Urkunde 1520 November 30

Lambert von Oer schreibt am 30. November 1520 an den bischof von Münster, dass der Bischof von Osnabrück in der Auseinandersetzung zwischem ihm, Lambert, und Goddert von Harmen keine Entscheidung treffen werde. Das Hauptargument des osnabrücker Bischofs war, dass er ein geistlicher und kein weltlicher Fürst sei.
Wortlaut
Die Urkunde ist in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. 174) zitiert: [1]
Ick hebbe mi binnen Ossenbrugge gefoicht und entholden, ock de vorbodden an den fursten gedaen mit begerten, dar up to erkennen de dan ton lesten mi to sick heft doen eischen to Jborch und mi aldar muntlick gesacht, (dat) he ein geistlick furste sy und will emme nicht betemen, sulx antonemmen oft dar up to erkennen oft erclaren und heft mi dat gensligen utgeslagen, so desolve furst ock nach an j. Wurden geschreven hebben. Na dem dan sine f. G. sodane erkenntnisse nicht dachte antonemmen, zulx dar lenger to vorwachten hadde nicht up sick, hebbe mi alsdan weder gefoicht na huis und gedenke mi dar to entholden. Und up dat nummand des ein achter denken drage, darum ick sodane erklaringe wolde utslaen, so erbeide ick mi noch an den dorluchtigen f. u. h. Erich Bischopp to Munster als minen landtfursten sampt juwer Wörden und Erb. leiften, Edelmann, Ritterschop, Stadt und Stede des Stichts Munster, dar up to erkennen und to verklaren.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Ich habe mich nach Osnabrück (Ossenbrugge) begeben und dort aufgehalten, und habe auch die [entsprechenden] Gesuche an den Fürsten gerichtet mit der Bitte, darüber zu entscheiden. Dieser hat mich dann letztendlich zu sich nach Iburg (Jborch) fordern lassen und mir alldort mündlich erklärt, dass er ein geistlicher Fürst sei und es sich für ihn nicht gezieme, so etwas anzunehmen oder darüber zu urteilen oder zu entscheiden; und er hat mir dies gänzlich abgeschlagen – wie derselbe Fürst wohl auch danach an Eure Würden geschrieben hat. Da seine fürstliche Gnade eine solche Entscheidung nun nicht anzunehmen gedachte [und] es keinen Sinn hatte, dort länger darauf zu warten, habe ich mich alsdann wieder nach Hause begeben und gedenke, mich dort aufzuhalten. Und damit niemand den bösen Verdacht (Achterdenken) hegt, ich wolle eine solche gerichtliche Klärung ausschlagen, so erkläre ich mich noch immer bereit, vor dem durchlauchtigen Fürsten und Herrn Erich, Bischof zu Münster, als meinem Landesfürsten, samt Eurer Würden und ehrbaren Lieben, dem Adel, der Ritterschaft, der Stadt und den Städten des Stifts Münster, darüber entscheiden und urteilen zu lassen.
Literatur
- Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
- Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142
Anmerkungen
- ↑ Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193