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Urkunde 1366 Mai 3

Aus HammWiki
Kloster Kentrop, Kirche und Vorderseite eines Klosterflügels (1809)
Wappen der Familie von Volmarstein

Der Knappe Dietrich von Volmarstein bekundet am 3. Mai 1366, dass er den Freigrafen des Volekens van Lipperode, Bernd genannt der Bose, gebeten hat, auf seinem vakanten Freistuhl beim Hospital vor den Mauern und der Stadt Hamm Gericht zu halten (hegen). Vor diesem Gericht hat der Burgmann zu Mark Johann von Derne zu Gunsten des Klosters Kentrop auf den Hessinchove zu Osterwich im Kirchspiel Ahlen verzichtet und das Gut übertragen.

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutsche Sprache verfasst und wird nach Kindlinger (Band 3.2 S. 463-465) zitiert: [1]

Wy Diederich van Volmesteyne Knape enkennt und betuget oppenbare in dussen Breyve, dat wy hebben ghebeden Bernde gebeyten dey Bose, dey by der Tiid Vrygreve was Bolckens van Lippenrode, dat bey besat unsen Vryenstol van unser Vryengrascap, wante my tu der Tiit nynen Vryengreven en hadden, und hegbede eyn vryen Gherichte by dem Hospitale buten der Muren und der Stat thu dem Hamme, dar vor eme quamen Johan van Derne Borghman tu der Marke, Kunne syn elike Husvrouwe, Andreas, Johan, Beke und Greyte ere Kindere, und daden da rechte Vortuchnisse vor dem vorgemelten Vryengreven und vor unsem Vryenstule des alinghen vryen Gudes gheheyten dey Hesselinchove, belegen in unser Vryengrascap tu Osterwick by der Landwere in dem Kerspele tu Ahlen, und leyten dar up dat vorgemelte Ghut ute erre Hant und ute Hant al erer rechten Erven, in Hant der gheystlichen Juncvrouwen Vorn Margreyten van Wyttene by der Tiit Abbatissen des Closters, und in Hant des ghemeynen Conventes tu Keyginctorpe, und in Hant alle er Nakomelinghe. Dar over und an waren Diderich van Acwich, Johan van Acwich, Ghert dey Weghener, Vryen; Johan van Berstrate, Johan van Neyhem, Borghman to der Marke; Gerd van Westerwincle, Rutgher van Galen, selighen Gerdes Sone, Knapen; Hinrich van Acwich, Johannes dey Goltsmit Borger to dem Hamme, und vile guder Lude. In Betughnisse al dusser vorgemelten Rede, fo hebbe wy vorgemelt Diderich van Volmesteyne und Bernd, dusse vorgemelte Vryegreve, ume Bede willen dusser vorgemelten Partyge up beyden Siit tu samende unse Inghesighele ghehanghen an dussen Breyf. Und ich Bernt eyn Vrygreve. vorgemelt enkenne alle dusser vorg. Rede, dat dey in dusser vorg. Wyse vor my ghescheyn sint, dar ich den Vryenstol ume Bede willen Juncher Dideriches van Volmefteyne vorgemelt beseten do hadde, des ich ume Bede willen dusser vorg. Partye up beyden Siit tu Tughe myn Jnghefighel mit Inghefighele dusses vorgemelten Juncher Dideriches hebbe ghehanghen an dusse Breyf, Datum Anno Domini MCCC. sexagesimo sexto, Dominica qua cantatur cantate.

Übersetzung

Übersetzt ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Dietrich von Volmarstein, Knappe, bekennen und bezeugen öffentlich in diesem Brief: Dass wir Bernd, genannt der Böse, der zu jener Zeit Freigraf des Bolko von Lippenrode war, gebeten haben, unseren Freistuhl unserer Freigrafschaft zu besetzen, da wir zu jener Zeit keinen eigenen Freigrafen hatten.

Er hegte ein freies Gericht beim Hospital vor den Mauern und der Stadt Hamm. Dort erschienen vor ihm Johann von Derne, Burgmann zur Mark, Kunne, seine rechtmäßige Ehefrau, sowie Andreas, Johann, Beke und Grete, ihre Kinder. Sie leisteten dort vor dem vorgenannten Freigrafen und vor unserem Freistuhl recht Verzicht auf das gesamte freie Gut namens „Hesselinhove“, gelegen in unserer Freigrafschaft zu Osterwick bei der Landwehr im Kirchspiel Ahlen.

Sie ließen das vorgenannte Gut aus ihrer Hand und aus der Hand all ihrer rechtmäßigen Erben in die Hand der geistlichen Jungfrau, Frau Margarethe von Witten, der derzeitigen Äbtissin des Klosters, sowie in die Hand des gesamten Konvents zu Kentrop und in die Hand all ihrer Nachkömmlinge.

Darüber und dabei waren (als Zeugen): Dietrich von Acwich, Johann von Acwich, Gert der Wegener, Freie; Johann von Berstrate, Johann von Neheim, Burgmänner zur Mark; Gerd von Westerwinkel, Rutger von Galen, des seligen Gerds Sohn, Knappen; Heinrich von Acwich, Johannes der Goldschmied, Bürger zu Hamm, und viele weitere gute Leute.

Zum Zeugnis all dieser vorgenannten Rede haben wir, der vorgenannte Dietrich von Volmestein, und Bernd, dieser vorgenannte Freigraf, auf Bitte der vorgenannten Parteien auf beiden Seiten gemeinsam unsere Siegel an diesen Brief gehängt.

Und ich, Bernd, der vorgenannte Freigraf, erkenne all diese vorgenannten Dinge an, dass sie in dieser Weise vor mir geschehen sind, als ich den Freistuhl auf Bitte des vorgenannten Junkers Dietrich von Volmarstein besetzt hatte. Deswegen habe ich auf Bitte dieser vorgenannten Parteien beider Seiten zum Zeugnis mein Siegel zusammen mit dem Siegel des vorgenannten Junkers Dietrich an diesen Brief gehängt.

Gegeben im Jahre des Herrn 1366, am Sonntag, an dem man „Cantate“ singt.

Literatur

  • Kindlinger, Niklas: Venantius Kindlingers Minoriten Münsterische Beiträge zur Geschichte Deutschlandes hauptsächlich Westfalens. 3,2, Welche über 100 Urkunden enthält, und als eine Fortsetzung der Geschichte der ältern Justizgrafen uns in der Kürze zeiget, daß die sogenannten Fehm- und Freigerichte auch nach dem 12ten Jahrhundert bis zu ihrem gänzlichen Verfall im 16ten Jahrhundert, in allen geistlichen und weltlichen Territorien Westfalens bestanden haben. Münster 1793
  • Krumbholtz, Robert: Urkundenbuch der Familien von Volmerstein und von der Recke bis zum Jahre 1437. Münster 1917. Seite 171

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Kindlinger, Niklas: Venantius Kindlingers Minoriten Münsterische Beiträge zur Geschichte Deutschlandes hauptsächlich Westfalens. 3,2, Welche über 100 Urkunden enthält, und als eine Fortsetzung der Geschichte der ältern Justizgrafen uns in der Kürze zeiget, daß die sogenannten Fehm- und Freigerichte auch nach dem 12ten Jahrhundert bis zu ihrem gänzlichen Verfall im 16ten Jahrhundert, in allen geistlichen und weltlichen Territorien Westfalens bestanden haben. Münster 1793
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