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J. Banning

Aus HammWiki
Aktie J. Banning AG

Die J. Banning AG hat ihre Keimzelle in der 1857 in Hamm gegründeten Firma „Keller & Banning“, die von dem Baumeister Karl Keller und dem Maschineningenieur Johannes Banning geführt wurde. Nach ihr ist die Banningstraße benannt.

Die Firma begann mit der Produktion von Dampfmaschinen, Dampfhämmern, Walzwerksanlagen und Pumpen unterschiedlichster Art.

Als der Miteigentümer Karl Keller im Jahr 1870 verstarb, wurde die Firma als Maschinenfabrik J. Banning weitergeführt. Nach 25-jährigem Bestehen fand 1883 ein Jubiläumsfest begangen. Dabei konnte festgehalten werden, dass die Firma nach anfänglich 30 Arbeitern nunmehr 90 Beschäftigte hat. Zwei der Arbeiter konnten während des Festes für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit ausgezeichnet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Firma bereits mehr als 600 Dampfhämmer hergestellt. [1]

Am 25. März 1899 fand die notarielle Umwandlung in die Aktiengesellschaft J. Banning AG statt. Das Aktienkapital wurde auf 1.100.000 Mark festgesetzt. Das Kapital wurde gleichmäßig auf 1.100 Anteilsscheine verteilt. [2] Anteilseigner der Aktiengesellschaft, in die die bisherige Firma J. Banning aufging, waren der Fabrikbesitzer Heinrich Banning aus Hamm, Fabrikbesitzer Felix Banning aus Düren, Bankdirektor Sigmund Feist aus Berlin, Bankier Max Gerson aus Hamm und Kaufmann Karl Mehrmann. [3] Ende des Jahres 1900 wird die Zulassung der Aktien der J. Banning AG an der Berliner Börse beantragt. [4] Die Zulassung wird Anfang 1901 erteilt. [5] Der Börsenprospekt zur Einführung wurde u.a. von der Breslauer Diconto-Bank und der Max Gerson & Co. Commandit-Gesellschaft herausgegeben. [6]

Am 13. Juli 1943 gab es die letzte Hauptversammlung vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Wiederaufbau der Fabrikanlagen war 1952 abgeschlossen.

1957 beging die Firma mit einer Feierstunde in ihren Werkshallen am 7. Dezember ihr 100-jähriges Jubiläum.[7]

Die J. Banning AG wurde 1985 von der Eulenberg, Moenting & Co. AG übernommen.

Wirtschaftliche Entwicklung der J. Banning AG

Werbeanzeige Kölnische Zeitung vom 6. April 1901

Für das Geschäftsjahr vor der endgültigen Überführung in die Aktiengesellschaft konnte die J. Banning AG eine Dividende von 8% ausschütten. [8]

Für das am 30. Juni 1900 endende Geschäftsjahr verzeichnet die J. Banning AG einen Reingewinn von 137.807 Mark und schüttet eine Dividende von 9% aus. [9]

Das Geschäftsjahr mit 1900/1901 endete mit einem Reingewinn von 66.285 Mark und einer Dividende von 4%. [10]

Das Geschäftsjahr 1901/1902 war für die J. Banning AG ein Verlustjahr. Insgesamt betrug der Fehlbetrag inklusive Abschreibungen und Rückstellung 91.346 Mark [11] Grund war der Umsatzeinbruch von ca. 50% durch die schlechte Lage der Eisen-Industrie. [12] In der zweiten Jahreshälfte 1902 nahm die Firma an der Industrie- und Gewerbe-Ausstellung in Düsseldorf teil. [13]

Für die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahrs 1902/1903 der J.Banning AG entspannte sich Ende des Jahres 1903 eine öffentliche Diskussion in mehreren Zeitungen mit ausgewiesenem Wirtschaftsteil. [14] Als Beispiel sei die folgende Notiz aus der Dortmunder Zeitung vom 10. Dezember 1903 zitiert:[15]

110914 Mark oder 286537 Mark Verlust, je nachdem man die Vorräte unter den Vermögensgegenständen ein- oder zweimal aufführt, ergibt sich bei J. Banning Akt.-Ges. in Hamm i.W. Die Verwaltung nimmt nämlich die Vorräte mit 175622 Mark aus der Vermögensübersicht heraus und stellt sie als Einnahmen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Den Saldo dieser Rechnung, die einen Verlust von 110914 Mark erweis, stellt sie unter die Vermögensgegenstände der Vermögensübersicht ein, ohne jetzt die Aufführung der Vorräte, die in dem Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind, zu unterlassen.

Die Geschäftsführung der J. Banning AG bestreitet zwar die nicht korrekte Erstellung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung, ändert aber im Folgejahr die von der Presse kritisierten Bilanzpraktiken. Für das Geschäftsjahr 1903/1904 vermeldete die Geschäftsführung die Ausweitung ihres Geschäftsfeldes auf hydraulische Pressen und Scheren. Der Rohgewinn des Geschäftsjahres ermöglicht eine Reduzierung des Verlustvortrag von 110914 Mark (Verlust aus dem Geschäftsjahr 1902/1903) auf 106914 Mark. [16]

Das Geschäftsjahr 1904/1905 konnte die J. Banning AG mit einem Reingewinn von 30177 Mark abschließen, woraus eine Minderung des Verlustvortrags auf 76737 Mark finanziert wurde. [17]

