Zum Inhalt springen

Urkunde 1491 Februar 19

Aus HammWiki
Das eiserne Halsband des Lambert von Oer

Am 19. Februar 1491 verkauft Gysle von Gymmethe, Witwe des Cord von Mechelen einige Güter an Gerd von Beverförde und Lambert von Oer.

Wortlaut

Die Urkunde ist in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. 160) auszugsweise zitiert: [1]

Richter Johann Byschopinck in Münster bekundet, das

de ersame vrouwe Gysle van Gymmethe, nagelaten wedewen seligen Cordz van Mechelen und seligen Lodewiges van der Sunger mit den erbaren Heydenriche van der Wyck und Bernde Kerckerinck, zeligen hern Gerdz sonne, eren gerichtlicken gekoren mombern und vormunden

verkauft an die ehrbaren Gerde von Beverforde und Lamberte von Oer die folgenden Güter:

eren olden hoff to Mechelen und den tuchthoff to Mechelen, belegen in den olden kerspel to Men, und den hoff to Kottendorpe, Johans hues to Kellinck, dat Hakenholt und den hoff to Rosendale und Germerinckhoff und Vrythoves gudt, belegen altosamen in den nien kerspel to Alen, und den hoff to Kelling und den borchoff und dat schaer belegen in den kerspel van Voerhelm und de vogedie over Potthoff, Bekeman, Narendorp und Senentorp und Wydentorp, so de semptlicke belegen sint in den kerspel van Wardeslo, so do Lubbert den Wende staet vor hundert gulden, und de vogetbede over Wydemans erve, belegen in den kerspel van Olde, und Wettendorps erve, belegen in den kerspel van Hoetmar und Weltermans erve, belegen in den kerspel van Dolberge und den smalen theinden ut Vleytmans guet, eiu scepel weites und twelf penninge ut Berndt Boemhouwers erve, twe schillinge ut Deynemans erve, ein sceppel bonen und twelf penninge, so er dat guet de hillige ferde angeervet heft na dode seligen Coerdz van Mechelen, eres sonnes, mit allen den luden, de in und to dussen vorg. erven und guden horet.

Zeugen waren:

Johann Louwerman, gogreve uppen Broichove und Goddert Bispinck, borger to Münster. Gegewen in den jaer unses heren, do men screff dusent veirhundert ein und negentich up saterdach na sunte Valentin.

Übersetzung

Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Die ehrsame Frau Gisela von Gimmerthe, hinterlassene Witwe des seligen Cord von Mechelen und des seligen Ludwig von der Sunger, mit den ehrbaren Heidenreich von der Wyck und Bernd Kerckerinck (Sohn des seligen Herrn Gerd), ihren gerichtlich gewählten Beiständen und Vormündern.

verkauft den ehrbaren Gerd von Beverförde und Lambert von Oer die folgenden Güter:

ihren alten Hof zu Mechelen und den Zuchthof zu Mechelen, gelegen im alten Kirchspiel Ahlen, und den Hof zu Kottendorf, Johanns Haus zu Kelling, das Hakenholt und den Hof zu Rosendahl und den Germeringhof und Fritthoffs Gut, allesamt gelegen im neuen Kirchspiel Ahlen, und den Hof zu Kelling und den Burghof und das Schar [Flurstück/Anteil], gelegen im Kirchspiel Vorhelm, und die Vogtei über Potthoff, Bekemann, Narendorp, Senentorp und Weidentorp, wie sie sämtlich im Kirchspiel Wadersloh gelegen sind (so wie diese Lubbert den Wende für hundert Gulden pfandweise zustehen), und die Vogteibede über Wydemans Erbe, gelegen im Kirchspiel Oelde, und Wettendorps Erbe, gelegen im Kirchspiel Hoetmar, und Weltermans Erbe, gelegen im Kirchspiel Dolberg, und den schmalen Zehnten aus Vleytmans Gut, ein Scheffel Weizen und zwölf Pfennige aus Bernd Boomhouwers Erbe, zwei Schillinge aus Deynemans Erbe, ein Scheffel Bohnen und zwölf Pfennige; so wie ihr dieser Besitz als Heiliges Pfad [Erbe der mütterlichen Linie/Frauenerbe] angeerbt ist nach dem Tode des seligen Cord von Mechelen, ihres Sohnes, mit allen den Leuten [Hörigen], die in und zu diesen vorgenannten Erben und Gütern gehören.

Die folgenden Personen waren Zeugen am dargelegten Datum:

Johann Louwerman, Gograf auf dem Brockhof, und Goddert Bispinck, Bürger zu Münster. Gegeben im Jahre unseres Herrn, als man schrieb tausendvierhunderteinundneunzig am Samstag nach Sankt Valentin

Anmerkung

Um diese Güter entsteht der Streit zwischen Lambert von Oer und Goddert von Harmen, weil diesem Verkauf später wiedersprochen wird.

Literatur

  • Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
  • Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142
  1. Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von HammWiki. Durch die Nutzung von HammWiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.