Reformierte Elementarschule

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Das alte Rathaus auf einem Notgeldschein von 1921

Die reformierte Elementarschule befand sich seit 1775 am Marktplatz.

Geschichte

Seit den 1715er Jahren (belegt zwischen 1715 und 1738) begegnet uns der reformierte Schulmeister Wilhelm Cordes. 1775 schenkte der Kaufmann Johann Bernhard Stuniken das Haus Nro 375, das er 1768 erworben hatte (heute Freifläche vor der Pauluskirche), der reformierten Gemeinde als Schulhaus (zum deutschen reformirten Schulhause). Der Schulmeister dürfe, so führte Stuniken aus, keinen Untermieter aufnehmen und trage auch selbst die anfallenden Reparaturkosten, außer wenn durch ihn nicht verschuldete Hauptreparaturen nötig seien, die dann das reformierte Konsistorium zu tragen habe. In einer statistischen Zusammenstellung der Lehrer des Kreises Hamm und ihrer Einkommen aus dem Jahr 1788 wird auch ein gewisser Stallmann mit einem Jahresgehalt von 65 Reichstalern aufgeführt.[1] Aus einer Stellungnahme der reformierten Gemeinde von 1799 geht hervor, dass sich das Gebäude in gutem Zustand befunden hat.[2] Auf einem Lageplan, der 1802 von Landbaumeister Philipp Leonhard Pistor verfertigt wurde, ist es - direkt dem Alten Rathaus gegenüberliegend - als Schul-Haus eingezeichnet.[3] Adolf Schillupp gibt hingegen an, dass bereits 1812 das Gebäude auf Abbruch verkauft worden sei.[4]

Lehrer

  • vor 1715 - nach 1738: Wilhelm Cordes
  • vor 1761[5]- 1799: Johann Peter Stallmann († 1799)

Anmerkungen

  1. Zitiert nach Obhues 1986, S. 87.
  2. Obhues 1986, S. 187
  3. Der Plan findet sich ediert bei Jürgen Kloosterhuis: Bauern, Bürger und Soldaten. Quellen zur Sozialisation des Militärsystems im preußischen Westfalen 1713-1803. Regesten, Münster 1992, S. 625 Abb. 39.
  4. Allerdings bezieht Schillupp 1954, S. 145 seine Ausführungen zur reformierten Elementarschule irrig auf das nördlichste Haus der Häuserzeile, das bereits 1802 als Wacht-Haus bezeichnet wird.
  5. Ich bin im Anno 1761 von Soest hierselbst nach Hamm als Sang-, Schreib- und Rechenmeister vociret worden und habe auch seit Antretung meiner Bedienung bis hiehin, so viel möglich, mein Amt durch fleißiges Vorsingen und Schulhalten observieret, daß keine Klage im Consistorio darüber entstanden. Stallmann am 18. Oktober 1777; vgl. Staatsarchiv Münster, Kleve-märkische Regierung. Landessachen Nr. 860. Zitiert nach Elisabeth Korn: Zur Geschichte des niederen Schulwesens in Hamm am Ende des 18. Jahrhunderts, in: Der Märker. Bd. 30, 1981, S. 50.

Literatur

  • [Hermann] Eickhoff: Aus der Kirchen- und Schulgeschichte Hamms, in: 700 Jahre Stadt Hamm, hrsg. vom Magistrat der Stadt Hamm, Hamm 1927, Nachdruck Werl 1973, Seite 172.
  • Heinrich Obhues: Schule im Umbruch. Frühe kommunale Schulpolitik zwischen Ancien régime und Vormärz im Kreis Hamm 1770-1830, Bochum 1986 (= Dortmunder Arbeiten zur Schulgeschichte und zur historischen Didaktik 12).
  • Adolf Schillupp: Der Marktplatz zu Hamm im Wandel der Zeiten, in: Heimat am Hellweg. Kalender 1954, Unna, S. 143-146.