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Urkunde 1376 a

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Wappen der Grafen von der Mark

Der römische König Wenzel schreibt im Jahr 1376 an den Grafen Engelbert von der Mark, dass er die Übertragung des Königshofs zu Dortmund an die Stadt Dortmund genehmigt.

Wortlaut

Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band II, S. 57-58) zitiert: [1]

Wenceslaus dei gratia Romanorum rex semper augustus et Boemie rex. Volumus ad universorum notitiam presentibus pervenire, quod ex parte spectabilis Engelberti, comitis de Marka, consagnuinei et fidelis nostri dilecti, nobis existit humiliter supplicatum, quod cum ipse pro se et successoribus ac suis heredibus aliis quibusdam annis revolutis, curiam regalem Tremoniensem, quam a predecessoribus nostris divis Romanorum imperatoribus et regibus a nobis pigneratorie tenuit et possedit cum suis juribus et pertinentiis quibuscunque tytulo pigneris, obligaverit nostris fidelibus dilectis proconsulibus et .. consulibus civitatis nostre Tremoniensis nobis et sacro Romano imperio immediate subjectis pro una certa et determinata pecunie summa, eidem comiti, ut recognoscit, per prefatos .. proconsules et .. consules tradita et integre persoluta, prout in patenti litera, super hujusmodi obligatione confecta, dinoscitur liquidius contineri, cumque idem comes pensata utilitate imperii et curie antedicte eandem curiam cus suis juribus et pertinenciis universis propter causas rationabiles et legitimas, ipsum moventes scilicet, quod dicta curia pro majori parte existit infra districtum et jurisdictionem comitie Tremoniensis cum suis juribus et pertinenriis situata, et quod redditus, proventus, fructus et obventiones de dicta curia regali derivandos et solvenetos non possunt absque tedio et incommodo ac sine magnis laboribus propter ipsorum latam diffusionem et dispersionem, vel colligi vel aliqualiter congregari, possitque prefata curia per predictos .. proconsules et .. consules Tremonienses, qui semper in causis et negotiis, ipsis commissis, fideles cum circumspectione provida sunt reperti, providius gubernari et securius in suis juribus et pertinenciis conservari, assignavetit .. proconsulibus et .. consulibus antedictis, et transtulerit cum ipsius curie juribus et pertinenciis quibuscunque in eosdem habendam, tenendam ac perpetuo possidendam pro annua pensions nonaginta duarum marcarum et viginti octo denariorum bonorum denariorum in predicta civitate Tremoniensi usualium, in festo sancti Martini episcopi hyemalis solvendarum, cum secundum justam estimationem et communem annorum cursum redditus, fructus et obventiones curie antedicte ultra valorem prefate pensionis nullatenus se excedant, quatinus assignationem et translationem predictas approbare ratificare et confirmare, ut perpetua firmitate gandeant, dignaremur. Nos igitur clarissimi viri Engelberti, comitis de Marka supradicti, rationabilibus precibus annuentes utilitate et profectu imperii et curie antedicte consideratis assignationem et translationem fidelibus nostris .. proconsulibus et .. consulibus civitatis nostre Tremoniensis predietc de curia regali predicta et juribus suis et pertinentiis universis factas approbamus, ratificamus et auctoritate regia tenore presentium in perpetuum confirmamus, volentes pro nobis et nostris successoribus, quod dicti .. proconsules et .. consules et eorum successores et nulli alii seu alius prefatam curiam cum suis juribus et pertinentiis universis perpetuo teneant et babeant, regant et guberncent pro pensione annua supradicta, singulis annis in prefato festo sancti Martini per prefatos .. proconsulss et .. consules eorum successores persolvenda, et ut .. proconsulibus et .. consulibus antedictis et eorum suceessoribus de omnibus et singulis premissis sit magis cautum, volumus et mandamus, quod ipsi aut eorum successores nulli hujusmodi pensionem solvant, tradant aliquo anno vel assignent, nisi prius ipsis per .. comitem de Marka predictum seu suos heredes et successores fuerit de pecunia, pro qua supradictam curiam cum suis juribus et pertinentiis eisdem obligavit, integraliter satisfactum ac ..

Übersetzung

Ins Deutsche übertragen lautet der Urkundetext wie folgt:

Wenzel, von Gottes Gnaden römischer König, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, und König von Böhmen.

