Urkunde 1376 Juli 18

Am 18. Juli 1376 gewährt Graf Engelbert von der Mark den Bürgern von Hamm das Privileg, den Rat der Stadt Hamm selbst zu wählen. Die Wahl soll jährlich auf Cathedra Petri (22. Februar) oder 8 Tage vor- oder nachher erfolgen.
Ausfertigung
Overmann erwähnt eine Abschrift im Staatsarchiv Düsseldorf. [1]
Wortlaut
Die Urkunde hat folgenden Wortlaut: [2]
Alle lyden sy kundich, dat wy Engelbert greve ter Marck na rad unser Frönde syndt ... verscheiden von allen sacken, dey tüschen uns und unseren bürgeren tom Hamme wern opstaen byt an desen dag, dat een desse breyf wordt gegeven. Vortmer so hebben wy sey begnadigt, dat unse meynheit thom Hamme sall iahrlichs setten den raet thom Hamme op sant Peters dach als hey wordt gebracht op den stoil, oft binnen achte dage davor oder binnen achte dage darnach und darmede unbefangen, dan an der settinge des rades. Ock so hebbe wy sey begnadiget, dat sey mogen kopen und verkoepen myt münstersch geven penningen und mit anderen penningen, dey unse münte hebbet, und dey achtinge des werdes der penninge sal staen an unserm rade thom Hamme, wo dat nicht hindere an dey verbundbreven, dey wy hebbet gegefen der stadt to Dorpmunde. Und hierumme so hebbet unsere burgere thom Hamme uns vrentlicken entlehnet veyrhundert alde schilde, gutt van golde und schwar van wygte, dey sey woll hebbet bethalt in dey handt, dar wy dey hebbet ingeweyset und wanner wy, ofte unse rechte erven nicht lenger wilt günnen desse genade unseren bürgern thom Hamme, so sollen wy enn wedergeven dese alinge summen geldes vorgemelt und so sollen sey uns desen breyf weder antworden und sollen vort bliefen in all den saken, puncten und rechte, dar sey inne weren des dages, doe en dessen breyf wordt gegefen. Und deß hebbe wy laten deßen breyf besegelt mit unserem ingesiegele tho eyn tughe. Datum anno Domini MCCC septuagesimo sexto, feria sexta proxima post festum divisionis Apostolorum beatorum.
Übersetzung
Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:
Allen Leuten sei kundgetan, dass wir, Engelbert, Graf von der Mark, nach dem Rat unserer Freunde (...) geschieden sind von allen Streitigkeiten, die zwischen uns und unseren Bürgern zu Hamm entstanden waren bis zu diesem Tag, an dem dieser Brief gegeben wurde.
Weiterhin haben wir sie begnadigt (ihnen das Privileg verliehen), dass unsere Gemeinde zu Hamm jährlich den Rat zu Hamm einsetzen soll am Tag St. Peter auf dem Stuhl (22. Februar), oder innerhalb von acht Tagen davor oder innerhalb von acht Tagen danach, und damit unbeeinträchtigt, außer an der Einsetzung des Rates.
Auch haben wir sie begnadigt, dass sie kaufen und verkaufen dürfen mit Münsterschen Pfennigen und mit anderen Pfennigen, die unsere Münze haben; und die Festlegung des Wertes der Pfennige soll bei unserem Rat zu Hamm liegen, sofern dies nicht die Bündnisbriefe behindert, die wir der Stadt Dortmund gegeben haben.
Und hierfür haben unsere Bürger zu Hamm uns freundschaftlich vierhundert alte Schilde geliehen, gut von Gold und schwer von Gewicht, die sie vollständig in die Hand bezahlt haben, dorthin, wo wir sie angewiesen haben.
Und wenn wir oder unsere rechtmäßigen Erben unseren Bürgern zu Hamm diese Gnade nicht länger gönnen wollen, so sollen wir ihnen diese gesamte vorgenannte Geldsumme zurückgeben; und dann sollen sie uns diesen Brief wieder aushändigen und fortan in all den Sachen, Punkten und Rechten verbleiben, in denen sie an dem Tag waren, als ihnen dieser Brief gegeben wurde.
Und deshalb haben wir diesen Brief mit unserem Siegel besiegeln lassen zum Zeugnis. Gegeben im Jahre des Herrn 1376, am nächsten Freitag nach dem Fest der Teilung der seligen Apostel.
Anmerkungen
- ↑ Overmann 1903, S. 12
- ↑ zitiert nach Overmann 1903, S. 12