Friedrich Christian von Beverförde zu Werries

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Portrait Beverfoerde Friedrich Christian.jpg

Friedrich Christian von Beverförde zu Werries (auch genannt der „tolle Werries“) (* 1702; † 31. Januar 1768 in Dolberg) war zunächst ein hoher Amtsträger und Beamter in Diensten Kurkölns und des Hochstift Münsters (Vize-Oberstallmeister [1]), ehe er nach 1733 in preußische Dienste eintrat und dort bis zum Staatsminister aufstieg.

Seine Eltern waren Bernhard Engelbert Christian von Beverförde zu Werries († 1705) und Elisabeth Anna Theodora, geborene von Neuhoff zu Wenge († 1706). Sein vollständiger Taufname lautet auf Friedrich Christian Heidenrich Dietrich. Nach dem frühen Tod der Eltern wird Friedrich Christian mit vier Jahren Vollwaise und wuchs dann auf Schloss Nordkirchen bei seinen Verwandten, der Familie seiner Großmutter Maria Ida von Plettenberg-Lenhausen auf.

Mit 18 Jahren tritt er sein Erbe an und wird Schlossherr auf Schloss Oberwerries.

Am 5. Mai 1733 duelliert sich Beverförde zu Werries mit dem Geheimrat und Komtur Johann Baptist von Roll, ein enger Vertrauter von Kurfürst Clemens August I. von Bayern. von Roll wird im Duell getötet und Beverförde zu Werries verliert alle seine Ämter in Kurköln und Münster. Darauf tritt er als geheimer Rat in preußische Dienste ein. 1743 wird er zum Staatsrat und im Jahr 1765 zum Staatsminister in Preußen ernannt.

Im Alter von 41 Jahren heiratete er am 30. September 1743 mit päpstlichen Dispens[2] Anna Angela Antoinette von Ascheberg zu Venne. Die Ehe war allerdings problematisch und bereits nach sieben Monaten wurde der gemeinsame Hausstand im Beverförde-Hof in Münster aufgelöst und die Ehepartner führten fortan getrennte Haushalte. Während die Ehefrau in Münster bleibt, lebt Friedrich Christian auf Schloss Oberwerries und widmet sich nun intensiv der Pferdezucht, für die er bereits 1735 den Marstall hatte erbauen lassen.

Im Jahr 1768 stirbt Friedrich Christian von Beverförde und wird auf eigenem Wunsch in der St. Lambertus Kirche in Dolberg beigesetzt. Wenige Tage vor seinem Tod setzt er seinen Vetter und Lebensretter Carl Friedrich von Elverfeldt als Verwalter seiner Besitztümer und seines Vermögens ein und gibt ihm auf Lebenszeit Wohnrecht auf Schloss Oberwerries. Erbe wird aber dessen Sohn Friedrich Clemens, den er zudem am 24. Januar 1768 adoptiert.

Testament und Besitztümer

Aus dem überlieferten Testament vom 24. Januar 1768[3] geht der nicht unerhebliche Grundbesitz und andere Besitztümer des von Beverförde zu Werries hervor. Der Familienzweig auf Oberwerries ist in den gut dreihundert Jahren ihrer Geschichte offenbar sehr wohlhabend geworden.

Demnach ich Endesunterschriebener meinen Adoptivsohn Friedrich Clemens von Elverfeldt, genannt von Beverfoerde, zu meinem Universalerben ausersehen habe, und will, dass derselbe von nun an in den Mitbesitz aller meiner Güter, Spruch und Forderungen zu dem Ende eingeführet werde, damit der völlige Besitz ihm nach meinem gottgefälligen Absterben verbliebe, so erteile ich hiermit meines oben gemeldeten adoptierten Sohnes Vater, Herrn Obristen Carl Friedrich von Elverfeldt, die Spezialgewalt zum Behuf dessen, den von mir soweit abgetretenen Besitz meines Wohnhofs in Münster, sodann meine Rittersitze Langen, Bynck bei Ascheberg, Horstmar, Werries, Nienburg, ferner meine Güter zu Ahlen und Teilte (Telgte), die Rittersitze Wemesloh im Holländischen, Hamswerum und Uplewerth in Ostfriesland, alle Bauernhöfe und Kotten, samt allingen dieser Güter und Zubehörungen, Spruch und Forderungen, wie selbige Namen haben und im Hochstift Münster, im Holländischen und in Ostfriesland sind, zu ergreifen oder sich tradieren und einräumen zu lassen, des Endes Notarien und Zeugen zuzuziehen und zur Verrichtung dessen, wozu ich ihn hiermit bevollmächtige, ein oder mehrere Mandatarien zu substituieren. Urkundlich habe ich diese Vollmacht selbsthändig unterschrieben und mit meinem angeborenen Petschaft besiegelt.

Geschehen auf meinem Wohnhause Werries, den 24. Januar 1768. Friedrich Christian, Frhr. v. Beverförde.

Urkunden

Literatur

  • Wenn das Mondlicht auf der Gräfte geistert..., Hamm 2012, Seite 32 bis 38
  • Weidner, Marcus: Stadthof v. Beverförde zu Werries ..., in: Landadel in Münster 1600-1700 - Stadtverfassung, Standesbehauptung und Fürstenhof, Teil 2. Band 18.2 der Reihe: Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster, Seite 736 bis 752. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster 2000, ISBN 3-402-06641-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Urkunde 1731 Februar 5
  2. vgl. hierzu die Urkunde vom 15. August 1743
  3. vgl. hierzu die Urkunde vom 24. Januar 1768