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Muntenburg

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Die Muntenburg (auch Montenburg oder Montenberg genannt) war eine Schanze in der Landwehr im heutigen Stadtbezirk Herringen. Der Name ging auf die Hofanlage Muntenberg über und trat entsprechend auch als Familienname auf. Seit 1990 ist der "Montenberg" als Bodendenkmal mit der Nummer 139 ausgewiesen.

Schanze Montenberg

Die Muntenburg war ein mittelalterliches Befestigungs- und Verteidigungswerk innerhalb der Herringer Landwehr. Die Gräben und Wälle sind noch bis auf den heutigen Tag im Gelände sichtbar.

Schon früh hat dieses „sonderbare Erdwerk“, wie Dr. Nordhoff es 1881 nannte[1], die Phantasie der Heimatforscher und Historiker angeregt, da vergleichbare Bauwerke kaum bekannt waren. Hofrat Essellen beschrieb den Montenberg 1857 als erster in seinem Buch über das römische Kastell Aliso. Er hielt die Anlage für eine römische Befestigung an der Königslandwehr, die von Herringen bis Beckinghausen bei Lünen führte, und sah sie im Zusammenhang mit der Bumannsburg in Rünthe und der Homburg in Herringen.[2] Robert Haase, Herringer Heimatforscher, und der Lehrer und Schriftsteller Wilhelm Fricke gingen sogar soweit, in allen vier Verteidigungsanlagen vorgeschichtliche Bauwerke ausmachen zu können.[3][4]

Kritik kam von anderen Historikern wie Hölzermann und Schuhhardt, die im Montenberg nichts Römisches erkennen konnten und das Bauwerk dem Mittelalter zuschrieben. Dr. Schuhhardt schrieb 1899, dass der Montenberg mit der vorbeiziehenden Landwehr organisch verbunden sei, und deutete ihn als kleines Kastell.[5] Allerdings sicher war sich niemand. Dr. Nordhoff schrieb 1881: „Das Werk weicht von einer mittelalterlichen Anlage, welcher Art sie auch sei, so sehr ab, dass man es entweder für ein früheres oder späteres Kriegserzeugnis halten möchte.“[6] Letztendlich stufte er das Bauwerk wegen fehlender Grabungen und Funde vage als mittelalterlich ein. Hölzermann hielt sich nicht lange mit dem Montenberg auf, ihm erschien höchstens die Benennung des Platzes sonderbar, „weil derselbe eher einem Sumpfe als einem Berge gleicht“.[7]

Heinrich Petzmeyer, Herringer Heimatforscher, erkannte in der Muntenburg eindeutig eine mittelalterliche Schanze, die einen Durchlass in der Landwehr an eben jener Stelle absicherte.[8] Gebaut wurde sie von den Grafen von der Mark, um das Dorf Herringen und die umliegenden Felder vor Raubrittern und anderen Gefahren zu schützen. Dass sie dieser Aufgabe nachkam, bezeugen dort gefundene Pfeilspitzen und Bleikugeln.

Ein Artikel in „Unser Westfalen“ von 1995 weist die Muntenburg als Wallburg aus, was aber jeglicher Grundlage entbehrt.[9]

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hält die Schanze Montenberg für schützenswert, da deren Wälle und Gräben gut erhalten sind, und stuft das gesamte Gebiet von Sandbochum bis zum Torksfeld als „regional bedeutsamen Kulturlandschaftsbereich“ ein.[10]

Muntenburg bedeutet so viel wie Schutzburg (munt, ahd. = Schutz). Eine tatsächliche Burg Monterberg findet sich in Kalkar, südlich von Kleve. Es war die wichtigste Residenz der Grafen von Kleve. Des weiteren findet sich ein Berg namens Münterburg bei Kachtenhausen, Kreis Lippe. Spuren einer Befestigungsanlage wurden auf dem Berg aber bisher nicht gefunden.

