Zum Inhalt springen

Max Jucho

Aus HammWiki

Max Jucho (1880-1933) war ein Dortmunder Unternehmer und Dichter, der zeitweise in Hamm lebte und arbeitete. Bekannt wurde er für seine Gedichte über Schloss Oberwerries und seinen historischen Beitrag in der Festschrift 700 Jahre Stadt Hamm. Sein Grab befindet sich auf dem Ostenfriedhof in Dortmund.

Leben

Dr. phil. Max Jucho (vollständig Friedrich Ludwig Max Jucho) wurde am 3. August 1880 in Dortmund geboren. Er war ein Nachkomme des Stahlbau-Pioniers Caspar Heinrich Jucho und führte nach dessen Tod 1906 mit seinem Bruder Heinrich das Unternehmen weiter.
Als eine Vergrößerung des Firmensitzes in Dortmund nicht umsetzbar war, verlegte man einen Teil der Produktion in den Hammer Westen, auf das Gelände der ehemaligen Kesselfabrik Vorsterhausen. Mit dem neuen Werk kam auch Max Jucho nach Hamm.
Jucho war aber nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Wandersmann mit einem Auge für Geschichte. So verfasste er mehrere geschichtliche Aufsätze über seine neue Wahlheimat, die gebündelt in der Festschrift 700 Jahre Stadt Hamm erschienen, und mancherlei Gedichte, die ebenfalls in einer Sammlung veröffentlicht wurden.

Gedichte

Zu seinen bekanntesten Werken gehören Schloss Oberwerries und Verfall. Beide Texte befassen sich mit der damaligen Ruine Oberwerries, die erst zwanzig Jahre nach seinem Tod wieder aufgebaut wurde.

Schloss Oberwerries

Nah an dem Lippe-Flusse, da steht ein altes Schloss,
einst hallte es im Hofe von kriegerischem Tross.
Es zeugen seine Hallen von hohem Glanz und Pracht,
nun ist es still geworden, als wie in dunkler Nacht.

Der Sturm heult durch die Fenster, die Eule fand ihr Nest
in jenen öden Sälen, die sahen manches Fest.
Einst bargst du Glück und Leben in deinen Mauern weit,
Vergessen und verfallen, das ist ein schlimmes Leid.

Nicht bist du so zermürbet und einem blutgen Krieg,
der Elemente Hassen ward mühelos der Sieg.
Hast du getrotzt den Menschen, voll Ränken und voll List,
es ist der Wurm und Moder, der ständig an dir frisst.

Du morsches Schloss am Wasser, nah an des Flusses Rand,
hast einst mit deinen Wehren getrotzt dem ganzen Land.
Noch ragen deine Mauern so kühn, so hoch und groß:
Du wirst in Schönheit sterben, das ist dein stolzes Los.


Verfall

Graue Weiden stehn am Weiher,
der das morsche Schloss umspült.
sind gar schaurig anzuschauen,
wenn der Sturm die Nächte kühlt.

Einstens pulste sorglos Treiben
in den Sälen, hoch und weit,
doch seitdem das Schloss verlassen,
herrscht der Moder weit und breit.

Eulen nisten in den Mauern,
Fenster knarren in dem Wind,
mahnend, dass die Macht der Fürsten,
dass auch wir vergänglich sind.

Aus den Wipfeln hör ich klingen
schaurig eine Melodie,
dass ich aus dem Nebelschleier
eilig fort nach Hause flieh.

Sein Gedichtband Meine Saat kann im Stadtarchiv Hamm eingesehen werden.

Werke

  • Meine Saat. Gedichte von Max Jucho. Berlin 1922
  • Alte Hammer Bauten. In: 700 Jahre Stadt Hamm, hrsg. vom Magistrat der Stadt Hamm. Hamm 1927
  • Die Juchos. Familiengeschichtliche Beiträge. Selbstverlag, Dortmund o. J. (1932).

Quellen

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von HammWiki. Durch die Nutzung von HammWiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.