Archäologische Ausgrabungen

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In Hamm fanden an verschiedenen Stellen und zu unterschiedlichen Zeiten Archäölogische Ausgrabungen statt. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Ausgrabungen zusammen und verweist auf weitere detaillierte Artikel zu einzelnen besonderen Grabungen und Grabungsstätten.

Inhaltsverzeichnis

2020 - Ausgrabungen an der Widumstraße - Funde aus der römischen Kaiserzeit

Der Westfälische Anzeiger unterhält seit dem Frühjahr 2020 eine Baustelle an der Widumstraße zur Erweiterung seiner Gebäude. Diese reicht rückwärtig bis an das bebaute Gelände an der Königstraße. In diesem Bereich führten die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe Ausgrabungen durch. Zu den wichtigsten Funden gehören Tonscherben, die unmittelbar nach der Grabung auf die römische Kaiserzeit datiert wurden. Der Umfang der Funde lassse auf eine Besiedlung in diesem Bereich schließen, insbesondere, weil dort auch ein Bachlauf oder eine andere Feuchtstelle vorhanden war.

Aus der Zeit der Stadtgründung um 1226 wurde eine Brunnen entdeckt, der mehrfach ausgebaut bis ins 20. Jahrhundert hinein genutzt worden ist. Dazu wurden zwei weiter Brunnen entdeckt, sowie weiter Baufunde (Mauerreste, Pflasterungen etc.). Unter den Kleinfunden wird insbesondere ein Steckkamm aus Hirschknochen besonders hervorgehoben, der mutmaßlich aus dem 13. Jahrhundert stammt.

Mit einem weiteren Brunnen, der kurz nach der Stadtgründung angelegt, im 14. Jahrhundert aber wieder zugeschüttet wurde, glauben die Archäologen Hinweise gefunden zu haben, dass sich die Stadt Hamm auf Grund von Flut und Pest teilweise entvölkert hat.

Literatur

  • Frank Osiewacz: Reise in die Römische Kaiserzeit. Archäologen finden an Widumstraße Relikte aus dem 2. bis 3. Jahrhundert. Westfälischer Anzeiger vom 26. September 2020 [1]
  • Franz Osiewacz: Flut und Pandemie. Brunnenfund auf WA-Baustelle lässt Rückschlüsse auf Entvölkerung Hamms zu. Westfälischer Anzeiger vom 08. Oktober 2020 [2]

2020 - Archäologische Arbeiten verzögern Fertigstellung der Arbeiten am Burghügel

Die Umgestaltungsarbeiten am Burghügel Mark werden durch archäologische Arbeiten verzögert. Dies Arbeiten fanden im August 2020 ihren Abschluss.

Literatur

  • Thorsten Haarmann: Langer Weg bis zur Ringmauer. Archäologische Arbeiten verzögern Fertigstelleung der Arbeiten am Burghügel. Westfälischer Anzeige von 21.08.2020 [3]

2020 - Spektakuläre Fundstücke - mittelalterliche Hofstelle in Dasbeck

Ende Juni 2020 berichtet der Westfälische Anzeiger über Ausgrabungen nördlich der Uedinghoffstraße an der Ecke zum Dasbecker Weg. Dort waren bereits 2006 beim Bau einer Gasleitung Archäologen auf eine Fundstelle aufmerksam gemacht worden. Vierzehn Jahre später nutzten die Archäologen unter der fachlichen Aufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe die Chance, auf einem 900 Quadratmeter großen Areal eine intesivere Untersuchung zu starten, bevor dort eine Wasserleitung verlegt werden sollte. Bereits am ersten Arbeitstag traten Keramikgefäße zu Tage und wurden verfüllte Gruben freigelegt. Zudem konnten die Forscher einen Brunnenschacht in Holzerhaltung ausgraben. Insgesamt ergab die Analyse der Funde das Bild einer hoch- bis spätmittelalterlichen Hofstelle (11.- 14. Jahrhundert), die ökonomisch gut abgesichert war, wie auch aus Knochenfunden von Schweinen und Rinder zu belegen ist.

Literatur

  • Erik Hlacer: Spektakuläre Fundstücke. Archäologen entdecken einen mittelalterlichen Hof in Dasbeck. WA vom 27. Juni 2020 [4]

April 2020 - mittelalterliche Hofstelle an der Grenze von Stockum und Bockum-Hövel

Ende April 2020 berichtet der Westfälische Anzeiger von Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Gas-Trasse in Stockum nahe der Grenze zu Bockum-Hövel. Dabei wurde eine mittelalterliche Hofstelle entdeckt, in deren Umfeld auch Spuren von Verhüttung von Metall (Raseneisenerz und Holzkohle) und Metallverarbeitung zur Eigennutzung der Bewohner gefunden.

