Horten

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Horten Fassade
Horten Logo auf einer Einkaufstasche
Demontage der Horten-Kacheln

Das Gebäude der Horten AG befand sich von 1970 bis 2007 am Hauptbahnhof der Stadt Hamm. Das Gebäude wurde bis Anfang 2008 abgerissen. Die Arbeiten hatten sich verzögert, weil in den 70er-Jahren das Fundament des Horten-Baus direkt an die umstehenden Häuser gegossen wurde, sodass eine aufwändige Abtragung von Nöten war.

Geschichte des Gebäudes

Der Neubau der Horten AG mit seinen charakteristischen Horten-Waben und der Tiefgarage war ein typischer Bau der 70er Jahre. Das Gebäude wurde am 1. Oktober 1970 unter Anwesenheit des Firmengründers Helmut Horten eröffnet und beinhaltete neben dem Vollsortiment (Autozubehör, Lebensmittel, Möbel, Spielwaren,...) auch ein Café-Restaurant, sowie anfangs auch das Grillrestaurant Kupferspiess und die Boutiquen Miss H und Der Herrenausstatter.

Von 1970 bis 2002 nutzte Horten das Gebäude selbst, bis es im Zuge der Übernahme der Horten AG durch die Kaufhof AG, auf Grund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Kaufhof Hamm, geschlossen wurde. Ab 2002 nutzte die Firma Yimpas das Gebäude als Mieter, bis auch die Filiale der Yimpas im Jahr 2005 geschlossen wurde. Danach wurde es noch einige Zeit als 1-Euro-Shop genutzt. Auch der Verein Pro-Lippesse betrieb in dem kleinen Außenflügel gegenüber der Businsel bis 2006 ein Büro.

2006 gab die Stadt Hamm den Abriss und die Neubebauung für ein Kultur-und Bildungszentrum bekannt. Am 28. April 2007 öffnete das Gebäude für die Hammer Bürger zur letzten großen Besichtigung. So gab es neben einem Bücherbasar und Trödelmarkt auch die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen oder eine von 300 Horten-Kacheln zu je 24,50€ zu erstehen.

Nachnutzung

Die Stadt kaufte das Horten Gebäude und die ehemalige Kaufhalle für 4,2 Millionen Euro. An Stelle des ehemaligen Horten-Gebäudes sollte ein Neubau für die private Fachhochschule für Logistik und Wirtschaft, die Zentralbibliothek und die Volkshochschule entstehen.

Abriss 2007

Während des Abrisses, der ursprünglich von Juli bis Dezember 2007 dauern sollte, war die Baustelle von einem Zaun umgeben. Er war 310 Meter lang, zwei Meter hoch und aus blankem Holz. Im August 2007 verwandelte er sich in ein Gesamt-Kunstwerk mit Aussichtsturm, Bullaugen, Bildern und historischen Motiven vom Bahnhofsvorplatz, welches die Baustelle verschönern sollte. Der Abriss des Gebäudes endete, entgegen der Planungen, erst Anfang 2008. Vom Abriss war die Tiefgarage nicht betroffen, da sie inzwischen für das Heinrich-von-Kleist-Forum - nach Sanierung - weitergenutzt wird.

Mit dem 26. Februar 2010 wurde der Neubau, das Heinrich-von-Kleist-Forum, feierlich eröffnet.

Nachnutzung des Horten-Geländes

Der Bereich des jetzigen Horten-Geländes wird sich nach Umsetzung des Entwurfs völlig neu darstellen. Von den bislang 18.000 Quadratmetern werden lediglich 10.000 Quadratmeter bebaut. Für die übrigen 8.000 Quadratmeter gibt es verschiedene Ideen: Sie sehen unter anderem eine parkähnliche Fläche vor, die vom Sieger-Architektenbüro gestaltet werden soll. Denkbar ist aber auch der Bau eines Hotels. Der Entwurf soll bis 2009 umgesetzt werden: Bereits unmittelbar nach der Jury-Entscheidung ist mit den ersten Arbeiten für den Neubau begonnen worden. Das Horten-Gebäude soll Mitte Juli abgerissen werden.

Unter 27 Vorschlägen für das neue Wissenschafts- und Bildungszentrum am Standort des heutigen Horten-Gebäudes setzte sich der Entwurf des Architekten-Büros „ap plan mory osterwalder vielmo“ aus Stuttgart durch – und das mit einstimmigem Votum der Jury.

Der Entwurf heile auf vorbildliche Weise die städtebauliche Wunde. Auf 10.000 Quadratmetern wird ein modernes Gebäude entstehen, in dem die Logistik-Fachhochschule, die Stadtbücherei und die Volkshochschule einen neuen Standort finden. Darüber hinaus soll eine Gastronomie mit Blick auf den Willy-Brandt-Platz in das Gebäude integriert werden.

Der Entwurf des Architekten-Büros sieht eine Fassade aus Putz und Naturstein vor. Eine Vielzahl von kleinen Fenstern soll viel Licht in die Räume bringen. Für alle Einrichtungen gibt es einen großen gemeinsamen Raum, der als Veranstaltungsort genutzt werden kann. Darüber hinaus verfügen Fachhochschule, Stadtbücherei und Volkshochschule jeweils über eigene Eingänge. „Dieser Entwurf hat sich vor allem deshalb durchgesetzt, weil er schön ist und darüber hinaus unseren Vorstellungen von Preis und Funktionalität entspricht“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann zum Jury-Urteil. Der neue Bau gegenüber dem Bahnhof wird 19 Millionen Euro kosten. Zur Finanzierung braucht die Stadt keine Schulden aufzunehmen: zum einen durch den Verkauf des jetzigen VHS-Gebäudes an die Volksbank Hamm. Zum anderen durch Landesmittel in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro.


"Eier-Kachel" der Horten-Fassade

Gestaltet wurde das Fassadenelement vom Architekten Egon Eiermann und stellt ein stilisiertes "H" für HORTEN dar. Die Kachel war in ihrer ersten Version, die für den Bau des Kaufhauses in Heidelberg verwendet wurde, ein "X" in einem Quadrat und aus Beton. Endgültig wurde daraus ein "H" aus Aluminium und verkleidete die Fassaden aller übrigen HORTEN-Kaufhäuser. Eine Kachel ist etwa 50 mal 50 Zentimeter groß, 15 bis 20 Zentimeter tief und wiegt fast fünf Kilogramm. Momentan wird jede einzelne vom "Staub der Zeit" befreit – 37 Jahre sind seit der Eröffnung des Kaufhauses in Hamm am 1. Oktober 1970 eben eine lange Zeit. Die übrigen der insgesamt etwa 7.000 Fassadenelemente werden mit dem Abriss des HORTEN-Gebäudes entsorgt. Als bleibendes Erinnerungsstück werden die Hortenkacheln zu einem Stückpreis von 24,50 Euro angeboten. Darauf steht, woher die Kachel stammt und welche Nummer der limitierten Auflage sie hat, z. B.: "Horten-Gebäude, Hamm - 1970 bis 2007 - 222/300". 550 der ehemaligen Horten-Kacheln aus Hamm werden für die Außenfassade einer Bücherei in Magdeburg verwendet, die damit im Jahr 2009 bestückt wird.

Fotos

  • Zu diesem Artikel gibt es zusätzlich eine Fotoseite.