Urkunde 1313 April 11
Ein Register der Kirchen und Beneficien der Diözese Münstermit der Abschätzung der jährlichen Einkommens aller Pfründen des Bistums datiert auf den 11. April 1313. Dabei werden auch die Pfarreien Bockum, Hövel, Heessen und Uentrop aufgeführt.
Wortlaut
Der Urkundentext ist in lateinischer Sprache verfasst und wird nach WUB Band 8 (S. 284-286) auszugsweise zitiert. [1]
In nomine Domini amen. Universis Christi fidelibus hanc publicam scripturam inspecturis nos Ludwicus, Dei gratia Monasteriensis ecclesie episcopus, notum esse cupimus in perpetuum per eandem, quod, una cum decano et capitulo, archidyaconis locorum, . . prioribus et . . prelatis nostris maturo consilio et deliberatione provida circa hoc liabitis, facta collatione adinvicem moderni temporis et antiqui, secundum quorum temporum differentiam redditus et proventus beneficiorum ecclesiasticorum per nostras civitates et dyocesim constitutorum dinoscuntur in plus et minus ac aliter et aliter se habere, receptaque olim per dictos . . decanum et capitulum a singulis locorum et ecclesiarum personis sufficienti fide de singulis et certis quantitatibus reddituum singulorum, habito nihilominus respectu ad antiquam registrationem, secundum quam, prout in instrumentis legitimis super solutione decime Gregoriane factis et coram nobis examinatis contineri vidimus, omnes redditus et proventus ecclesiastici dictarum civitatum et dyocesis nostrarum excepta Frisya fuerint decimati, ipsam antiquam registrationem presentis instrumenti munimine roborantes et innovantes ac eciam non absque multa sollicitudine communi consilio et providentia, prout infra sequitur, moderantes —- volumus et statuimus, uti. si aliquando ex urgente necessitate vel evidenti utilitate decima tertia vel quarta vel alia pars aliquota dictorum ecclesiasticorum reddituum aliquotiens fuerit prestanda, prestetur et solvatur secundum moderationem et taxationem ipsorum ecclesiasticorum reddituum et proventuum infrascriptas exnunc perpetuo valituras. In cuius testimonium per Johannem de Vorenlrolte, clericum publicum imperiali auctoritate notarium ad hoc specialiter vocatum, de hac registratione eiusque innovacione et aliis premissis mandavimus confici hoc publicum instrumentum pro vero et rationabili registro iuxta vires omnium facultatum ecclesiarum civitatum et dyocesis Monasteriensis excepta Frisia predicta sollicite et diligenter per nos taxatarum habendum in ecclesia nostra perpetuo et tenendum. Cui eciam instrumento ad maiorem firmitatem nos Ludwicus episcopus predictus sigillum nostrum duximus apponendum . Registracio vero sequitur in hunc modum:
[...]
Unttorpe VIII marcas
Doleberghe VIII marcas
Heesnen IX marcas
Hovele V marcas
Bochem VI marcas
[...]
Actum in domo decani ecclesie Ludgeri Monasteriensis anno Domini M°CCC°XIII°, indictione XI, mensis Aprilis die XI, que fuit feria quarta ante Tiburtii, hora post nonam in presentia Johannis, notarii supradicti, et testium subscriptorum videlicet: Conradi de Lone, militis, Dedolfi dicti Kanne, Bernardi de Bentlaghe, Johannis Dabeke, famulorum, Everardi dicti Hane ac Alberti de Marburgh, clericorum, ac aliorum fide dignorum ad premissa specialiter vocatorum. Et ego Johannes de Vorenholte, clericus Monasteriensis, publicus imperiali auctoritate notarius supradictus, premissis omnibus et singulis una cum prenotatis testibus interfui et de mandato reverendi patris et domini domini Ludwici Monasteriensis ecclesie episcopi predicti ea fideliter conscripsi et in hanc publicam formam redegi et meum signum consuetum apposui una cum sigillo dicti domini episcopi, quod instrumento huic est appensum.
Übersetzung
Übersetzt ins Deutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Im Namen des Herrn, Amen.
