am 4. März, 50 Wagen mit Lebensmitteln aus Hamm nach Soest zu bringen. [5] Von den Kampfhandlungen der Soester Fehde sind auch die kleineren Gemeinden des Umlands betroffen. So stecken die Soester Truppen am 25. April Haaren und Hultrop an. [6]

Am 4. Juni erneuert Graf Gerhard von der Mark sein Bündnis mit dem Kölner Erzbischof - gegen Soest. [7] Dagegen beurkundet Jungherzog Johann am 8. Juni, dass er der Ritterschaft und den Städten Hamm, Unna, Kamen, Iserlohn, Schwerte und Lünen Schutz und Hilfe verspricht. [8] Am 7. Oktober kommt unter dem Geleit von Graf Gerhard von der Mark eine Soester Delegation nach Hamm, um mit den klevischen Vertretern zu verhandeln. Am 8. Oktober wird die Delegation unter dem Schutz der Stadt Hamm bis zur Heidemühle geleitet. [9] Am 23. Oktober schließen die märkischen Städte Hamm, Kamen und Unna in Soest einen ewigen Bund mit den kriegsführenden Städten Soest und Lippstadt. [10] Damit tritt die Stadt Hamm entgültig in die Fehde ein, und zwar entgegen des ursprünglichen Bündnisses des regierenden Grafen Gerhard von der Mark nicht auf Seiten des Kölner Erzbischofs.

Das Jahr 1446

Während der zweiten Belagerung Soests durch den Erzbischof von Köln stand die Stadt Dortmund auf der Seite des Erzbischofs, während die Grafschaft Mark auf Seiten der belagerten Nachbarstadt stand. So kam es als Nebenkriegsschauplatz in diesem Jahr zu einer Überrumpelung der Stadt Dortmund durch märkische Truppen, bei dem ein Fähnlein Dortmunder Truppen vor der Stadt komplett erschlagen oder gefangen genommen wurde. [11]

Das Jahr 1447

Der deutsche Kaiser Friedrich III. spricht am 21. Januar über Hamm und andere westfälische Städte die Acht aus. [12] Am 4. Juni schließen die Städte Hamm, Unna und Kamen ein Verteidigungsbündnis mit dem Jungherzog Johann und sagen dem kölnischen Erzbischof die Fehde an. Am gleichen Tag greift der Jungherzog die Stadt Menden an, muss den Angriff nach dreitägigem Kampf allerdings wegen des harten Widerstands der Mendener abbrechen.[13] Daraufhin wird am 7. Juni in Hamm Kriegsrat gehalten. [14] Am 18. November geben die märkischen Städte Hamm, Unna, Kamen und Iserlohn ein Hilfeversprechen für die Stadt Soest ab. Es soll erreicht werden, dass Soest bei Kleve-Mark verbleibt. [15] [16]

Das Jahr 1448

In einem Schreiben vom 4. April ermahnt der Erzbischof von Köln die Stadt Dortmund, ebenfalls Feind der märkischen Städte Hamm, Unna, Kamen und Iserlohn zu werden. [17]. Da Dortmund nicht umgehend reagiert, wiederholt der Erzbischof von Köln am 22. Mai unter ausführlicher Begründung seine Aufforderung an die Stadt Dortmund, den märkischen Städten - darunter Hamm - die Fehde zu erklären. [18] Derselbe Erzbischof von Köln schreibt am 4. Juni an die Stadt Köln, dass er durch seinen Neffen, Graf Heinrich von Nassau, gebeten hat, den Märkischen Städten die Fehde anzusagen, und bittet, diesen die Fehdebriefe zuzusenden. [19]

Am 10. Juni sagt die Stadt Dortmund der Stadt Hamm die Fehde an. [20] Die Bürgermeister und Räte der Städte Hamm, Unna und Camen antworten am 18. Juni auf den Dortmunder Fehdebrief. [21] Die Stadt Dortmund schreibt am 28. Juni an den Junker Gerhard von Cleve und teilt ihm mit, dass sie Hamm, Unna, Kamen und Iserlohn die Fehde angesagt hat. [22] Desweiteren schreibt die Stadt Dortmund am 28. Juni an Gerd Knyppink, Droste zu Hamm, und teilt ihm mit, dass sie den märkischen Städten die Fehde angesagt hat. [23]

Am 28. Juni schreibt die Stadt Dortmund an die Städte Hamm, Unna und Kamen und klagt darin über Flur- und Brandschäden, die sie in der Dortmunder Feldmark letzthin verübten. [24]

Darüber hinaus werden kriegsgefangene Dortmunder im Rahmen der Soester Fehde in Hamm festgehalten. [25]

Das Jahr 1449

Die Soester Fehde endet, allerdings ohne formalen Friedensschluss. Zwar haben im April 1449 in Maastricht Friedensverhandlungen stattgefunden, allerdings ohne zu Ergebnissen zu führen. Auch später wurde nicht wieder neu verhandelt.

Anmerkungen

  1. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  2. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  3. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  4. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  5. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  6. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  7. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  8. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  9. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  10. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  11. Vgl. A. Fahne: Die Grafschaft und freie Reichsstadt Dortmund. Band 1: Dortmunder Chronik mit Urkunden und Wappenabbildungen. Köln, Bonn: I.M. Heberle 1854. S. 125-126
  12. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  13. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  14. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  15. Datenchronik Stadtarchiv Hamm
  16. vgl. Urkunde 1447 November 18
  17. vgl. Urkunde 1448 April 4
  18. vgl. Urkunde 1448 Mai 22
  19. vgl. Urkunde 1448 Juni 4
  20. vgl. Urkunde 1448 Juni 10
  21. vgl. Urkunde 1448 Juni 18
  22. vgl. Urkunde 1448 Juni 28
  23. vgl. Urkunde 1448 Juni 28 a
  24. vgl. Urkunde 1448 Juni 28 b
  25. Datenchronik Stadtarchiv Hamm