Urkunde 1285 Juli 15
Propst Hartlevus, Kellner Konrad und der gesamte Konvent des Stifts Kappenberg nehmen am 15. Juli 1285 einen Gütertausch mit dem münsteraner Bischof Everhard vor.
Wortlaut
Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und wird nach Bockhorst/Niklowitz (S. 99-100) zitiert: [1]
Hartlevus prepositus, Conradus celerarius totusque conventus monasterii in Cappenberg Premonstratensis ordinis Monasteriensis dyocesis omnibus in perpetuum noticiam rei geste. Quia labilis est hominum memoria, ne, quod bona fide inter contrahentes agitur, lapsu temporis et mentis oblivione depereat, consuetum est placita hominum sigillatis apicibus perhennari. Noverint igitur singuli et universi tam presentis etatis homines, ad quos presentes littere pervenerint, quam future, quod nos de maturo consilio et assensu omnium nostrum permutationem cum reverendo in Christo patre et domino nostro Everhardi Monasteriensi episcopo et ecclesia sua Monasteriensi de quibusdam nostris et ecclesiarum nostrarum bonis hinc inde, que inferius ponuntur, pensata utilitate et commodiate nostra utrobique, decrevimus faciendam, taliter videlicet, quod curiam nostram Kappelhof sitam in parrochia Weshem cum domibus, mansis, casis, hominibus, ubicunque locorum maneant, quibusdam tamen hominibus inferius nominatim exceptis, silvis, nemoribus, pratis, terris cultis et inciltis, aquis, pisacariis et omnibus aliis ad dictam curtiam pertinentibus permutationis titulo libere transtulimus et per presens scriptum transferimus in prefatum dominum nostrum Monasteriensem episcopum et ecclesiam suam Monasteiensem cum omni iuris plenitudine ab ipsis in perpetuum possidenda, propiertatem dictorum bonorum et omnium attinentium ac omne ius, quod in eis habebamus, ad manus domini Monasteriensis episcopi et sue Monasteriensis ecclesie libere resignantes. Versa vero vice dominus Monasteriensis episcopus et ecclesia sua Monasteriensis predicti ad consummandam huiusmodi permutationem curiam Gamene et capellam ibidem de consilio et assensu honorabilium virorum Walrami prepositi, Brunsteni decani et totuis capituli ecclesie Monasteriensis cum domibus, mansis, casis, hominibus, ubicunque locorum maneant, silvis, nemoribus, terris, pratis, pascuis et cum omnibus aliis suis pertinentiis quibuscumque absdue omni advocationis et iudici secularishonore in nos et monasterium nostrum in Cappenberg quoad plenum ius proprietatis et dsominii transtulerent. Excepti fuerunt specialiter in translatione bonorum in Kappelhof et attinentium isti duodecim, quorum nomina subsequenter, qui servitutis vinculo quondam ad curiam Kappelhof pertinebant, videlicet Conradus de Bikinchusen, uxor eius Aleydis et pueri eorum legitimi sive illegitimi iam generati vel futuris temporibus generandi, Hinricus Wegenere, Hinricus Upperhorne, Conradus upper Gest, Gerhardus dictus Grise et Nycolaus, quos nobis ad ius et utilitatem nostram perpetuo reservavimus, expresso consensu domini nostri Monasteriensis episcopi et sue Monasteriensis ecclesie accedente. In cuius rei testimonium et ut premissa perpetuo rata et inconvulsa permaneant, presentem paginam nostris sigillis vedelicet prepositi et conventus fecimus communiri subnotatis testibus, quorum hec sunt nomina: Walramus, prepositus, Brunstenus decanus, Theodericus thesaurarius ecclesie Monasteriensis; Wescelus de Lembeke, Gerlacus de Beveren, Bernhardus de Daverenberg, Conradus Stric, Theodericus de Liere, Godefridus de Huvele, Wescelus de Galen, milites, et alii quam plures. Acta sunt hec in Monasterio, anno Domini M°CC° octogesimo quinto, in die divisionis apostolorum.
Übersetzung
Hartlevus, Propst, Conradus, Kellermeister, und der gesamte Konvent des Klosters in Kappenberg (Cappenberg), des Prämonstratenserordens in der Diözese Münster (Monasteriensis), entbieten allen in Ewigkeit Kenntnis von der geschehenen Sache.
Weil das Gedächtnis der Menschen vergänglich ist, ist es üblich, die Abmachungen der Menschen mit versiegelten Schriften zu verewigen, damit das, was in gutem Glauben zwischen den Vertragsparteien vereinbart wird, nicht durch den Lauf der Zeit und die Vergesslichkeit des Geistes verloren geht.
