Kolonie Maximilian

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Kolonie Maximilian
Stadtbezirk Uentrop
Straßen Alter Uentroper Weg, Pelzerstraße, Fritz-Erler-Straße, Schäferstraße, Braamer Straße
Baujahr 1911-1914
Bauherr Eisenwerksgesellschaft Maximilian
Anzahl der Wohnungen ca. 575 (Stand: 1989)
Bewohner 1668 (Stand: 1989)
Quelle Arbeitersiedlungen in Hamm

Die Kolonie Maximilian ist eine Bergarbeitersiedlung im Stadtbezirk Uentrop.

Geschichte

Blick auf die Siedlung aus Westliche Richtung im Jahr 1914
Die alte Polizeiwache in Werries im Jahr 1960
Polizeiwachtmeister Gustav Jouchede
Die alte Wache mit Schlauchturm

Durch die eintretende Industrialisierung, vor allem durch den Bau der Kohlezechen im hiesigen Bereich, entstanden viele Arbeitsplätze, die einen erheblichen Arbeiterzuzug zur Folge hatten. Dies machte den Bau von Wohnungen dringend erforderlich. Mit dem Ausbau der Zeche Maximilian, wurde nun gleichzeitig der Bau einer Zechensiedlung erforderlich. Also stellte die Zeche den Antrag zur Genehmigung der Errichtung einer Siedlung in der Gemeinde Werries. Diese Genehmigung wurde am 28. Mai 1907 vom Kreisausschuß in Hamm erteilt und zwar auf Grund des § 13 des Ansiedlungsgesetzes vom 10. August 1904. Die Genehmigung zum Bau der Zechensiedlung war allerdings mit Bedingungen verbunden. Zu diesen Bedingungen zählte u.a. die kostenlose Bereitstellung einer Wohnung mit Arrestlokal für einen, in der Kolonie zu stationierenden Polizeibeamten. Außerdem war ein Jahreszuschuß von 1000 RM zu den Dienstbezügen des Beamten an die Amtskasse Rhynern abzuführen. Die Dienstwohnung mit dem Arrestlokal wurde in der Gemeinde Werries, Alter Uentroper Weg 19 (später Nr. 132, heute Nr. 210) errichtet. Während des 2. Weltkrieges war dort der Polizeimeister Preuß wohnhaft und versah auch dort seinen Dienst. Nach seiner Pensionierung wurde die Polizeidienstwohnung von den Polizeieinzelposten Polizeiwachtmeister Heinrich Abeln (Erdgeschoß) und Polizeiwachtmeister Paul Splettstößer (Dachgeschoß) bewohnt, wobei der Wohnungsübergang sehr problematisch war und 3 Jahre dauerte. Die herrschende Wohnungsnot war Grund dafür. Nach der Pensionierung der beiden Beamten wurde die Wohnung an den Polizeiobermeister Keggenhoff vergeben. Ab den 31. März 1969 wurde die Polizeistation Maximilian, Verwaltungsgebäude bezogen und die alte Wache geschlossen.

Mit den Fortschreiten der Arbeiten auf der Zeche Maximilian und der langsam ansteigenden Kohleförderung wurden immer mehr Kumpel gebraucht. Waren es bis 1907 etwa 50 Bergleute, so stieg die Zahl bis zum Ende der Förderung im Jahr 1914 auf mehr als 3.100. Es waren meistens Bergleute aus Osteuropa, Ungarn und Deutschland. Um diese langfristig zu halten, wurde zeitgleich zur Kohleförderung der Wunsch an den Betreiber herangetragen, sie in der Nähe der Zeche anzusiedeln. Im Jahr 1909 lag der Entwurf einer Siedlung den Betreibern vor. Dieser wurde nach eingehender Prüfung so genehmigt. Es gab im Nord-Osten der Zeche ein Gebiet in Werries, das gross genug war, um dort eine Siedlung zu errichten.

Es war eine Siedlung, die nach einen englischen Architektenentwurf verwirklicht wurde. Das Gebiet Kibitzheide lag im Ort Werries und war zum Teil mit Sümpfen durchzogen. Nach der Genehmigung der Stadt Hamm konnte dieser Plan zur Errichtung einer Zechensiedlung umgesetzt werden.

Im Frühjahr des Jahres 1911 wurde im ersten Bauabschnitt der Grundstein für die ersten drei Häuser gelegt. Im Frühjahr 1913 war es soweit. Die ersten Kumpel konnten in die fertigen Häuser einziehen. Bis 1914 entstanden so 208 Häuser mit 616 Wohnungen. Die ersten Häuser nannte man scherzhaft D-Zug auf Grund ihrer Länge. Diese hatten acht Eingänge und zumeist eineinhalb Stockwerke. Zu jeden Eingang gab es zwei Wohnungen mit zwei Zimmer. Was diese Siedlung bis heute so liebenswert macht, ist die individuelle Gestaltung der Dächer und der Häuser. Wie die Häuser waren auch die dazu gehörigen Gärten. Viele dieser Häuser hatten auf der Rückseite auch Ställe. Da der Verdienst nicht grade hoch war, hielt man neben Hühnern, Enten, Stallhasen und sogar Schweine. So war es mancher Familie möglich, wenigstens einmal in der Woche Fleisch auf den Tisch zu bringen.

Es gab einige weitere Auflagen der Stadt Hamm, die beim Bau der Siedlung berücksichtigt werden mussten. Beispielsweise musste die Gesellschaft an den Straßeneinmündungen Straßenlampen installieren. Nach der Schließung der Zeche im Jahr 1914 zogen ein Teil der Bergleute weg.