Zum Inhalt springen

Urkunde 1521 März 19

Aus HammWiki
Das eiserne Halsband des Lambert von Oer

Franz von Ascheberg schreibt am 19. März 1521 an das Domkapitel und den Rat zu Münster und beklagt sich über seine Entlassung aus dem bischöflichen Dienst. Diese Entlassung steht offenbar im Zusammenhang mit seinem Eintreten im Streit zwischen Lambert von Oer und Goddert von Harmen an der Seite des Letztgenannten.

Wortlaut

Die Urkunde ist in niederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. 176-177) zitiert: [1]

Id is sich gefallen, dat maendags na Laetare min gnedige, leve landtfurst und her von Munster heft to mi geschicket sin f. G. dorwarder Johan Wormell und Hinrick s. G. deiner und mi laten seggen, ick to siner f. G. solde kommen to Horstmar to hove; dann ick aldar erschenen, hebben sin f. G. to mi geschickt Johann gogreven ton Sandwelle und Johannes, siner G. deiner und mi laten seggen, sin f. G. mi nicht mochten halden und darumme mi ein gnedich orlouff gegeven und mi vort ut dem lande to minen vader geschickt, des ich doch nergen mede verschuldt in hebbe. - Wanner min hus to Ichterloe, van minen vader und moder vor dem richter des amtz to Werne gerichtligen in biwesen miner vormundes vermoge segel und breve overgeven und upgedragen, van uwer leifften ader andern solde ingenommen werden, moith ich arme knecht de porten wall apenen und ansein, welke genne sin, de mi dat mine so nemmen. So ich dan so elendigen ut siner f. G. denste und lande to minen groten hinderdeile und schaden gedrangt, mi doch velle nutsamer gewest, bi minen denste gebleven hed, dan runter to werden - De wech de geit van Kakesbecke ton Jchterloe, de volget ane twivel alle gelick wedderumme.

Übersetzung

Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Es hat sich begeben, dass am Montag nach [dem Sonntag] Laetare mein gnädiger, lieber Landesfürst und Herr von Münster seinen fürstlichen Torwächter Johan Wormell und Hinrick, Seiner Gnaden Diener, zu mir geschickt und mir sagen lassen hat, ich solle zu Seiner Fürstlichen Gnade nach Horstmar zum Hofe kommen. Als ich dann dort erschienen war, hat Seine Fürstliche Gnade Johann Gogreven zum Sandwelle und Johannes, Seiner Gnaden Diener, zu mir geschickt und mir sagen lassen, Seine Fürstliche Gnade könne mich nicht [länger im Dienst] behalten, und mir darum einen gnädigen Abschied (Entlassung) gegeben und mich fort aus dem Lande zu meinem Vater geschickt – woran ich doch in keiner Weise eine Schuld trage.

Wenn nun mein Haus zu Ichterloh, das mir von meinem Vater und meiner Mutter vor dem Richter des Amtes zu Werne gerichtlich im Beisein meiner Vormünder vermöge Siegel und Briefen übergeben und übertragen wurde, von Eurer Liebden oder anderen eingenommen werden sollte, muss ich armer Knecht die Pforten wohl öffnen und mitansehen, wer diejenigen sind, die mir das Meine so wegnehmen. Da ich nun so elend aus Seiner Fürstlichen Gnade Dienst und Land zu meinem großen Nachteil und Schaden gedrängt wurde, wäre es mir doch viel nützlicher gewesen, bei meinem Dienst geblieben zu sein, als entlassen zu werden. Der Weg, der von Kakesbeck nach Ichterloh geht, der führt ohne Zweifel ganz genauso wieder zurück.

Literatur

  • Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
  • Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142

Anmerkungen

  1. Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von HammWiki. Durch die Nutzung von HammWiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.