In Flurnamen taucht die Muntenburg bereits 1604 als alte Muntenberg auf.[11]

Hof Montenberg

Der Hof Muntenberg ist eine frühere staatliche Domäne auf der Grenze zwischen Sandbochum und Herringen. Urkundlich wird der Hof erstmals 1575 erwähnt.[12]

Als staatliche Domäne unterstand der Hof direkt dem Landesherren, also dem Grafen von der Mark, bzw in späterer Zeit dem preußischen König. Ursprünglich mit einer Gräfte umzogen, lag der Hof direkt an der Königslandwehr und sicherte den Durchlass am Hellweg am Ortseingang zu Herringen.

Der Heimatforscher Heinrich Petzmeyer vermutet, dass der Hof Muntenberg ursprünglich eins war mit dem Haus Binkhof, da die dazugehörigen Ländereien an der Gemeindegrenze ein zusammenhängendes Ganzes bildeten und beide schwache Stellen in der Landwehr absicherten.[13]

Als Besitzer sind urkundlich erwähnt[14]: 1575 Gobel op der Montenborg, 1678 Henrich Muntenberg, 1779 Henrich Diederich Montenberg, 1809 Gerhard Montenberg, 1826 Gerh. Henr. Montenberg, 1850 Gerh. Heinr. Bresser genannt Muntenberg.

Die Lage des Hofes ist auf einer digitalisierten Karte des Landesarchivs NRW nachzuverfolgen. [15]

Die Karte wurde von Wilhelm Gosebruch im Jahr 1788 erstellt.

Literatur

  • Essellen, M.F., „Das römische Kastell Aliso“, 1857
  • Hölzermann, L., Lokaluntersuchungen - die Kriege der Römer und Franken“, 1878
  • Dr. Nordhoff, „Kunst und Geschichtsdenkmäler der Kreises Hamm“, 1881
  • Fricke, Wilhelm, „Das Mittelalterliche Westfalen“, 1889
  • Dr. Schuhhardt, in „Mitteilungen der Altertums-Kommission für Westfalen, Band 1“, 1899
  • Haase, Robert, „Lebenswerk“
  • Petzmeyer, Heinrich, „Geschichte der früheren Gemeinde Herringen“, 1964, veröffentlicht 2003
  • Wilke, Reinald: Humburg und Muntenburg am Lippeufer. Wallburgen aus dem frühen Mittelalter in Hamm-Herringen - Zuflucht für Menschen und Vieh. In: Unser Westfalen. Jahrbuch 1995
  • LWL, Regionalplan Ruhr, 2014 https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/253992

Anmerkungen

  1. Dr. J.B. Nordhoff, „Kunst und Geschichtsdenkmäler der Kreises Hamm“, 1881
  2. Hofrat M.F.Essellen, „Das römische Kastell Aliso“, 1857
  3. Robert Haase, „Lebenswerk“,
  4. Wilhelm Fricke, „Das Mittelalterliche Westfalen“, 1889
  5. Dr. Schuhhardt, in „Mitteilungen der Altertums-Kommission für Westfalen, Band 1“, 1899
  6. Dr. J.B. Nordhoff, „Kunst und Geschichtsdenkmäler der Kreises Hamm“, 1881
  7. L. Hölzermann, „Lokaluntersuchungen - die Kriege der Römer und Franken“, 1878
  8. Heinrich Petzmeyer, „Geschichte der früheren Gemeinde Herringen“, 1964, veröffentlicht 2003
  9. Reinald Wilke, in „Unser Westfalen“, 1995
  10. LWL, Regionalplan Ruhr, 2014 https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/253992
  11. Heinrich Petzmeyer, „Geschichte der früheren Gemeinde Herringen“, 1964, veröffentlicht 2003
  12. Heinrich Petzmeyer, „Geschichte der früheren Gemeinde Herringen“, 1964, veröffentlicht 2003
  13. Heinrich Petzmeyer, „Geschichte der früheren Gemeinde Herringen“, 1964, veröffentlicht 2003
  14. Heinrich Petzmeyer, „Geschichte der früheren Gemeinde Herringen“, 1964, veröffentlicht 2003
  15. vgl. Karte mit der Hofstelle Montenberg
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