Urkunde 1376 Mai 23

Engelbert von der Mark bekundet am 23. Mai 1376, dass er den Königshof zu Dortmund mit allen Höfen und sonstigen Liegenschaften an die Stadt Dortmund verpfändet hat und gibt ihr ein Verzeichnis aller zugehörigen Güter, Pflichten und Einnahmen (Gefälle).
Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band II, S. 51-52) zitiert: [1]
Wii Engelbrecht, greve van der Marke, doin kund allen luden und bekennen openbarlike vermyddes diessen breyve, dat wii hebhet unsen guden vrunden den borghermeisteren und dem raide der stad van Dorpmunde to pande ghesat den koynincghes hoefe to Dorpmunde myt alle syme rechte thobehorynge und myt aller slaichter nut vor eyne beschedene wysse summe gheldes, as dey opene breyff elerlike ynneheldet, dey dair op gemaket und gegeven is, und rente, ghuylde, vruycht und opkome, dey van dem vorg. koynincghes hoeve und syner thobehorynghe vellet und komet, sal men betalen und geven oppe alsodane daighe und dey antworden und gheven uythe alsodane ghuyden, as wii dem borghermeisteren und raide van Dorpmunde vorg. hirna in diessen breyve bescreven ghevet. Int eirste so horet in den vorg. koynincghes hoeff neghentiin hoyve und van eir yuweliken hoyve und er thobehoryneghe diesser vorg. neghentiin hoyve ghyvet men und hetalt alle jar oppe sunte Peters daich, as hey op den stoil wort gebraicht, twe schepel rogghen, geheitcn hoeff schepel, und oppe unses heren hymelvardes daich veyr malder haveren Dortmundescher mate und viiff und twintich pennyneghe und eynen hellyncgh guder pennyneghe, as to Dorpmunde genge und geve synt, und oppe sunte Remigius daich veyr schillynege pennyneghe, alse vore ghenoymet synt. Vartmer, so horet in den vorg. koynincghes hoeff sess hoyve und van eir ytliken hoyve und er thobehoryncge van diessen vorg. sess hoven ghyvet men und betalt alle jar oppe sunte Peters daich, a hey op den stoil wort gebraicht, anderhalf schepel rogghen, geheiten hoeff schepel, und oppe unses heren hymelvards daich drey malder haveren Dorpmundescher mate und twe und twintich pennyneghe und eynen hellynegh pennyneghe, as to Dorpmunde genge und geve synt, und oppe sunte Remigius daich drey schyllynghe pennyneghe, as vore ghenoymet synt. Vart, so horet in den selven koynighes hoeff jarzedich land, dat geheyten is koynicghes hoeves land, dair men alle jar oppe unser vrowen dach to lechtmisse van ghyvet und betalt hundert malder und eyn und seventich malder und eyn half malder Dorpmundescher mate rogghen unde gerste gelike vyle. Vartmer so horet in dem vorg. koynineghe hoeff woerde und garden dair men alle jar oppe sunte Lambertes daich van ghevet und betalt drey marck seven schyllinghe und twe pennyneghe, pennyneghe (!), as to Dorpmunde genge und geve synt, eyn malder gersten Dorpmundesch mate, eyn malder haveren, geheiten eyn hoeff malder, eyn scheppel rogghen und eyn schepel sypollen und eyn punt pepers. Vartmer, so horet in den vurg. koynincghes hoeff ghuyde und jarzedich land gelegen eindeels bynnen dem gerychte van Dorpmunde und eindeels dar enbuten, uythc welichen ghuyden und lande und uythe er thobehoryncghe men ghivet und hetalt alle jar oppe sunte Mertiis daich in den wynttere aichtiin schyllynge und viiff pennyncghe guder pennyncghe, as to Dorpmundc genge und geve synt, aichte punt wasses, eyn schepel rogghen, sess malder gersten und eyn schepel gersten und twe malder haveren Dorpmundescher mate. Vartmer, so horet in den selven koynincghe hoeff veyr gave holtes in dem varste, as men dar ynne to ghevene plyget. Und wii Engelbrecht greve vorg. hebbet myt unsen truwen vrunden gheweghen und gerekent, dat ghuylde und rente, vruycht und opkoyme des vorg. koynincghe hoeves und alle syner thobehoryncghe jarlikes nycht hoer enloypet noch sich dreghet, dan uppe wert twe und neghentich marck und aichte und twintich pennyncghe gheldes, as to Dorpmunde genge und geve is. In orkunde alle diesser vorg. stucke so hebbe wii Engelbrecht greve van der Marke vorg. unse ingesighel ayn diessen breyff doyn hanghen. Anno domini MCCCLXX sexto crastino ascensionis domini.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Wir, Engelbert, Graf von der Mark, tun kund allen Leuten und bekennen öffentlich mittels dieses Briefes, dass wir unseren guten Freunden, den Bürgermeistern und dem Rat der Stadt Dortmund, den Königshof zu Dortmund mit all seinem Recht, Zubehör und mit jeglicher Art von Nutzung verpfändet haben für eine bestimmte Summe Geldes, wie es der offene Brief ehrlich beinhaltet, der darüber angefertigt und gegeben wurde.