Daher sollen alle, sowohl die Menschen der jetzigen Zeit, an die dieses Schreiben gelangt, als auch die der Zukunft, wissen, dass wir nach reiflicher Überlegung und mit der Zustimmung von uns allen beschlossen haben, mit dem ehrwürdigen Vater in Christus und unserem Herrn, Everhardus, dem Bischof von Münster (Monasteriensi), und seiner Münsteraner Kirche einen Tausch von bestimmten Gütern von uns und unseren Kirchen durchzuführen. Die unten aufgeführten Güter werden beiderseits mit Blick auf unseren Nutzen und Vorteil getauscht, und zwar in folgender Weise:
Wir haben unseren Hof Kappelhof, der in der Pfarrei Weschem liegt, mit den Häusern, Höfen, Kotten, Leuten, wo immer sie wohnen mögen – mit Ausnahme einiger unten namentlich genannter Leute –, den Wäldern, Hainen, Wiesen, bebauten und unbebauten Ländereien, Gewässern, Fischereirechten und allem anderen, was zu dem besagten Hof gehört, durch Tausch frei auf unseren vorgenannten Herrn, den Münsteraner Bischof, und seine Münsteraner Kirche übertragen. Durch dieses Schreiben übertragen wir es ihnen zur ewigen Nutzung mit der vollen Rechtsgewalt, indem wir das Eigentum der besagten Güter und all ihres Zubehörs sowie jedes Recht, das wir daran hatten, frei in die Hände des Herrn Bischofs von Münster und seiner Münsteraner Kirche abtreten.
Im Gegenzug haben der Herr Bischof von Münster und seine vorgenannte Münsteraner Kirche zur Vollendung dieses Tausches den Hof Gahmen und die Kapelle dort mit dem Rat und der Zustimmung der ehrenwerten Herren Walramus, Propst, Brunstenus, Dekan, und des gesamten Kapitels der Münsteraner Kirche, mit Häusern, Höfen, Kotten, Leuten, wo immer sie wohnen mögen, Wäldern, Hainen, Ländereien, Wiesen, Weiden und allem anderen Zubehör, ohne jegliche Vogtei- und weltliche Gerichtsgewalt, auf uns und unser Kloster in Kappenberg übertragen, was das volle Recht auf Eigentum und Herrschaft betrifft.
Bei der Übertragung der Güter in Kappelhof und ihres Zubehörs wurden speziell diese zwölf Personen ausgenommen, deren Namen im Folgenden genannt werden, die einst durch ein Band der Knechtschaft zum Hof Kappelhof gehörten: Conradus von Bikinchusen, seine Frau Aleydis und ihre rechtmäßigen oder unehelichen Kinder, die bereits geboren sind oder in Zukunft geboren werden, Hinricus Wegenere, Hinricus Upperhorne, Conradus upper Gest, Gerhardus, genannt Grise, und Nycolaus. Wir haben sie uns zu unserem Recht und Nutzen auf ewig vorbehalten, mit der ausdrücklichen Zustimmung unseres Herrn, des Münsteraner Bischofs, und seiner Münsteraner Kirche.
Zum Zeugnis dieser Sache und damit das Vorgenannte für immer gültig und unerschütterlich bleibt, haben wir dieses Schreiben mit unseren Siegeln, nämlich denen des Propstes und des Konvents, bekräftigen lassen. Die Namen der Zeugen sind unten aufgeführt:
Walramus, Propst
Brunstenus, Dekan
Theodericus, Schatzmeister der Münsteraner Kirche
Wesselus von Lembeck (Lembeke)
Gerlacus von Bevern
Bernhardus von Daverenberg
Conradus Stric
Theodericus von Liere
Godefridus von Hövel (Huvele)
Wesselus von Galen, Ritter
und sehr viele andere.
Dies geschah im Münsteraner (Monasterio) im Jahre des Herrn 1285, am Tag der Teilung der Apostel (15. Juli).
Bemerkungen
Die Urkunde ist hinsichtlich der Ewähnung der Ritter Gottfried von Hövel und Wessel von Galen von stadtgeschichtlicher Bedeutung für Hamm. Beide sind als Burgmänner der Burg Mark anzusprechen.
Siehe auch
Anmerkungen
- ↑ vgl. Wolfgang Bockhorst/Fredy Niklowitz: Urkundenbuch der Stadt Lünen bis 1341. Lünen 1991, S. 99-100