Benutzer:Kronenburg
Strassenbahn Hamm
== 'Strassenbahn Hamm =='
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S t r a s s e n b a h n H a m m
Der Wagenpark
Übersicht der Ausbaustufen
20. Oktober 1898 Beginn des Fahrbetriebs
Nummern-Zuteilungsplan
Nr. 1 bis 49 Triebwagen (Motorwagen)
50 59 Werkstattwagen, Arbeitswagen usw. genannt werden: 1 Schienenschleifwagen, 3 Montagewagen, 1 Sprengwagen, 2 ...für Pferdegspann *1) für diese könnten die Nummern
50 51 52 53 54 55 56 zugeteilt worden sein Ich glaube, mich an die Nummern 52 + 54 zu erinnern (gesehen in den 40er Jahren).
Anhänger ab Nr. 60
60 61 62 63 64 65 66 erste Serie, "offene" Wagen (unterschiedliche Bautypen ?)
67 68 69 70 71 72 moderne Serie 6 Wagen in Betrieb: ab 1914
73 74 75 Neuanschaffung einer Serie von 3 Anhängern, (Sommer 1942)
- 1) Stand 1920, lt. Stakemeyer: Heimatbuch von 1922
Ausbaustufe A
Nr. 1 bis 16 die erste Serie der 'Elektrische'
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 = 12 Wagen
sowie Nr. 13 14 15 16 (3 Wagen)
17 bis 28 Wagengruppe: 2. Serie
17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 = 12 Wagen ("Bockumer Modell")
Ausbaustufe B a) 19xx : Inbetriebnahme eines modernen Wagentyps Die Wagen erhalten die Nummern entsprechend der laufenden Zahlenfolge:
29 30 31 a) 3 Wagen
Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 moderner Wagentyp, weitere Ergänzung des Wagenparks mit b) 12 Wagen
19xx : Neuanschaffung einer Serie moderner Triebwagen: die uralten Wagen (1-12) werden außer Dienst gestellt. Besonderheit: Die Wagennummern werden überschrieben = "1 bis 12" und beginnen wieder ab 1. (d.h. die neuen Wagen erhalten nicht die laufende Zahlenfolge, das wäre 32 - 43)
Ausbaustufe C
Der Wagenpark wird weiter modernisiert: 4 'Polsterwagen', d.s. Wagen des modernen Bautyps, die mit gepolsterten Ledersitzen ausgestattet sind, ergänzen den Bestand.
Nr. 32 33 34 der laufenden Zahlenfolge (fahren ab ....19xx ?)
und Nr. 16 *2) (fährt ab .....19xx ?)
- 2) Die Zuteilung der Nr. 16 erfolgt außer der Reihe:
Die normale Nummernfolge für den als Polsterwagen fahrenden Triebwagen müßte eigentlich 35 heißen (bzw. 32 + 33,34,35)
Stattdessen wird der vierte (bzw. zeitlich gesehen, der erste Polsterwagen ?) vor die Serie der "Bockumer" ( = Nr. 17-28) eingereiht.
Vermutung: Entsprechend dem Nummern-Zuteilungsplan sind in der Frühzeit die Motorwagen Nr. 1 bis 16 gefahren. Der Bestand wurde nach und nach vergrößert. So kann es sein, daß der Fahrbetrieb zunächst mit 6 Wagen begann, weitere wurden nach und nach, bedingt durch den Ausbau des Streckennetzes erforderlich. Wahrscheinlich waren bis zu 16 Triebwagen im Einsatz, als die Serie der 12 Wagen (Nr. 17-28) den Wagenpark vergrößerte und die bisherigen alten Wagen außer Betrieb gestellt wurden. Das kann die Zuteilung der Nummer 16 für den Polsterwagen erklären: Diese Nummer wurde ebenso wie die 1-12 überschrieben: Die 16 wird platziert vor die Wagengruppe 17-28, während für die Wagen 13 14 15 keine Erkenntnisse vorliegen. Möglicherweise sind sie frühzeitig ausgemustert oder, was ich noch eher vermute: es gab diese Wagen gar nicht (nur theoretisch geplant) Meine Annahme wird gestützt durch eine Angabe bei *1): " 1910 gab es 13 Motorwagen ": das stimmt überein mit der Zahlenfolge 1 bis 12 + 16 und bestätigt die 13 14 15 als nicht existent.
Auf jeden Fall bestehen die Nummern 35 - 49 nur auf dem Papier, in dem Zuteilungsplan. Es sind offensichtlich exclusiv Wagennummern zwischen 1 und 34 gefahren und gesehen worden. Unter Berücksichtigung der "Überschreibung" können im Höchstfall seit 1898 47 Motorwagen gefahren sein. Wenn es stimmt, daß es die Wagen 13 14 15 niemals gab, kommt man auf 44 Triebwagen in der Geschichte der Straßenbahn.
Das bezieht sich über den gesamten Zeitraum hinweg.