Und Rente, Zinsen, Ertrag und Einkünfte, die von dem vorgenannten Königshof und seinem Zubehör anfallen und kommen, soll man bezahlen und an den genannten Tagen den Bürgermeistern und dem Rat von Dortmund übergeben und aushändigen aus jenen Gütern, wie wir es hiernach in diesem Brief beschrieben haben.
Erstens gehören zu dem vorgenannten Königshof neunzehn Hufen; und von jeder einzelnen Hufe und dem Zubehör dieser vorgenannten neunzehn Hufen gibt und bezahlt man jedes Jahr am Tag St. Peter auf dem Stuhl (22. Februar) zwei Scheffel Roggen, genannt 'Hof-Scheffel'. Und am Tag der Himmelfahrt unseres Herrn (bezahlt man) vier Malter Hafer Dortmunder Maßes und 25 Pfennige und einen Helling (Heller) guter Pfennige, wie sie in Dortmund gang und gäbe sind; und am Tag St. Remigius (1. Oktober) vier Schillinge Pfennige, wie sie zuvor genannt wurden.
Weiterhin gehören zu dem vorgenannten Königshof sechs Hufen; und von jeder einzelnen Hufe und dem Zubehör dieser sechs Hufen gibt und bezahlt man jedes Jahr am Tag St. Peter auf dem Stuhl anderthalb Scheffel Roggen, genannt 'Hof-Scheffel'. Und an Christi Himmelfahrt drei Malter Hafer Dortmunder Maßes und 22 Pfennige und einen Helling Pfennige, wie sie in Dortmund gang und gäbe sind; und am Tag St. Remigius drei Schillinge Pfennige, wie zuvor genannt.
Ferner gehört zu demselben Königshof jährliches Pachtland, das 'Königshof-Land' genannt wird, wofür man jedes Jahr an Mariä Lichtmess (2. Februar) 171,5 Malter Roggen und Gerste zu gleichen Teilen (Dortmunder Maßes) gibt und bezahlt.
Weiterhin gehören zum vorgenannten Königshof Hausstätten (Woerde) und Gärten, wofür man jedes Jahr am Tag St. Lambert (17. September) drei Mark, sieben Schillinge und zwei Pfennige gibt und bezahlt – Pfennige, wie sie in Dortmund gang und gäbe sind – sowie ein Malter Gerste Dortmunder Maßes, ein Malter Hafer (genannt ein Hof-Malter), einen Scheffel Roggen, einen Scheffel Zwiebeln (Sypollen) und ein Pfund Pfeffer.
Weiterhin gehören zum vorgenannten Königshof Güter und Pachtland, die teils innerhalb des Gerichtsbezirks von Dortmund und teils außerhalb liegen; aus welchen Gütern und Ländereien und deren Zubehör man jedes Jahr am Tag St. Martin im Winter (11. November) 18 Schillinge und 5 Pfennige guter Pfennige gibt und bezahlt, wie sie in Dortmund gang und gäbe sind, sowie acht Pfund Wachs, einen Scheffel Roggen, sechs Malter Gerste und einen Scheffel Gerste und zwei Malter Hafer Dortmunder Maßes.
Weiterhin gehören zu demselben Königshof vier Gaben Holz aus dem Forst, wie man sie dort zu geben pflegt.
Und wir, Graf Engelbert, haben mit unseren getreuen Freunden abgewogen und berechnet, dass sich die Zinsen und Renten, Erträge und Einkünfte des vorgenannten Königshofes und all seines Zubehörs jährlich auf nicht mehr belaufen noch belaufen als auf den Wert von 92 Mark und 28 Pfennigen Geldes, wie es in Dortmund gang und gäbe ist.
Zur Beurkundung all dieser vorgenannten Stücke haben wir, Engelbert Graf von der Mark, unser Siegel an diesen Brief hängen lassen. Im Jahre des Herrn 1376, am Tag nach der Himmelfahrt des Herrn.
Bemerkungen
Diese Urkunde steht in engem Verhältnis zur Urkunde 1376 Mai 26, in der die Stadt Hamm mit dem Grafen von der Mark die Verpfändung mit besiegelt.
Standort
Nach Rübel befindet sich die Urkunde im Stadtarchiv Dortmund. [2]
Literatur
- Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890