Literatur

  • Frank Osiewacz: Leben im 11. und 12. Jahrhundert. Archäologen finden mittelalterliche Hofstelle. Spuren von Metallverarbeitung. Westfälischer Anzeiger vom 30. April 2020 [5]

Juni 2019 - Archäologischer Fund bei Baggerarbeiten unter der Brücke Münsterstraße

Bei Baggerarbeiten unter der Brücke der Münsterstraße stießen die Arbeiter auf einen alten Brückenpfeiler. Das Fundstück wurde durch Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe untersucht. Zur Altersbestimmung wurden Proben genommen. Nach erstem Augenschein kann das Fragement zu einer Lippebrücke aus dem 13. bis 19. Jahrhundert gehören.

Literatur

Frühjahr 2019 - archäologische Bodenuntersuchungen an der Ritterstraße im Zuge von Baumaßnahmen

Im Frühjahr 2019 untersucht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe Bereiche zwischen Westenwall und Ritterstraße im Zuge geplanter Baumaßnahmen. Auf Grund der alten Besiedlung durch den Stadtadel von Hamm erwarten die Archäologen aufschlußreiche Funde.

Literatur

  • Frank Osiewacz: Expeditionen in die Vergangenheit. Bevor das "B-tween" gebaut wird, gehen die Archäologen auf Spurensuche/Siedlungsgebiet für den Adel. Westfälischer Anzeiger vom 20. Dezember 2018. [7]

Februar 2019 - Ausgrabungen im baugebiet "Auf der Helle" in Rhynern

Im Februar 12019 wurden auf der Freifläche "Auf der Helle" in Rhynern im Zuge der Aufstellung eines Bebauungsplans Probegrabungen durch die Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe durchgeführt. Dabei wurden in der südöstlichen Ecke des geplanten Baugebiets eine Pfostengrube sowie mehrere eisenzeitliche Scherben im Ackerboden entdeckt.

Literatur

  • Torsten Haarmann: Schon in der Eisenzeit besiedelt. Archäologen finden im Baugebiet Auf der Heele Scherben unterm Wölbacker. Westfälischer Anzeiger vom 23. Februar 2019 [8]

Oktober/November 2018 - Archäologie und Schule

Im Oktober und November 2018 wurden im Rahmen des Projekts Archäologie und Schule auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt und Burg Nienbrügge Ausgrabungen durchgeführt, bei denen sich auch ca. 1000 Schülerinnen und Schüler aus 36 Schulen aktiv beteiligten. Es wurden zahlreiche Keramikbruchstücke, aber auch einige Metallgegenstände gefunden. Daneben wurden einige Gruben entdeckt.

Literatur

  • Joachim Best: Keramik in Hülle und Fülle. Westfälischer Anzeiger vom 11. Januar 2019. [9]

März/April 2018 - Grabung auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrhauses in Rhynern

Die Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrhauses in Rhynern bringen zwar keine Gebäudereste zum Vorschein, aber die Verfärbungen im Boden lassen auf zwei kleine Grubenhäuser, ein Wohnhaus und einen Stall schließen. Die Fundstücke lassen sich insofern datieren, dass eine Besiedlung seit dem 13. Jahrhundert in diesem Bereich anzunehmen ist.

Literatur

  • Jörg Beuning: Funstücke aus dem 13. Jahrhundert. Archäologen weisen Existenz einer kleinen Siedlung auf altem Pfarrgrundstück nach. Westfälischer Anzeiger vom 7. April 2018 [10]

Mai 2017 - Funde an der Lippestraße aus vorrömischer Eisenzeit

Ein Zwischenlager für Baustoffe im Bereich der Lippestraße an der Einmündung zur Ostenallee wurde wegen nicht eingeholter Genehmigung mit einem Baustopp belegt. Die Begehung des an der Oberfläche abgeräumten Geländes ergab erste Funde aus der vorrömischen Eisenzeit, die zwischen 800 vor Christus beginnend bis kurz vor die Zeitenwende reicht. Daraufhin wurde das Gelände als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.