Auf einen bestimmten Zeitabschnitt abgestimmt, kommt man zu dem Schluß:
Anfang der 40er Jahre waren betriebsbereit: 31 Motorwagen
Da nicht sämtliche Wagen Tag für Tag im Einsatz sind (Reserve, Reparaturen) wurde der normale fahrplanmäßige Verkehr m.E. mit ca. 26 Wagen auf den Linien 1 bis 4 durchgeführt. (Zu den 10 Wagen auf der Linie 1/3, 5 Linie 4 und 4 auf der 2 = 19 Wagen sind noch (7 ?)Stück Verstärker/Einsatzwagen in Spitzenzeiten für den Berufsverkehr usw. einzuplanen.) Für die Kapazität müssen die Anhänger hinzugerechnet werden. In der Tat wurden die 6 Standardbeiwagen durch einige alte 'Sommerwagen' ergänzt (die Bahn fuhr teilweise mit zwei Anhängern, um 1942....). Das große Ereignis war die Beschaffung von drei neuen Anhängern (73 74 75),in 1942),mitten im Kriege !, was in der Tageszeitung sensationell gefeiert wurde. Der letzte wurde 1944 durch Bomben total zerstört. (lt.Archivbild vor der Kaufhalle am Westentor).
Mit den vier 'Polsterwagen' hatte die Straßenbahn einen modernen Ausbau begonnen. Wahrscheinlich war geplant, den Wagenpark in dieser Form weiter zu entwickeln, so daß die Holzbänke auf Dauer abgeschafft worden wären.
Die Zeitumstände haben das leider verhindert.
Der Verkehr mußte kriegsbedingt am 29.11.1944 eingestellt werden und ruhte völlig bis 6. Februar 1945. Nach schwierigen Wiederaufbaujahren zeichnete sich ab, daß die Bahn keine Zukunft mehr hat. Die Busse übernahmen den Verkehr. Heute sind insgesamt fast 70 Busse des Stadtverkehrs in Betrieb und erreichen die Vororte im gesamten Bereich der Großstadt Hamm. Das Verkehrsnetz zählt ca. 35 Linien , einschl. regionale Strecken zzgl. TaxiBus, Nachtverbindungen und Schulbusverkehr.
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In obiger Darstelllug habe ich meine Erkenntnisse über den Wagenpark der Straßenbahn Hamm zusammengestellt und versucht, ein umfassendes Bild zu erstellen. Einige Daten und Einzelheiten bedürfen noch einer Klärung bzw. Ergänzung. Sofern sich Fehler und Ungenauigkeiten darin finden, bitte ich diese zu entschuldigen; Korrekturen bitte ich mir zu melden und bin dankbar für entsprechende Hilfe bei dem Bemühen, die historische Entwicklung der Straßenbahn zu erstellen, um sie der Nachwelt zu hinterlassen.
Es ist geplant, den Bericht mit dem "Wiederaufbau nach 1945" fortzusetzen. Als Straßenbahn-Fan habe ich damals die ersten Wagen auf den eröffneten Teilstrecken registriert, um mir ein Bild zu machen, welche Nummern den Krieg überlebten, welche zerstört waren, welche beschädigt und renoviert werden konnten, da Zeitungen noch nicht wieder regelmäßig erschienen. (Später, nach der Währungsreform 1948, sah man mehrere Neuanschaffungen und zuletzt Großraumwagen.) In der letzten Phase des Bahnbetriebs rückten die Wagen spätabends nicht mehr sämtlich ins Depot ein, sondern wurden auf die Endstationen verteilt, um mögliche Verluste zu vermeiden bzw. um den Verkehr auf Teilstrecken aufrechtzuerhalten.
Wahrscheinlich fehlt eine solche detaillierte Übersicht des Neubeginns, und es sollte mich freuen, wenn ich mich hier nützlich machen könnte.
Meine Unterlagen möchte ich nun - trotz nach so langer Zeit - im Hammer Internet herausgeben und denke, daß ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann, wenn im Oktober der 110. Jahrestag der Straßenbahn ansteht und Erinnerungen wach werden.
Wer erinnert sich noch an die Straßenbahn, die gute alte Elektrische.....? Die jüngeren Jahrgänge können sich wohl gar nicht mehr vorstellen, wie ein Schienenverkehr durch die ungünstigen Straßenverhältnisse abgewickelt wurde; im Vergleich zum heutigen Autoverkehr ganz zu schweigen.
Zurück zu Bahn ? Wie in vielen Städten trauern die Bürger ihrer liebgewonnenen Bahn nach und fordern einen Erhalt bzw. eine Wiederkehr der Gleise. In unserer Stadt kann niemand eine solche Forderung ernsthaft in Erwägung ziehen: Die Straßenverhältnisse und der ständig steigende Autoverkehr lassen keinen Platz mehr für die Bahn !
Es würde mich freuen, wenn dieser Beitrag willkommen ist und Erinnerungen an die "gute, alte Elektrische" wieder wach werden.