Wir, Ludwig, von Gottes Gnaden Bischof der Kirche zu Münster, wünschen, dass allen Gläubigen in Christus, die dieses öffentliche Dokument sehen, für immer durch dasselbe bekannt sei, dass wir, zusammen mit dem Dekan und dem Kapitel, den örtlichen Archidiakonen, den Prioren und unseren Prälaten, nach reiflicher Überlegung und sorgfältiger Beratung, die hierüber stattgefunden hat, und nachdem wir die heutige Zeit mit der alten verglichen haben, nach deren Unterschied die Einkünfte und Erträge der kirchlichen Pfründen in unseren Städten und unserer Diözese sich als mehr oder weniger, anders oder anders, erweisen. Und nachdem wir einst von den besagten Dekanen und dem Kapitel von den Personen der einzelnen Orte und Kirchen eine ausreichende Versicherung über die einzelnen und bestimmten Mengen der Einkünfte jedes einzelnen erhalten haben, wobei auch die alte Registrierung berücksichtigt wurde, nach der, wie wir in den rechtmäßigen Urkunden über die Zahlung des Gregorianischen Zehnten, die vor uns geprüft wurden, gesehen haben, alle kirchlichen Einkünfte und Erträge der besagten Städte und unserer Diözese, mit Ausnahme von Friesland, besteuert wurden, so bekräftigen und erneuern wir hiermit diese alte Registrierung durch die Bestärkung dieses Dokuments und modifizieren sie auch nicht ohne viel Sorgfalt mit allgemeinem Rat und Voraussicht, wie es unten folgt.
Wir wollen und bestimmen, dass, wenn jemals aus dringender Notwendigkeit oder offensichtlichem Nutzen ein Zehntel, ein Drittel oder ein Viertel oder ein anderer aliquoter Teil der besagten kirchlichen Einkünfte zu entrichten ist, dies gemäß der unten aufgeführten Moderation und Besteuerung der kirchlichen Einkünfte und Erträge geleistet und gezahlt wird, die von jetzt an auf ewig gültig sein sollen.
Zum Zeugnis dessen haben wir durch Johannes von Vorenholte, einen Kleriker und öffentlichen Notar mit kaiserlicher Autorität, der eigens dazu berufen wurde, anfertigen lassen, dass dieses öffentliche Dokument für ein wahres und vernünftiges Register gemäß den Möglichkeiten aller sorgfältig und gewissenhaft von uns besteuerten Kirchen, Städte und der Diözese Münster, mit Ausnahme des vorgenannten Friesland, ewig in unserer Kirche zu haben und zu halten ist.
An dasselbe Dokument haben wir, der vorgenannte Bischof Ludwig, zur größeren Bestätigung unser Siegel anbringen lassen. Die Registrierung folgt in dieser Weise:
...
Untrup (Unttorpe): 8 Mark
Dülberg (Doleberghe): 8 Mark
Heessen (Heesnen): 9 Mark
Hovel (Hovele): 5 Mark
Bochum (Bochem): 6 Mark ...
Geschehen im Haus des Dekans der Ludgeruskirche zu Münster im Jahre des Herrn 1313, in der elften Indiktion, am 11. Tag des Monats April, der der Mittwoch vor St. Tiburtius war, nach der Non in Anwesenheit von Johannes, dem vorgenannten Notar, und den unten aufgeführten Zeugen, nämlich:
Conrad von Lone, Ritter
Dedolfus, genannt Kanne
Bernhard von Bentlage
Johannes Dabeke
Knappen
Everhardus, genannt Hane
Albert von Marburg, Kleriker
und anderen glaubwürdigen Personen, die eigens zu dem Vorgenannten berufen wurden.
Und ich, Johannes von Vorenholte, Kleriker aus Münster, der vorgenannte öffentliche Notar mit kaiserlicher Autorität, war bei all dem Vorgenannten zusammen mit den vorgenannten Zeugen anwesend und habe es auf Befehl des ehrwürdigen Vaters und Herrn, des vorgenannten Bischofs Ludwig von Münster, getreulich niedergeschrieben und in diese öffentliche Form gebracht und mein gewohntes Zeichen angebracht, zusammen mit dem Siegel des besagten Herrn Bischofs, das an diesem Dokument angebracht ist.
Standort
Literatur
- Westfälisches Urkundenbuch. Band 8: Die Urkunden des Bistums Münster 1301-1325. Münster 1913
Anmerkungen
- ↑ Westfälisches Urkundenbuch. Band 8: Die Urkunden des Bistums Münster 1301-1325. Münster 1913