Literatur

  • Torsten Haarman: Vorrömische "heiße Ecke". Funde an Lippestraße weisen auf noch ältere Besiedlung hin, als vorher bekannt. Westfälischer Anzeiger vom 4. August 2017

April 2017 - Ausgrabungen bei Gut Kump

Siedlungsreste von der römischen kaiserzeit bis ins Mittelalter wurden bei eine Grabung bei Gut Kump im April 2017 freigelegt.

Literatur

  • Eva Cichy, Günter Wiesendahl, Tanja Zerl: Latrinen und Brunnen im Überfluss - Befunde zur Besiedlung am Nordenwall in Hamm. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2018. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen. Altertumskommission für Westfalen. Langenweißbach: Beier & Beran 2018. S. 141-144

Herbst 2016 - Brunnenfund an der Antonistraße

Im Herbst 2016 wird bei Bauarbeiten zur Erweiterung des St.-Franziskus-Berufskollegs an der Antonistraße der Rest eines Brunnens gefunden, der dem 17. oder 18. Jahrhundert zuzuordnen ist. Der Ziegelsteinring des Brunnens ist 1,30 Meter im Durchmesser und liegt 3 Meter unter dem heutigen Straßenniveau. Im Brunnen wurden u.a. Austernschalen gefunden.

Literatur

  • "Austernschalen und Ziegelsteine. Archäologen finden Brunnen am Nordenwall". WA vom 01. Dezember 2016
  • Georg Eggenstein: Siedlungen der römischen Kaiserzeit und des Mittelalters bei Gut Kump in Hamm. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2018. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen. Altertumskommission für Westfalen. Langenweißbach: Beier & Beran 2018. S. 185-188

Herbst 2016 - Funde auf dem Baugrundstück des Westfälischen Anzeigers an der Königstraße

Im Herbst 2016 werden an der Königstraße Reste eines hölzernen Brunnen gefunden, die auf Grund von Scherben von den Archäologen auf das frühe 13. Jahrhundert und damit in die Anfangszeit der Stadt Hamm datiert werden. Vom Brunnen selber ist die Bodenplatte mit 75 cm Durchmesser und einige Langhölzer (Dauben) erhalten geblieben, die dendrologisch untersucht werden können.

Literatur

  • "Holz aus dem Hochmittelalter. Archäologen finden ältesten Altstadt-Brunnen". WA vom 29. November 2016

April 2016 - Funde in der Brüderstraße bei Arbeiten an Versorgungsleitungen

Im April 2016 wurden bei Ausschachtungsarbeiten auf der Südseite der Brüderstraße in Höhe der Agneskirche mittelalterliche Fundamente aus grünem Sandstein, die zu einer Begrenzungsmauer oder einen Haus gehörten. In der etwa zehn Meter langen Ausschachtung wurden zudem mittelalterliche Scherben und Knochenreste sichergestellt.

Literatur

  • "Mittelalterliche Fundamente in der Altstadt freigelegt". WA vom 26. April 2016

September - November 2014 Ausgrabungen am Inlogparc

Im Herbst 2014 fand durch die Fa. Archaeonet eine Ausgrabung im Inlogparc statt, die auf einer Fäche von 3,6 Hektar über 1000 eisenzeitliche Befunde zu Tage förderte. Dabei wurden Siedlungsreste mit ca. 50 Gebäuden freigelegt.

Literatur

  • Marth Aeissen: Wohnen im Quadrat - eine eisenzeitliche Siedlung in Hamm. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2014. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen - Altertumskommission für Westfalen. Beier & Beran: Langenweißbach 2015. S. 63-67

Mai/Juni 2014 Kanalbaubegleitung in der Franzikanerstraße in Hamm

Die Begleitgrabung brachte Mauerreste der Umfassungsmauer des Franziskanerklosters sowie Maueranschlüsse, die dem Noviziat des Kloster zugeschrieben werden, an den Tag. Daneben wurde eine hochmittelalterliche Grube sowie Schmiedeschlcken gefunden. Ein Teil einer hölzernen Wasserleitung wurde ebenfalls freigelegt.

Literatur

  • Eva Cichy, Günter Wiesendahl, Andreas Knäpper: Einblicke ins Klosterleben - Kanalbegleitung in der Franziskanerstraße in Hamm. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2014. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen - Altertumskommission für Westfalen. Beier & Beran: Langenweißbach 2015. S. 155-157

2011 Ausgrabungen am ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Kentrop

Im Jahr 2011 wurden auf Haus Kentrop an zwei Stellen eine Sondierungsgrabung vorgenommen. Nördlich der Villa Kentrop wurden dabei Überreste des gräflichen Hofes zu Kentrop aus dem Hochmittelalter (12. Jahrhundert) gefunden. Der Schnitt östlich der Villa zeigte neben den erwarteten Mauerresten der Klosterkernanlage einen in den Archivalien nicht aufgeführten Wassergraben, der z.T. mit Brandschutt verfüllt war (u.a. Dachschiefer, Gebrauchskeramik und Andachtsbilder aus Pfeifenton).

