Urkunde 1376 Mai 23 c
Graf Engelbert von der Mark und sein Bruder Diderich bekunden am 23. Mai 1376, dass der Rat von Dortmund für sie dem Johann von Wickede 366 Mark 6 Schillinge bezahlt hat, und gestatten dafür dem Rat, die sechzig Mark, die der Rat ihm jährlich zu zahlen schuldig ist, sowie die Rente, die ihm von den in Dortmund wohnenden Juden zukommt einzuhalten.

Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band II, S. 55-56) zitiert: [1]
Allen luden sy kundich, dat wii Engelbrecht greve van der Marke und Dyderich syn broder und unse erven schuyldich synt unsen guden vrunden .. borgermeisteren und dem raide der stad van Dorpmunde dreyhundert marck sesse und sestich marck und sess schyllynge guder pennyncghe, as to Dorpmunde genge und geve synt, dey dey selven borgermeistere und raid hebbet vor uns und van unser wegene gheantwordet und wol betalt Johanne van Wickede, dey sone was Hildebrandes van Wickede, und dat selve vorg. summe gheldes den .. borgermeisteren und dem raide van Dorpmunde wol tho willen betalt werde, so welle wii dat dey .. selven borgermeistere und raid dey sestich marck, dey sey uns Engelbrechte, greve vorg. jarlikes dey wyle, dat wii levet, schuyldich synt to gevene, ynnehalden und hebben, und dair tho alle dey rente und ghuylde, dey uns van den joden, dey bynnen Dorpmunde wonen, jarlikes vallet und gebort, dey selven sestich marck rente und ghuylde opboren, entfayn, hebben und halden to er nut ayne wedersprake und hynder in mynnerynge der vorg. summe bitte so langhe, dat den .. borgermeisteren und dem rade van Dorpmunde vorg. syn dey vorg. dreyhundert marck sesse unde sestich marck und sess schyllinge to eren willen wol und to male gheantwordet und vullenkomelike betalt. Wert dat dey .. borgermeisteren und raid vorg. hedden in diessen vorg. stucken ef in er ynigen brake, dey sole wii und wellet ef unse erven ef nakomelynge sunder wedersprake ganslike beleggen und to eren willen vervullen. Alle diesse vorg. stucke love wii Engelbrecht, greve van der Marke, und Diderich syn broder vorg. vor uns, vor unse erven und nakomelynge und eyn ytlich unser vor al myt samenden handen uns sykert in guden truwen stede und vast tho haldene, doyn und vervullen und in aller wyse, as vorescryven steit, unbrekeliken bewaren, alle argeliste uytghescheiden in diessen dyngen. In orkunde und vestynge alle diesser vorg. stucke und puntte so hebbe wii Engelbrecht greve und Dyderich syn broder vorg. unse ingesighele vor uns, vor unse erven und nakomelynghe ayn diessen breyff doyn hangen. Datum anno domini MCCCLXX sexto crastino ascensionis domini.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Allen Leuten sei kundgetan, dass wir, Engelbert, Graf von der Mark, und Dietrich, sein Bruder, und unsere Erben unseren guten Freunden, den Bürgermeistern und dem Rat der Stadt Dortmund, 366 Mark und 6 Schillinge guter Pfennige schuldig sind, wie sie in Dortmund gang und gäbe sind.
Diese haben dieselben Bürgermeister und der Rat für uns und in unserem Namen an Johann von Wickede (den Sohn des Hildebrand von Wickede) ausgehändigt und vollständig bezahlt.
Damit diese vorgenannte Summe Geldes den Bürgermeistern und dem Rat von Dortmund nach ihrem Willen (wohlbehalten) zurückgezahlt werde, so wollen wir, dass dieselben Bürgermeister und der Rat die sechzig Mark, die sie uns – dem vorgenannten Grafen Engelbert – jährlich, solange wir leben, zu geben schuldig sind, einbehalten und besitzen dürfen.
Dazu sollen sie alle jene Renten und Abgaben (Zinsen), die uns von den Juden, die in Dortmund wohnen, jährlich anfallen und gebühren, sowie die besagten sechzig Mark Rente und Abgaben erheben, empfangen, haben und halten zu ihrem Nutzen, ohne Widerspruch und Hindernis, zur Verringerung der vorgenannten (Schuld-)Summe, bis zu der Zeit, dass den Bürgermeistern und dem Rat von Dortmund die vorgenannten 366 Mark, 66 Mark [gemeint ist die Gesamtsumme von 366 Mark] und 6 Schillinge nach ihrem Willen wohl und gänzlich ausgehändigt und vollkommen bezahlt sind.
Sollten die vorgenannten Bürgermeister und der Rat an diesen vorgenannten Stücken irgendeinen Mangel oder Schaden erleiden, so sollen und wollen wir oder unsere Erben oder Nachkommen dies ohne Widerspruch gänzlich ausgleichen und nach ihrem Willen erfüllen.
Alle diese vorgenannten Stücke geloben wir, Engelbert, Graf von der Mark, und Dietrich, sein Bruder vorgenannt, für uns, für unsere Erben und Nachkommen – und ein jeder von uns für das Ganze mit gesamter Hand (gesamtschuldnerisch) – und sichern in gutem Glauben zu, sie stetig und fest zu halten, zu tun und zu erfüllen und in jeder Weise, wie es oben geschrieben steht, unverbrüchlich zu bewahren, unter Ausschluss jeglicher Arglist in diesen Dingen.
Zur Urkunde und Festigung aller dieser vorgenannten Stücke und Punkte haben wir, Graf Engelbert und Dietrich, sein Bruder vorgenannt, unsere Siegel für uns, für unsere Erben und Nachkommen an diesen Brief hängen lassen. Gegeben im Jahre des Herrn 1376, am Tag nach der Himmelfahrt des Herrn (23. Mai).
Standort
Nach Rübel befindet sich die Urkunde im Stadtarchiv Dortmund. [2]
Bemerkungen
Diese Urkunde steht in engem Verhältnis zur Urkunde 1376 Mai 26, in der die Stadt Hamm mit dem Grafen von der Mark die Verpfändung mit besiegelt.
Literatur
- Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890