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Urkunde 1371 November 25 a

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Wappen der Grafen von der Mark

Kaiser Karl IV. gebietet am 25. November 1371 auf die Nachricht von dem Unfrieden in Westfalen hin dem Erzbischof Friedrich von Köln, den Bischöfen Florenz zu Münster, Heinrich zu Paderborn und Melchior zu Osnabrück ein Recht sowie Graf Engelbert von der Mark, wonach alle Kirchen, Kirchhöfe, Hausleute, der Pflug auf dem Felde, die Ackersleute, Pilger und Kaufleute unantastbar sein sollen. Fehde darf erst drei tage nach Aufsage erfolgen; in den Bund können auch andere mit aufgenommen werden; wer gegen das Recht verstößt, soll in des Reiches Bann geraten, ebenso wer den Verbrecher aufnimmt; die Freigrafen, sollen den Verbrecher hängen lassen, und die Freischöffen auf Einhaltung des Rechts verpflichten.

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band II, S. 2-4) zitiert: [1]

Wir Karl, von gots gnaden Romischer keiser, zu allen zeiten merer des reichs und kunig zu Beheim, bekennen und tun kunt offenlich mit diesem brieffe allen den, die yn sehen oder horen lesen, daz wir von den erwirdichen Friderich der heiligen kirchen zu Cöln ertzbischoffe und des heiligen reichs ertzkanzler in Italien, herzoge in Westpfalen und zu Enger, unser lieber neve, Florentze zu Munster, Heinrich zu Padelburn, Balthazar zu Osenburge bischoff, unser lieben fürsten und andechtigen, und vor dem edlen Engelbrechte, graven zu der Marke, unser lieben getrewen, berichtet und underweiset sint, in wie grossen unfride das land zu Westpfalen sey, also daz sich dar ubel kein man durch unfrides willen behalden und generen kan. Darumb so haben wir durch got umb woldat und ouch umb ehaffte nutz und not des vorgen. landes dem vorgen. Friderich, Florentze Heinrich, Balthazar und Engelbrecht empfolhen yn und allen iren nochkomen und des vorgen. Engelbrechts erven, grafen zu der Marke und demselben hertzogtum und lande ewilichen vor eyn recht gegeben, also daz nach datam ditz briefes alle kirchen, alle kirchhofe, alle hausleute und aller ir leib und gut darauffe sicher und fridlich wesen sullen. Vortmer, so sal die pflug mit den pferden und mit tzweien leuten, (dye den) bewarent, die weil sie den aeker pawent und ackernt, veylich und sicher seyn. Ouch sullen alle wilde pferde veylich sin. Vortmer, so sollen alle kaufleute, pylgereyn und geistliche loute in leib und gut sicher sein uff der strazzen fur unrechter gewalt. Wer aber saehe, das dheyn oder ymand anders fruntschaft oder geselschaft mit eym andern gehabt hette, und des seine ere bewaren wolte und sein feynt sein wolte, daz sol er ym kunt tun und bewaren bis uff den dritten tag beforen, ee her yn angreyffe oder schaden tue on alle argelist mit behaltnizze des reichs und der herren herlicheit und rechts. Wer oueh saehe, daz diese vorgeschrieben herren zu disem rechte ymand duchte gud und nutze sein von herren und von steten, die bey yn effte unune sey gesezzen were, die mugen sie zu yn nemen und lazzen sie das recht ouch mit luben und mit sweren in aller der masse und weise, als dieser brief inne haldet und begriffen hat. Wer aber saehe, daz ymand also ubel tette, der dis recht zubreche, die odir den sal man zu stunt mit der tat in des reichs und des landes, do das geschieht, achte, veme tun und ouch rechtloz und von allen rechten uberwunnen sein, beyd heymlichs und offenlichs, und den mag man freylich angreyffen in allen stetten und strazzen und der oder die sollen nyndert sicher und fridlich sein und dem oder den sal allermeniclich helfen die dabey ist, ob er dortzu geheischet wirdet bey des reichs oder kuniges banne. Hette der ouch lehen oder gut von heren oder von ymanden, das sal vorfallen sein den genen, von den sie daz zu lehen oder sust inne han. Were ouch sache, das den odir die ymant mit vorsatzze oder mit kuntschaft hausede, hoffede oder dheyner hande furdernuzze tette, die oder der sulen ouch in allen rechten uberwunnen sein, als der hanttedige man. Ouch so gebiten wir allen fursten, geistlichen ind werntlichen herren und allen freyen steden, grafen, die freygrafscheffte haben von uns als von dem reiche in dem vorgen. lande zu Westpfalen und allen frien schepfen, rittern, knechten und stette, wer sache, das dis recht und unser keiserliche setzzunge ymand, in welchem werden und eren wer der were, ubergriffe, das man den sal hangen, und gerichte oder vorteidingte den ymant, der oder die sullen in demselben rechte vorwunnen sein als der hanttedige man. Ouch so willen wir und gebieten allen den freyen grafen, die in dem vorgen. lande zu Westpfalen sint, das sie keine schepfen machen sulen, sie befelen yn das uff ire eyde, das sie das recht treulichen bewaren und zweren zuforen und das sie mit rechte schepfen werden mugen und dartzu gekorn sein von geburt. Wer ouch sache, das eyn herre eder eyn stat mit herkrafft uztzogen oder zu felde legen und von yn oder von den iren dit recht vorbrochen wurde on fursatz , die hanttadige sal das bynnen den nechsten viertzenachten richten und wideitun unvortzogenlich an eyde also vil, als der behalden wil , dem die schade geschehen were mit tzweyn nachgeborn, und geschehe des nicht, so sal man mit deme hanttedigen vortfaren, und her sal in allen rechten vorwunnen sein, als darvor geschrieben stet und die obengeschrieben verleyhunge und gnade sal weren bis uff unser und unser nochkomen an dem reiche Romischer keiser oder kunigen widerruffen. Mit urkunt ditz briefes vorsigelt unt unser keiserlicher majestat insigel der geben ist zu Budyssin nach Cristus geburt dreitzenhundert jare in dem eyn und sienbentzigstem jare an sante Katherine tage, unser reiche in dem sechs und tzwentzigsten und des keisertums in dem sibentzendem jare.