Das Geschäftsjahr 1905/1906 brachte für die Aktionäre zum fünften Mal ein dividendenloses Ergebnis. Der Reingewinn der J. Banning AG betrug zwar 60913 Mark, jedoch musste dies mit dem Verlustvortrag von 76737 Mark verrechnet werden. Damit bestand am Ende des Geschäftsjahrs noch ein Verlustvortrag von 15 824 Mark in den Büchern der Gesellschaft. [18]

Für das Jahr 1916 wird von der J. Banning AG ein Gewinn von 579.230 Mark ausgewiesen. Aus dem Gewinn wurde eine Dividende von 11 % gezahlt.[19]

Für das Jahr 1917 wird von der J. Banning AG ein deutlich geschrumpfter Gewinn von 312.535 Mark ausgewiesen. Dies wird mit der zu zahlenden Kriegssteuer, für die auch eine Rücklage gebildet wird, und mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage (Missverhältnis zwischen Unkosten und Verkaufspreisen) begründet. Aus dem Gewinn wir ein Dividende von 10 % gezahlt.[20]

Konsumverein

Der Mitgründer Karl Keller gründete 1869 für die Arbeiter der Fa. Banning einen Konsumverein. Nach seinem Tode übernahm Johannes Banning die Leitung des Vereins. [21] Der Konsumverein konnte im März 1885 zur Hauptversammlung eine Mitgliederzahl von 1313 Personen, meist Fabrikarbeiter und Gewerbetreibende- vermelden. Zudem war die wirtschaftliche Situation des Vereins so gut, dass eine 10-prozentige Dividende ausgeschüttet werden konnte. [22]

Bekannte Arbeitsunfälle

Am 22. Dezember 1887 erlitt der Tagelöhner Heinrich Lüke im Betrieb von J. Banning in Hamm eine schwere Verbrennung beider Arme. Hinsichtlich der zu bewilligenden Rente kam es zu einer Rechtsauseinandersetzung. Nachdem Heinrich Lüke zunächst nur eine Rente für um ein Drittel verminderte Erwerbsfähigkeit zugesprochen wurde, einigten sich die beteiligten Parteien auf eine Rente bezogen auf eine Rente für eine 45-prozentige Erwerbsminderung. [23]

Am 11. April 1894 vermeldet der General-Anzeiger für Dortmund, dass der Former Franz Schmitz aus Berge durch eine herabfallende Stange im Betrieb der Maschinenfabrik Banning schwer an der linken Hand verletzt wurde und die Arbeit sofort einstellen musste. [24]

In der Maschinenfabrik Banning erlitt der Schmied Knickenberg aus Bönen bei der Arbeit am Dampfhammer eine schwere Quetschung der Nase und des linken Auges -wie der Dortmunder General-Anzeiger am 14. April 1894 meldet. [25]

Anmerkungen

  1. Essener Zeitung Nr. 26 vom 31. Januar 1883
  2. Wattenscheider Zeitung. 31. Jahrgang. Nr. 71 vom 28. März 1899; Arnsberger Zeitung. Nr. 26 vom 30. März 1899; Neue westfälische Volkszeitung. 23. Jahrgang Nr. 93 vom 21. April 1899
  3. Neue westfälische Volkszeitung. 23. Jahrgang Nr. 93 vom 21. April 1899
  4. Kölnische Zeitung. Nr. 947/948/949 vom 04. Dezember 1900
  5. Kölnische Zeitung Nr. 27/28/29 vom 11. Januar 1901
  6. Kölnische Zeitung. Nr. 33/34/35 vom 13. Januar 1901
  7. vgl. Aus der Chronik der Stadt Hamm. Wichtige Ereignisse vom 1. Juli 1957 bis 30. Juni 1958. In: Friedhelm Kaiser (Hrsg.): Heimat am Hellweg. Kalender 1959 für Hamm und den Landkreis Unna. Hamm o.J. (1958), S. 123.
  8. Kölnische Zeitung N.r 30/31/32 vom 12. Januar 1901
  9. Kölnische Zeitung Nr. 602/603/604 vom 04. August 1900
  10. Kölnische Zeitung. Nr. 874/875/876 vom 08. November 1901
  11. Dortmunder Zeitung.75. Jahrgang. Nr. 543 vom 25. Oktober 1902
  12. Kölnische Zeitung. Nr. 843/844 vom 27. Oktober 1902
  13. z.B. Kölnische Zeitung Nr. 321-323 vom 26. April 1902
  14. u.a. in der Kölnischen Zeitung Nr. 1161 vom 09. Dezember 1903, Nr. 1166 vom 10. Dezember 1903 und Nr. 1180 vom 14. Dezember 1903, im General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 16. Jahrgang. Nr. 350 vom 22. Dezember 1903 und in der Dortmunder Zeitung 76. Jahrgang. Nr. 635 vom 14. Dezember 1903
  15. Dortmunder Zeitung. Nr. 627 vom 10. Dezember 1903
  16. Kölnische Zeitung Nr. 1106 vom 28. Oktober 1904
  17. Kölnische Zeitung. Nr. 1067 vom 13. Oktober 1905
  18. Kölnische Zeitung. Nr. 1172 vom 03. November 1906
  19. Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. 62. Jahrgang. Nr. 299 vom 28.10.1918
  20. Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. 62. Jahrgang. Nr. 299 vom 28.10.1918
  21. Essener Zeitung Nr. 26 vom 31. Januar 1883
  22. Rheinisch-Westfälische Zeitung Nr. 65 vom 06. März 1885
  23. Dortmunder Zeitung. 62. Jahrgang. Nr. 268 vom 30.09.1889
  24. General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. 7. Jahrgang. Nr. 83 vom 11. April 1894
  25. General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen. 7. Jahrgang. Nr. 86 vom 14. April 1894
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