Ostenwall 6 (historisch)
Die heutige Adresse Ostenwall 6 ist nicht identisch mit der Vorkriegsadresse Ostenwall 6. Unter den Nummern 1 bis 6 finden wir bis zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs eine Häuserzeile vor, die aus einer Gadumbebauung hervorgegangen ist. Das Areal dieser Häuserzeile dürfte zur großen bürgerlichen Hausstätte Oststraße 58[1] gehört haben, die auf dem Foto ganz rechts gut zu erkennen ist.
Geschichte der Hausstätte
Das ehemalige Haus Ostenwall 6 befand sich auf der alten Hausstätte Nro 312 in der Osthofe. Es bildete den Abschluss der bereits erwähnten Häuserzeile. Es grenzte rechts an das Haus Ostenwall 5. Mit dem ersten bekannten Eigentümer Johann Diedrich Harberg begegnen wir einem verwandtschaftlichen Beziehungsgeflecht zu den Hammer Familien Aecker, Asbeck, Auffmordt, Narath und Wolphardt. 1781 schenkte nämlich dessen 3. Ehefrau Anna Maria Harberg geb. Asbeck ihr gesamtes Vermögen ihren beiden Schwestern Catharina Asbeck Ehefrau Auffmordt und Clara Maria Asbeck Ehefrau Johann Aecker[2]. Von diesen beiden Schwestern erwarb Christian Brand 1787 für 151 Reichstaler das Haus. 1804 kaufte der Unteroffizier im IR 9 Adam Hölscher das Haus für 470 Reichstaler von der Witwe des Soldaten Christian Brand geb. Clara Holthaus. Von diesem erwarb 1813 Elias Marks das Haus für 1522 Francs. 1851 finden wir Jacob Loeb als Eigentümer vor, der es 1861 für 1100 Taler an den Drahtzieher Friedrich Fleischer aus Dillenburg veräußerte. Dessen Sohn Drahtzieher Louis Fleischer folgte ihm nach. Zwischen 1929 und 1942 treffen wir Paul Waegener an. Aufgrund der relativ dichten Quellenlage lässt sich auch ein Einblick in die Mietverhältnisse gewinnen. So ist der 1861 als Eigentümer ausgewiesene Friedrich Fleischer bereits seit 1848 als Mieter im Hause nachweisbar und nahm selbst auch wieder Mieter im Hause auf.
Eigentümer
- oo Clara Holthaus
- 1804/1813: Adam Hölscher, Fourier im IR 9 (1803), Unteroffizier (1804)
- 1813/1851: Elias Marks (1765-1854), Kaufmann
- (M) 1848/1857: Friedrich Fleischer, Drahtzieher
- 1851/1861: Jacob Loeb (1810-1891), Forstmeister und Rittergutsbesitzer auf Haus Caldenhof
- 1861/1877: Friedrich Fleischer (ca. 1820; 1877†) aus Dillenburg, Drahtzieher
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Anmerkungen
- ↑ Vorkriegsstand; heute befindet sich dort das Haus Oststraße 56 und 56a.
- ↑ Es handelt sich um das in der Oststraße 15 nachzuweisende Ehepaar Aecker / Asbeck.
- ↑ Vgl. 1727 (Trauregister); dort: Harberg / Buschman
- ↑ Vgl. 1729 (Trauregister); dort: Harberg / Naeraht
- ↑ Sie war ausweislich des Kirchstuhlregisters der reformierten Gemeinde eine Tochter des 1723 verstorbenen Hermann Narath. Dieser war wiederum 1711 Richtmann der Schneider. Ihre Schwester Maria Catharina Narath war seit 1725 mit Buchbinder Diedrich Johann Wolphardt verheiratet.
- ↑ Vgl. 1758 (Trauregister)
- ↑ Vgl. 1847 (Trauregister)
- ↑ vgl. 1859 (Trauregister)
Literatur
- Andreas Schulte: Häuserbuch der Stadt Hamm, unveröffentlichtes Manuskript, Nro 312.