Literatur

  • Wolfram Essling-Wintzer, Cornelia Kneppe: Ein Brand im ehemaligen Kloster Kentrop in Hamm als Glücksfall für die Archäologie. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2011. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen - Altertumskommission für Westfalen. Beier & Beran: Langenweißbach 2012. S. 131-134
  • Bernd Thier, Hans-Werne Peine: Zerbrochene Heilige - Fragmente religiöser gotischer Keramikreliefs aus Haus Kentrop. In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2014. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen - Altertumskommission für Westfalen. Beier & Beran: Langenweißbach 2015. S. 161-165

2011 Borgstätte in Hamm-Heessen

Literatur

  • Eva Cichy: Neufunde auf der Flur Borgstätte in Hamm-Heessen - ein Teil der Burg Nienbrügge? In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2011. Hrsg. v. LWL-Archäologie für Westfalen - Altertumskommission für Westfalen. Beier & Beran: Langenweißbach 2012. S. 121-124

2008 Hamm-Uentrop - Funde in der Baugrube des Steinkohlekraftwerks

In der Baugrube des neuen Steinkohlekraftwerks in Hamm-Uentrop werden ein Feuersteinmesser von Neandertalern sowie Knochen von Mammuts und anderen eiszeitlichen Tieren gefunden.

Literatur

Archäologie online. Nicht groß aber alt: eine Feuersteinklinge der Neandertaler

2005 Hamm-Herringen - Isenbeck -

Wienkämper schreibt in seinem Bericht (s.u.) zusammenfassend über die Ausgrabung:

Umfangreiche Ausgrabungen auf der Niederterrasse der Lippe in Hamm-Herringen ergaben Siedlungsspuren der vorrömischen Eisenzeit, die möglicherweise schon in Hallstatt C einsetzen und in Latène D1 auslaufen. Das Fundmaterial zeigt deutliche Verbindungen zum Niederrhein, was als Ausdruck eines gemeinsamen Kulturraumes angesehen wird, von dem die Lipperegion ein Teilgebiet darstellt. Die Befunde lassen in einem Bereich eine Einzelhofsiedlung mit zweischiffigem Wohnstallhaus erkennen.

Literatur

  • Wieland Wienkämper: Ein Fundplatz mit Siedlungsspuren der älteren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit in Hamm-Herringen, Ortsteil Isenbeck, kreisfreie Stadt Hamm (Westfalen) – Vorbericht über die Ausgrabungen 2005. In: Archäologisches Korrespondenzblatt 38. Heft 1. 2008. S. 61-80

Mai 2001 bis Mai 2003 Ausgrabung im Hammer Westhafen

Auf einem Areal von 4,2 Hektar Größe wurden neben Spuren aus der vorrömischen Eisenzeit Siedlungsreste der Römischen Kaiserzeit freigelegt. Besonders beeindruckend waren jedoch die hochmittelalterlichen Funde. Erstmals konnte ein Oberhof dieser Zeit vollständig freigelegt werden. Dabei trat das Hauptgebäude mit über 35 m Länge zu Tage. Diese ungewöhnliche Größe sowie die Nebengebäude, Keller und Brunnen weisen darauf hin, das es sich um ein Ensemble handelte, dass über eine normale bäuerliche Hofstelle deutlich hinausgeht. Unter den Funden ragt ein Leuchter in Form eines Hirsches besonders heraus.

Literatur

September 1975 Begleitforschung anlässlich der Neugestaltung der Gräfte an Burg Mark

Literatur

  • Uwe Lobbedey: Zur Baugeschichte von Haus Mark. Die Ausgrabung auf der Motte im Jahre 1973. In: Herbert Zink (Hrsg.): 750 Jahre Stadt Hamm. Hamm 1976. S. 39-68

August/September 1973 Ausgrabung an der Burg Mark

Literatur

  • Uwe Lobbedey: Zur Baugeschichte von Haus Mark. Die Ausgrabung auf der Motte im Jahre 1973. In: Herbert Zink (Hrsg.): 750 Jahre Stadt Hamm. Hamm 1976. S. 39-68

Anmerkungen