Urkunde 1503 Juni 8
Die Klage der Witwe Gysle van der Sunger, geborene von Gymmethe, gegen Gerd von Beverförde und Lambert von Oer datiert auf den 8. Juni 1503. Darin behauptet sie, die Bezahlung für Ihre am 19. Februar 1491 verkauften Güter nicht erhalten zu haben und bittet um Zuweisung neuer Vormünder.

Wortlaut
Die Urkunde ist in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. 160-161) auszugsweise zitiert: [1]
Richter Tydeman Wickede zu Dortmund bekundet die Klage der Wittwe Gysle van der Sunger durch ihren Fürsprecher Diderich Smyt:
wu se eine elendige personne sy und berovet der finne des gesichtes und behentlick mit bedroge dorch Lamberte van Dir und Gerde van Bevervorde sy angelanget, em etlike gude und guet er dorch versterbnisse und doet Cordz van Mechelen und der Kinder na zate der hilligen kerken sy angeervet, togestorven und angefallen, wille verkopen up gude betalinge.
Sie hat das getan auf Veranlassung ihrer Vormünder: Heynricke van der Wyck und Berndt Kerckerinck, Sohn des verstorbenen Gerd Kerckerinck, Bürgermeister zu Mnnster, hat aber feine Bezahlung erhalten und die darüber gehabten Briefe sind ihr von Lambert und Gert genommen. Sie widerruft die Vormundschaft Heydenricks van der Wyck und Berndt Kerckerind und bittet ihr Diderick Stael van Holsten und Hinrick Nyehoff van Unna zu Vormündern zu geben. Zeugen und Datierung:
Thonies van Schedingen Jurgen Koster, frigreve to Dortmunde, Rickert Rover, Helmych Bruggeman und Johan Steyner, borgere to Dortmunde. Actum et datum anno milesimo quingentesimo tercio f. quinta post pentecost.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext an der angegebenen Stelle wie folgt:
... wie sie eine elende gebrechliche Person sei und erblindet und hinterlistig mit Betrug durch Lambert van Dier und Gerd van Bevervörde belangt worden sei; (und dass sie) ihm etliche Güter und Besitztümer, die ihr durch das Verscheiden und den Tod Cords von Mechelen und der Kinder nach Satzung der heiligen Kirche angeerbt, zugestorben und zugefallen sind, gegen gute Bezahlung verkaufen will.
Die Passage zu Zeugen und Datierung lautet im Hochdeutschen wie folgt:
Thonies van Schedingen, Jürgen Koster, Freigraf zu Dortmund, Rickert Rover, Helmich Bruggeman und Johann Steiner, Bürger zu Dortmund. Verhandelt und gegeben im Jahre eintausendfünfhundertunddrei am Donnerstag nach Pfingsten
Literatur
- Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
- Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142
- ↑ Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193