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Urkunde 1351 Dezember 17 a

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Die Stadt Dortmund schließt am 17. Dezember 1351 ein Bündniss mit dem Grafen Gotfried von Arnsberg und bekundet ihre Verpflichtungen gegen denselben.

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (S. 479) zitiert: [1]

Wii bürghenneistere und rait und dey ghemeynen burghere der stad von Dorpmunde dun kunt allen luden, dat um kentleke unrecht und ghewalt, dey uns ghescheyn synt van dem greven van der Mark synen amptluden, syme marscalke und ihren helperen an rove, an brande und an schattinge ut des vorgenanten greven sloten und dar weder in, synt des eyndrechteleke over eyn ghekomen wol beraden, dat wii welt dey ghewelde und dat unrecht keren na al unsir macht und verbindet uns vestleke myt eyme edlen manne, hern Goderde, greven to Arnsberg, und sinen rechten erven und lovet yme in dissem breyve, dat wii yme helfen wellen und sulen myt ghanzer truwe, der wile dat dat orloghe wart myt dem greven van der Marke vorghenompt, dar wii myt yme gegenwordleke syn inne verbunden op unse kost, eventure und ghevelle op hern Engelberte greven van der Marke und al den gheyn, dey in syme lande gheseten syn und op al dey gheyne, dey nu syne vigende syn und noch werden mughen, ut ghenomen in dissen stucken dat Romesche rike, den erchibiscop van Colne und syn ghestichte und dy stede van Sust, Monstere und Osenbrughe. Oich love wii, dat wii sulen halden den vorghenomden greven sine erven und sine vrond in unsem slote und dar weder in und ut unsir stad, unvermeyneget und unverweldeget,oich ut ghenomen dat wii dem greven van Arnsherg und sinen vronden en sulen neyne volginge dun, it en sy myt unsern guden willen. Vortmer love wii, dat wii noch vrede, noch daghe noch zone nemen noch halden noch ane ghan en suln, it en sy myt des vorgenanten greven eder sinen erven ofte he aflivich worde vollen willen. Wert oich sake, dat wii afte unse vrond myt unsen vigenden verghadderden, dar dey selve greve afte syne vrond mede weren, worden dar vangene ghevatigen, dey sule wii op beide siit ghelike deyln und scatten, und op dat al diese vorgescrevenen dink stede und vast syn und bliven, so love wii und sekert in guden truwen an edes stad al disse vorghenomden stucke stede und vast to haldene alle argelist ut ghescheden in dissen dingen. In eyn ghetuchnusse dieser rede so heb wii unse grote ingesegel an disen breif gehangen. Gegheven na godes gheburt 1351 iar, des nesten saterstaghes na sante Luden daghe.

Übersetzung

Übersetzt ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Bürgermeister und Rat sowie die allgemeinen Bürger der Stadt Dortmund, tun allen Leuten kund:

Da uns bekannte Ungerechtigkeiten und Gewalttaten widerfahren sind – durch den Grafen von der Mark, seine Amtsträger, seinen Marschall und deren Helfer, mittels Raub, Brandstiftung und Erpressung von Brandschatzungen – aus den Schlössern des vorgenannten Grafen und wieder in diese zurück, so sind wir uns einvernehmlich und nach reiflicher Überlegung darüber einig geworden, dass wir diese Gewalten und das Unrecht nach all unserer Macht abwenden wollen.

Wir verbünden uns fest mit einem edlen Mann, Herrn Gottfried, Graf von Arnsberg, und seinen rechtmäßigen Erben, und geloben ihm in diesem Brief, dass wir ihm mit ganzer Treue helfen wollen und sollen, solange der Krieg gegen den vorgenannten Grafen von der Mark währt.

Wir sind mit ihm gegenwärtig darin verbunden – auf unsere Kosten, unser Risiko und unsere Vorkommnisse (Eventure und Ghevelle) – gegen Herrn Engelbert, Graf von der Mark, und all jene, die in seinem Lande ansässig sind, sowie gegen all jene, die nun seine Feinde sind und es noch werden mögen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind in diesen Punkten das Römische Reich, der Erzbischof von Köln und sein Stift sowie die Städte Soest, Münster und Osnabrück.

Weiterhin geloben wir, dass wir den vorgenannten Grafen [von Arnsberg], seine Erben und seine Freunde unbehelligt und unbedrängt in unser Schloss sowie in und aus unserer Stadt geleiten werden. Auch ausgenommen ist, dass wir dem Grafen von Arnsberg und seinen Freunden keine Verfolgung (Volginge, d. h. militärische Begleitung/Folgepflicht) schulden, es sei denn, wir tun dies mit unserem guten Willen.

Darüber hinaus geloben wir, dass wir weder Frieden, noch Tage (Daghe – Verhandlungstage), noch Sühne (Zone) annehmen, halten oder eingehen sollen, es sei denn, es geschieht mit dem vollen Willen des vorgenannten Grafen oder seiner Erben, falls er verstorben sein sollte.

Sollte es der Fall sein, dass wir oder unsere Freunde sich mit unseren Feinden versammeln, und der gleiche Graf oder seine Freunde dabei wären, und dabei Gefangene gemacht würden, so sollen wir diese auf beiden Seiten gleichermaßen teilen und schätzen.

Und damit all diese vorgeschriebenen Dinge fest und verbindlich sind und bleiben, so geloben wir und versichern in gutem Glauben an Eides statt, all diese vorgenannten Punkte fest und beständig zu halten, wobei jede Arglist in diesen Dingen ausgeschlossen ist.

Zum Zeugnis dieser Rede haben wir unser großes Siegel an diesen Brief gehängt.

Gegeben nach Gottes Geburt 1351 Jahre, am nächsten Samstag nach dem Tage der heiligen Lucia.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885, S. 479
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