August-Schüttken-Weg

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Der August-Schüttken-Weg ist eine Straße im Bezirk Heessen. Sie verbindet Vor dem Tore mit der Mansfelder Straße.

Namensherkunft und Geschichte

Der August-Schüttken-Weg, der vom Vogelsang aus entlang der Neuen Kolonie führt, hieß bis 1980 Wiesenweg, denn die Wiesen des Westbergs an der Hammer Stadtgrenze begleiten die 1916 angelegte Koloniestraße. Dass dieser Weg eines Tages den Namen des Pfarrektors der St. Josef Gemeinde August Schüttken tragen würde, war 1934 so wohl nicht abzusehen. August Schüttken kam 1930 als Pfarrer nach St. Josef. Den Titel „Pfarrektor“ trug er, weil seine Gemeinde noch keine selbständige Pfarre war, da die vermögensrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt waren. Das heißt, St. Josef war so arm, dass die Gemeinde nicht unabhängig von der Muttergemeinde St. Stephanus existieren konnte.

August Schüttken war ein Mann, der sich mit Haut und Haaren dieser armen Bergbaugemeinde verschrieb. Er diskutierte nicht nur mit Gemeindemitgliedern, auch mit den Gegnern der Kirche suchte er das Gespräch und es wird erzählt, dass er oft mit 20 oder 30 kommunistischen Genossen auf dem Knapp zusammensaß und bei einer Flasche Schnaps heftig diskutierte. Noch bei der Einweihung der Kirche hatte die linksgerichtete Zeitung „Der Hammer“ berichtet: „Nun haben die Schwarzen da oben auch einen Pfaffen. Mit golddurchwirkten Gewändern haben sie den Betrieb eröffnet. Wir werden schon dafür sorgen, dass es bald aus ist mit dem Gottesdienst.“

August Schüttken erwarb sich den Respekt der Bergleute, der sozialdemokratischen und der kommunistischen, vor allen Dingen, als er für die Arbeitsplätze der Bergleute kämpfte. 1930, im Zuge der Weltwirtschaftskrise, sollte die Zeche geschlossen werden, fast 1000 Bergleute wurden entlassen. August Schüttken entwarf Flugblätter, schrieb Eingaben, formulierte den Protest der Bergleute, der schließlich in Berlin gehört wurde. 1933 wurde beschlossen, den Standort Heessen der Zeche Sachsen langfristig zu erhalten.

Als bekennender Christ und engagierter Kämpfer für die sozialen Belange seiner Bergleute, geriet er sofort nach der Machtergreifung mit den Nationalsozialisten in Konflikt. Er scheute sich nicht, von der Kanzel aus die Verfolgung der Sozialisten und Kommunisten anzuprangern, er hielt es nicht für nötig den Hitlergruß anzuwenden, kurz, er wurde 1934 verhaftet und zur Gestapo Recklinghausen gebracht. Er wurde jedoch nach einigen Tagen wieder entlassen, denn er hatte als Vorsitzender des Bundes Deutscher Frontsoldaten sehr gute Beziehungen zu hohen Offizieren der Reichswehr. Bis zum Kriegsbeginn wurde seine Arbeit in St. Josef überwacht und bespitzelt, besonders die Arbeit mit den Jugendlichen war den Nazis ein Dorn im Auge. Bei Kriegsbeginn wurde August Schüttken als Soldatenpfarrer einberufen und war bis zum Kriegsende an verschiedenen Frontabschnitten ununterbrochen im Einsatz. Am 30. Oktober 1945 kehrte August Schüttken aus englischer Kriegsgefangenschaft krank und abgemagert zurück und starb nur zwei Wochen später, am 17. November, im Alter von 49 Jahren.

Im Jahre 1980 beschloss die Bezirksvertretung Heessen ihm zu Ehren den Wiesenweg in August-Schüttken-Weg umzubenennen.[1]

Besonderheiten

Verkehrszeichen 325.1.png

Anmerkungen

  1. zitiert nach Rita Kreienfeld, Quelle: Alte Homepage des Heimatverein Heessen