Urkunde 1300 Januar 20

König Albrecht gibt in einer am 20. Januar 1300 in Ulm ausgestellten Urkunde Graf Eberhard von der Mark mehrere Höfe als Pfand.
Regest
König Albrecht gibt dem Grafen Eberhard von der Mark wegen geleisteter Dienste, die er auf 1000 Mark schätzt, und wegen Diensten, die Graf Eberhard dem ehemaligen König Albrecht geleistet hat, und die auf 400 Mark und 3 Heller geschätzt werden, die Höfe Dortmund, Westhofen, Elmenhorst und Brakel so lange als Pfand, bis die oben genannte Summe zurückghezahlt ist. [1]
Wortlaut
Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und wird nach Lacomblet Band 2 (S. 615-616) zitiert: [2]
Nos Albertus dei gratia Romanorum rex semper augustus recognoscimus uniuersis tenore presentium deciarantes, quod nos viro spectabili Eberhardo comiti de Marca, fideli nostro dilecto, pro beniuolentia et gratis que nobis et imperio impendit obsequiis, in mille marcis pagamenti ex liberalitate regia debitores existimus, et insuper eidem ratione obsequiorum, que quondam regi Adolpho versus Myssenam exhibuit, in quadringentis marcis predicti pagamenti, tribus hallensibus estimatis vel taxatis pro denario, obligamur, pro quibus quidem mille quadringentis marcis dicto comiti curias Dortmonde, Westhouen, Elmhorst et Brakel titulo pignoris assignamus, tenendas per ipsum tamdiu, donec ipsi comiti vel suis heredibus dicta pecunia per nos vel successuros nostros in imperio Romano plenarie fuerit persoluta. Quod si dictus comes per nos aut successores nostros de predictis debitis expeditus fuerit, eedem curie ad nos et imperium libere reuertantur. In cuius rei testimonium presentes litteras sigillo maiestatis nostre signatas dedimus super eo.
Datum in Ulma, XIII. kal. Februarii, anno d. Millesimo trecentesimo, indictione XIII., regni vero nostri anno secundo.
Übersetzung
Übersetzt ins Deutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Wir, Albertus, von Gottes Gnaden Römischer König, allzeit erhaben, anerkennen und erklären hiermit, dass wir dem angesehenen Mann Eberhardus, Graf von der Mark, unserem geliebten Getreuen, aufgrund seiner Zuneigung und der Dienste, die er uns und dem Reich freiwillig erwiesen hat, in tausend Mark Zahlung aus königlicher Freigebigkeit Schuldner sind.
Zusätzlich sind wir ihm wegen der Dienste, die er dem verstorbenen König Adolphus in Richtung Meißen (Myssenam) erwies, zu vierhundert Mark der vorgenannten Zahlung verpflichtet, wobei drei Heller pro Pfennig geschätzt oder berechnet werden.
Für diese eintausendvierhundert Mark weisen wir dem besagten Grafen die Höfe Dortmund (Dortmonde), Westhofen (Westhouen), Elmenhorst (Elmhorst) und Brakel (Brakel) als Pfand zu. Er soll sie so lange behalten, bis ihm oder seinen Erben das besagte Geld von uns oder unseren Nachfolgern im Römischen Reich vollständig zurückgezahlt wurde.
Sollte der besagte Graf von uns oder unseren Nachfolgern aus den vorgenannten Schulden befreit werden, sollen dieselben Höfe frei an uns und das Reich zurückfallen.
Zum Zeugnis dessen haben wir dieses Schreiben, das mit dem Siegel unserer Majestät versehen ist, über diese Sache gegeben.
Gegeben in Ulm, am 13. Kalenden des Februar (20. Januar), im Jahre des Herrn 1300, im 13. Indiktionsjahr, im zweiten Jahr unserer Herrschaft.
Literatur
- Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden. 2, Von dem Jahr 1201 bis 1300 einschließlich. Elberfeld 1846
- Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Erste Hälfte. Dortmund 1881
Siehe auch
Anmerkungen
- ↑ vgl. Karl Rübel: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Erste Hälfte. Dortmund 1881, S. 183-184
- ↑ Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstifts Cöln, der Fürstenthümer Jülich und Berg, Geldern, Meurs, Cleve und Mark, und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden. 2, Von dem Jahr 1201 bis 1300 einschließlich. Elberfeld 1846