Meilenstein

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Südstraße 12
Meilenstein
PLZ 59065
Bezirk Hamm-Mitte
Stadtteil Mitte
Straße Hausnr. Südstraße 12
Typ barockes Bürgerhaus
Gebäudetyp öffentliches Gebäude
existiert seit nach 1741
Denkmalliste Stadt Hamm No. 261 seit dem 24. November 2003

Stand: 2. September 2014

Der Meilenstein auf der Südstraße 12 bildet das nördliche Eckhaus eines Bauensembles, das nach dem Stadtbrand von 1741 errichtet wurde. Mit Wirkung vom November 2003 wurde das Gebäude in die Denkmalliste eingetragen. Seit Fertigstellung des Medicum unterhält die Eis Oase im Erdgeschoss eine Zweigstelle mit dem Schwerpunkt Kaffeehaus.

Geschichte

Die Hausstätte Südstraße 12 (alt: Nro 550) hatte einen jährlichen Kanon von einem Reichstaler und 40 Stübern an die reformierte Pfarrkirche zu entrichten. Sie befand sich seit dem späten 17. Jahrhundert im Besitz der Familie Asbeck. So finden wir 1693 den Hammer Kämmerer Hermann Asbeck († 1700), 1715 aber dessen Sohn Johann Asbeck als Besitzer vor. Dessen Sohn wiederum - der Bäcker und Brauer Stephan Albert Asbeck (1695-1759) - ist bereits 1734 - also vor dem Stadtbrand von 1741 - auf der Hausstelle nachweisbar. Dieser errichtete das gegenwärtige Haus 1741, bezog aber für den Neubau auch die benachbarte Hausstätte des Holzschuhmachers Stephan Rüter mit ein. Sein Sohn Peter Asbeck († 1789) bewohnte es 1769.[1] Noch im selben Jahr erwarb der damalige Stadtzimmermeister und spätere Hammer Stadtkämmerer Johann Kartenberg († 1792) das Haus. Der Kriegs- und Domänenrat Friedrich August Hincke († 1792) ist seit 1777 als Eigentümer nachweisbar, 1802 und 1805 dessen Witwe Friederike Eleonore geb. Lindholz(er). 1856 wurde das Haus umgebaut. Carl Kowats betrieb zu dieser Zeit eine "bayerische Bier- und Weinwirthschaft" unter dem Namen Börsenhalle. Als er diese aufgrund der Krankheit seiner Frau 1857 aufgeben musste, erwarb Gastwirt Friedrich Wrege, der gebürtig aus Königsberg stammte, das Haus und führte die Börsenhalle fort. Die Gaststätte war zu dieser Zeit auch mehrfach Wahllokal, so beispielsweise 1867 bei den Wahlen für den Reichstag des Norddeutschen Bundes[2], bei den Wahl von Repräsentanten für die evangelische Schulgemeinde Hamm 1878 oder bei der Reichstagswahl vom 30. Juli 1878. 1877 begegnet uns als Mieter Kanzlei-Rath Friedrich Paltzow, der von 1853 bis 1858 Mitglied des Gemeinderats war. Ab 1884 war Tobias Schnedlage, der im gleichen Jahr Wilhelmine Caroline Elisabeth Juckenack heiratete,[3] mit einer Eisenwarenhandlung im Hause ansässig, die noch in den 1950er Jahren bestand.[4]

Baudenkmaleintrag

Das Haus Südstraße 12 ist bedeutend für die Stadt Hamm und die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse. Für die Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche und volkskundliche Gründe vor. Dass sich die unterschiedlichen Bauteile heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt zeigen, sondern im Laufe ihrer Geschichte in Gestaltung und Gliederung geänderten Bedürfnissen und Funktionen angepasst wurden, spricht nicht gegen die Gewichtung ihrer historischen Aussage, sondern ist Teil ihrer Geschichte, wobei es sich zudem um charakteristische und zeittypische Umgestaltungen handelt, denen daher auch eine eigene Zeugniskraft zukommt.
Aufgrund der starken Entwicklung der Stadt Hamm seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der flächenhaften Zerstörung der Altstadt im Laufe des Zweiten Weltkriegs und der Stadtplanung in den letzten Jahrzehnten ist die Altstadt von Hamm heute weitgehend von ihrer vorindustriellen Bebauung und Struktur befreit. Nur an wenigen Stellen haben sich noch Einzelbauten, noch seltener Baugruppen aus der Zeit vor 1880 erhalten, die noch Zeugnis von der langen Geschichte der Stadt ablegen können. Daher kommt den in ihrer Substanz weitgehend erhaltenen Bauten dieser Zeitschichten eine hohe Zeugniskraft für die Stadt Hamm zu. [5]

Fotogalerie

Literatur

  • Schulte 2008, S. 82 (Katalog Nr. 4).
  • N.N.: Baudenkmalbeschreibung No. 261, Stadt Hamm - 65/Untere Denkmalbehörde

Geografische Koordinaten

Koordinaten: 51° 40' 46.7" N, 7° 49' 9.7" O

Einzelnachweise

  1. Dessen älterer Bruder war der Hammer Justizbürgermeister Johann Henrich Asbeck.
  2. Vgl. WA vom 06.02.1867.
  3. H. L. Adolf Juckenack: Chronik der Familie Juckenack, Hamm 1896, S. 56. Im November 1884 weist er unter anderem empfehlend auf Ofenrohre, Ofenschirme, Kohlenbecken und Schirmständer hin; WA vom 22.11.1884 (Tobias Schnedlage, Südstraße, früher Börsenhalle).
  4. Hamm im Jahre 1950. Eine Chronik in Bild und Werbung, Hamm [1950], S. 19.
  5. Denkmalwertbegründung - zitiert nach Denkmalliste der Stadt Hamm, Bestandsverzeichnis lfd. Nummer 261