Übersetzung

Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Karl, von Gottes Gnaden Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs und König von Böhmen, bekennen und tun öffentlich kund mit diesem Brief allen denen, die ihn sehen oder hören lesen:

Dass wir von dem ehrwürdigen Friedrich, Erzbischof der heiligen Kirche zu Köln und Erzkanzler des Heiligen Reiches in Italien, Herzog in Westfalen und zu Engern, unserem lieben Neffen; Florenz zu Münster, Heinrich zu Paderborn, Balthasar zu Osnabrück, Bischöfe, unsere lieben Fürsten und Andächtigen; und vor dem edlen Engelbert, Graf von der Mark, unserem lieben Getreuen, berichtet und unterwiesen worden sind, in welch großem Unfrieden das Land Westfalen sei, so sehr, dass sich dort kein Mann wegen des Unfriedens halten und ernähren kann.

Darum haben wir um Gottes willen, zur Wohltat und auch wegen des rechtmäßigen Nutzens und der Not des vorgenannten Landes dem vorgenannten Friedrich, Florenz, Heinrich, Balthasar und Engelbert befohlen und ihnen und all ihren Nachkommen sowie den Erben des vorgenannten Engelbert, Grafen von der Mark, und demselben Herzogtum und Lande ewiglich als ein Recht gegeben:

Dass nach dem Datum dieses Briefes alle Kirchen, alle Kirchhöfe, alle Bauersleute (hausleute) mitsamt all ihrem Leib und Gut darauf sicher und friedlich sein sollen.

Weiterhin soll der Pflug mit den Pferden und mit zwei Leuten, die ihn bewahren, während sie den Acker bebauen und pflügen, sicher und geschützt sein. Auch alle Wildpferde sollen sicher sein.

Ebenso sollen alle Kaufleute, Pilger und Geistlichen an Leib und Gut sicher sein auf den Straßen vor unrechtem Gewalt.

Wer jedoch meint, dass jemand anderes seine Freundschaft oder Gesellschaft verlassen habe, und wer seine Ehre bewahren und dessen Feind sein will, der soll ihm das kundtun und damit warten bis zum dritten Tag zuvor, bevor er ihn angreift oder Schaden zufügt, ohne jede Arglist (unter Vorbehalt der kaiserlichen und herrschaftlichen Rechte).

Wer diesen Herren [den Ausstellern] als nützlich erscheint, ob Herren oder Städte, die bei ihnen oder um sie herum ansässig sind, die mögen sie in dieses Bündnis aufnehmen, sofern diese das Recht ebenfalls geloben und beschwören.

Wer aber so übeltut, dass er dieses Recht bricht, der oder die soll auf der Stelle durch die Tat in die Reichsacht und die Feme fallen. Er soll rechtlos sein und in allen Rechten überwunden, sowohl heimlich als auch öffentlich. Man darf ihn frei angreifen in allen Städten und auf allen Straßen; er soll nirgendwo sicher sein. Jedermann, der dabei ist, soll helfen, ihn zu fassen, wenn er dazu im Namen des Reiches oder des Königs aufgefordert wird. Hätte derjenige Lehen oder Gut von Herren, so soll dies an den Lehnsherrn zurückfallen. Wer einen solchen Täter vorsätzlich beherbergt oder unterstützt, soll genauso bestraft werden wie der Täter selbst.

Auch gebieten wir allen Fürsten, geistlichen und weltlichen Herren, allen freien Städten, Grafen, die Freigrafschaften von uns und dem Reich im Land Westfalen haben, sowie allen Freischöffen, Rittern und Knechten: Wenn jemand dieses Recht und unsere kaiserliche Satzung übertritt – wer auch immer das sei –, den soll man hängen. Wer ihn schützt oder verteidigt, soll ebenfalls wie der Täter bestraft werden.

Wir gebieten allen Freigrafen in Westfalen, dass sie keine Schöffen ernennen sollen, es sei denn, sie verpflichten sie unter Eid, das Recht treulich zu bewahren, und stellen sicher, dass sie rechtmäßige Schöffen sein können und von Geburt dazu erkoren sind.

Sollte ein Herr oder eine Stadt mit Heereskraft ausziehen und dabei dieses Recht ohne Vorsatz gebrochen werden, so soll der Täter dies innerhalb der nächsten 14 Tage richten und ohne Verzögerung wiedergutmachen.

Diese Gnade und Verleihung soll währen, bis wir oder unsere Nachfolger im Reich sie widerrufen. Urkundlich mit unserem kaiserlichen Majestätssiegel besiegelt.

Gegeben zu Bautzen, nach Christi Geburt 1371, am Tage der heiligen Katharina (25. November), im 26. Jahr unserer Regierungszeit und im 17. Jahr unseres Kaisertums.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890
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