Theodor-Heuss-Platz 14

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Villa am Theodor-Heuss-Platz 14
PLZ 59065
Bezirk Hamm-Mitte
Straße Hausnr. Theodor-Heuss-Platz 14
Typ Wohnhaus
Gebäudetyp zweigeschossiger Putzbau
mit Mansarddach
existiert seit 1881
Denkmalliste Stadt Hamm No. 252 sei dem 11.10.1999
Theodor-Heuss-Platz-14 02.jpg

Detailausschnitt der Villa am Theodor-Heuss-Platz 14

Stand: 1. Mai 2012

Die repräsentative Villa am Theodor-Heuss-Platz 14 wurde 1881 für den Stadtbaumeister Schmidt erbaut und steht seit 1999 unter Denkmalschutz.

Baubeschreibung

Im Ursprung handelte es sich bei dem Gebäude um einen zweigeschossigen Putzbau über nahezu quadratischer Grundfläche mit hoch aus dem Erdreich ragenden Kellergeschoß (preußische Kappen auf Eisenträgern) und französischem, mit Schiefer beschlagenen Mansarddach über niedrigem und nicht ausgebautem Drempelgeschoss.

Der Bau ist in spätklassizistischer Weise mit gelbem Klinkerstein verkleidet und durch Putz streng dekoriert. Auf der rechten Seite der dreiachsigen Front wird durch aufgelegte Pilaster seitlich der Gebäudekanten ein nur flach vortretender, mit flachem Sprenggiebel vortretender Risalit ausgebildet. Die Fenster des Risalites sind durch eine starke Umrahmung aus seitlichen Pilastern und Sprenggiebel hervorgehoben. Der Zugang zum Erdgeschoss erfolgt durch eine Vortreppe an der linken Seitenfront zum Stichflur, der zum gegenläufigen und von der Rückfront aus belichteten Treppenhaus aus Holz führt. Die Traillen des Geländers sind aus Eisen. Im Winkel von Flur und Treppe befand sich früher die Küche, nach vorne und zur rechten Seite drei repräsentative Wohnräume. Diese besitzen reich dekorierte Stuckdecken und die Fensterlaibungen innen Vertäfelungen, in die hölzerne Schlagläden eingebunden sind. Im Obergeschoss waren bei gleicher Raumgliederung die schlichter gestalteten Privaträume untergebracht.

Baugeschichte

Die spätklassizistische Villa am Theodor-Heuss-Platz 14 (vormals: Friedrichplatz) wurde im Jahr 1881 für den Stadtbaumeister Wilhelm Schmidt durch das Bauunternehmen des Maurermeisters Jos. Bönninghaus errichtet. (Der wohnte in dem rechts anschließenden Gebäude Nr. 13.)

Noch vor dem Jahr 1886 erwarb die Villa der Kaufmann und Stadtrat Carl Justus Ochs. 1910 wird die hinter dem Haus stehende eingeschossige, hölzerne Veranda durch Maurermeister August Albring mit Backsteinausmauerung über massivem Untergeschoss mit einem Obergeschoss von Fachwerk versehen. 1912 stirbt Carl Ochs und seine Witwe lässt 1913 nach Plänen des Architekten E. Sprenger aus Herne eine nicht mehr erhaltene Garage rechts des Hauses anbauen. Noch bis 1925 wird das Haus von der Witwe Ochs bewohnt und durch den Sohn Heinrich Ochs in Leipzig verwaltet.

Von 1951 bis 1959 ist das Gebäude im Besitz des Textilkaufmanns August Schenk aus Dortmund. 1968 ist die Immobilienmaklerin Maria Magdalena Dechange als Eigentümerin belegt. Zu dieser Zeit ist im Haus der Nachtclub Why not? mit Hotel untergebracht. 1989 wird das Haus durch einen neuen Eigentümer erworben, der es als Bürogebäude umnutzt. Bei der damit verbundenen Modernisierung werden 1989 die bauzeitlichen, auf den Außenseiten beschnitzten Fenster durch Konstruktionen aus Kunststoff ersetzt. Das Dach wurde ausgebaut und dabei einige neue Dachfenster, sogenannte Veluxfenster eingesetzt. Im Innenbereich wurden die Türen des Erdgeschosses in den alten Öffnungen erneuert und die Böden bis auf den mit Mettlacher Fliesen ausgelegten Flur mit Teppichböden belegt. Das Große Fenster des Treppenhauses und die reich geschnitzte Haustür sind erhalten.

Mit dem Wechsel zum neuen Jahrtausend erfolgte - nach langer Zeit der Verkaufsbemühungen - auch ein weiterer Eigentümerwechsel. Das Haus wurde erneut im Rahmen der Möglichkeiten des Denkmalschutzes barrierefrei und behindertengerecht umgebaut und wird heute von einer Wohngruppe (Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz) der pro sanitate GmbH genutzt.

Baudenkmaleintrag

Die Villa ist bedeutend für die Stadt Hamm und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Sie wurde von einer für die Bauentwicklung im späten 19. Jahrhundert entscheidenden Persönlichkeit errichtet, die als Bauplatz ein Gelände auswählte, das durch die wenig später erfolgte Errichtung des Oberlandesgerichtes (heute Rathaus) zu einem der städtebaulich entscheidenden Punkte der Stadterweiterung von Hamm werden sollte. Für die Erhaltung und Nutzung liegen deshalb sowohl städtebauliche Gründe vor wie auch künstlerische, da es sich bei dem gewählten Entwurf um einen überdurchschnittlichen Bau handelt, der in seiner Gestalt sicherlich Maßstäbe für die Architektur Hamms im späten 19. Jahrhundert bildete. [1]

Bildergalerie

Aktuelle Fotos

Historische Aufnahmen

Presseartikel

Einzelnachweise

  1. Denkmalwertbegründung - zitiert nach Denkmalliste der Stadt Hamm, Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 252

Literatur

  • N.N.: Baudenkmalbeschreibung No. 252, Stadt Hamm - 65/Untere Denkmalbehörde
  • Jürgen Menke: Villa sucht noch immer Käufer, in: Westfälischer Anzeiger, Januar 2009.

Geografische Koordinaten

Koordinaten: 51° 40' 40.27" N, 7° 49' 17.99" O