Wir wollen, dass durch dieses Schreiben zur allgemeinen Kenntnis gelange: Seitens des hochachtbaren Engelbert, Grafen von der Mark, unseres geliebten Verwandten und Getreuen, wurde uns demütig vorgetragen, dass er – für sich, seine Nachfolger und seine Erben – bereits vor einigen Jahren den königlichen Hof zu Dortmund, den er von unseren Vorfahren, den göttlichen römischen Kaisern und Königen, sowie von uns als Pfand mit all seinen Rechten und Zugehörigkeiten innehatte und besaß, unseren geliebten Getreuen, den Bürgermeistern und Ratsherren unserer Stadt Dortmund (die uns und dem Heiligen Römischen Reich unmittelbar unterstehen), verpfändet hat.

Dies geschah für eine bestimmte und festgesetzte Geldsumme, die dem Grafen, wie er anerkennt, durch die vorgenannten Bürgermeister und Ratsherren übergeben und vollständig bezahlt wurde, wie es in dem offenen Brief, der über diese Verpflichtung ausgestellt wurde, deutlich zu lesen steht.

Da nun derselbe Graf – nach Abwägung des Nutzens für das Reich und den besagten Hof sowie aus vernünftigen und rechtmäßigen Gründen – diesen Hof mit all seinen Rechten und Zugehörigkeiten den vorgenannten Bürgermeistern und Ratsherren zugewiesen und übertragen hat, damit sie ihn besitzen und auf ewig halten, angeführt durch folgende Beweggründe:

Dass der besagte Hof zum größten Teil innerhalb des Distrikts und der Gerichtsbarkeit der Grafschaft Dortmund liegt;

dass die Einkünfte, Erträge und Abgaben wegen ihrer weiten Zerstreuung nicht ohne Mühe und große Arbeit eingezogen werden können;

und dass der Hof durch die Dortmunder Bürgermeister und Ratsherren, die sich in den ihnen anvertrauten Angelegenheiten stets als treu und umsichtig erwiesen haben, besser verwaltet und in seinen Rechten geschützt werden kann.

Dies geschah gegen eine jährliche Pension (Zahlung) von 92 Mark und 28 Pfennigen guter, in der Stadt Dortmund üblicher Währung, zu zahlen am Fest des heiligen Bischofs Martin im Winter. Da nach gerechter Schätzung und dem gewöhnlichen Lauf der Jahre die Einkünfte und Erträge des Hofes den Wert dieser Zahlung keinesfalls übersteigen, bat er uns, diese Zuweisung und Übertragung zu billigen, zu ratifizieren und zu bestätigen, damit sie ewige Gültigkeit besitze.

Wir daher, den vernünftigen Bitten des vorgenannten Grafen Engelbert von der Mark entsprechend und den Nutzen für das Reich berücksichtigend, billigen und ratifizieren die Zuweisung und Übertragung des königlichen Hofes an die Bürgermeister und Ratsherren unserer Stadt Dortmund und bestätigen sie kraft königlicher Autorität hiermit auf ewig.

Wir wollen für uns und unsere Nachfolger, dass die besagten Bürgermeister und Ratsherren und deren Nachfolger – und niemand sonst – den vorgenannten Hof mit all seinen Rechten auf ewig besitzen, halten und verwalten gegen die oben genannte jährliche Zahlung am Martinstag.

Damit die Bürgermeister und Ratsherren und ihre Nachfolger in allen diesen Punkten besser abgesichert sind, wollen und befehlen wir, dass sie oder ihre Nachfolger diese jährliche Zahlung in keinem Jahr an jemanden leisten oder zuweisen sollen, es sei denn, ihnen wäre zuvor durch den vorgenannten Grafen von der Mark oder seine Erben die Geldsumme, für die er ihnen den Hof verpfändet hat, vollständig zurückgezahlt worden [...]

Bemerkungen

Das Schreiben des König muss nach der Einigung des Grafen mit der Stadt Dortmund, also nach dem 23. Mai 1376, verfasst worden sein. Da die Königskrönung des Wezel zum römischen König erst am 10. Juni des Jahres erfolgte, ist die Urkunde sogar nach diesem Datum einzuordnen.

Diese Urkunde steht zudem in engem Verhältnis zur Urkunde 1376 Mai 26, in der die Stadt Hamm mit dem Grafen von der Mark die Verpfändung des Königshofes mit besiegelt.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890
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