Im Zusammenhang mit dem 1372 geschlossenen Landfrieden für Westfalen ist eine Verpflichtung des Erzbischofs Friedrich von Köln in der Zeit von 1371 bis 1372 entstanden. In dieser findet Graf Engelbert von der Mark Erwähnung.

Wappen der Grafen von der Mark

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band II, S. 6-7) zitiert: [1]

Item: Confirmatio compromisionis facta (!) inter dominos Colon., . . Pader. et comitem de Marka super jus domini imperatoris.

Wii Vredderich, van godes genaden der heylihen kerken to .. Colne . . ertzebiscop und des heylighen ryke van Italyen .. ertzekentzlere, doyt kund und betuget oppenbare, wint dey erwerdighe in gode vader und here .. Karl, keyser to .. Rome und koning to .. Beyhem, um god und um woldat deme lande to Westphalen ghenade und recht gegeven hevet, also, dat nu vortmer na disser tiit alle kerken, alle kerchove, alle huslude er lyf und gud dar oppe velich wesen zolen, alle pilgrimen und alle koplude er lyf und gud velich wesen zolen oppe der strate an argelist sunder underscheyt, men orloge efte nicht, unde wante wii .. alle weghe in unsen lande to Westphalen nicht wesen kunnen noch en moghen, zo hebbe wy myt guden vorrade mit gantzer vulbord unde myt willen unses capittels van Colne unser eddelen man, unser deynstmannen und al unser underzaten mit deme erwordighen in gode hern .. Hinrike, biscope to .. Paderborne und myt deme edelen manne, hern .. Engelberte, greven to der Marke und vortmer myt allen Westphelyschen .. heren und stedden, dey hir noch in komen moghen, van unses landes wegene to .. Westphalen vorg. erfliken, eweliken und ummer meer vorbunden und vorbyndet vor uns und vor al unse nakomelyncge und hebbet van unses vorg. landes wegene to Westphalen an guden truwen gelovet dat recht und ghenade, dat unse erwordighe in gode vader und here .. Karl keyser to .. Rome und konnyngh to .. Beyhem deme lande to Westphalen vorg. erfliken und eweliken gegeven hevet, truweliken na al unser macht to hodene und to warene an argelist, und wilt ok, dat nummer meer byscop to .. Colne en kome, hey ne love an guden truwen dat recht to holdene und to warene na al siner macht van des landes weghene to Westphalen vorg.. Ok so ne sal nunmer meer marscalk noch amptman van unser efte van un er nakomelyncge wegene in unse land to .. Westphalen komen, hey ne zwere to den hilghen dat selve recht truweliken to hodene und to warene an argeliist. Und to eyner merren zekerheyd so welle wii .. Vredderich .. ertzebyscop to .. Colne vorg. und gebedet ernstliken unsen .. stedden Soyst und Arnsberghe, Werle und Neyhem, Brylen und Eversberghe, Ghezeke und Attenderne und vortmer al unsen sloten, stedden, borchmannen und underzaten, dey wii .. in unsen lande to .. Westphalen hebbet, dat sey nummer meer ertzebiscope to ..Colne, marscalce noch amptmanne hulden eder zweren ghehorsam syn eder yrleyge deynst doyn, sey ne hebben to den irsten dat selve recht und ghenade gelovet und ghezworen, also vorgescr. is na haltnysse der breyve, dey unse erwordhige in gode vader und here .. Karl keyser to .. Rome und konyngh to .. Beyhem deme lande to Westphalen ghegeven hevet.

Übersetzung

Übersetzt ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Friedrich, von Gottes Gnaden der heiligen Kirche zu Köln Erzbischof und des Heiligen Reiches in Italien Erzkanzler, tun kund und bezeugen öffentlich:

Da der ehrwürdige Vater in Gott und Herr, Karl, Kaiser zu Rom und König zu Böhmen, um Gottes willen und um der Wohltat willen dem Lande Westfalen Gnade und Recht gegeben hat, [bestimmen wir], dass nun fortan zu dieser Zeit alle Kirchen, alle Kirchhöfe, alle Bauern (huslude) mitsamt Leib und Gut sicher (velich) sein sollen; ebenso sollen alle Pilger und alle Kaufleute mit Leib und Gut auf der Straße ohne Arglist und ohne Unterschied sicher sein, ob nun Krieg (orloge) herrscht oder nicht.

Und da wir nicht zu jeder Zeit in unserem Lande Westfalen sein können noch mögen, so haben wir mit gutem Rat, mit ganzer Billigung und mit dem Willen unseres Kapitels von Köln, unserer Edelleute, unserer Dienstmannen und all unserer Untertanen – zusammen mit dem ehrwürdigen Herrn Heinrich, Bischof zu Paderborn, und mit dem edlen Mann, Herrn Engelbert, Graf von der Mark, und ferner mit allen westfälischen Herren und Städten, die hier noch hinzukommen mögen – uns vonseiten unseres vorgenannten Landes Westfalen erblich, ewig und für immerdar für uns und alle unsere Nachkommen verbunden und verbinden uns hiermit.

Wir haben vonseiten unseres vorgenannten Landes Westfalen in gutem Glauben gelobt, das Recht und die Gnade, die unser ehrwürdiger Vater und Herr Karl, Kaiser zu Rom und König zu Böhmen, dem Lande Westfalen erblich und ewig gegeben hat, treulich nach all unserer Macht zu hüten und zu wahren ohne Arglist.

Wir wollen auch, dass niemals mehr ein Bischof nach Köln komme, er gelobe denn in gutem Glauben, das Recht nach all seiner Macht für das vorgenannte Land Westfalen zu halten und zu wahren. Ebenso soll niemals mehr ein Marschall noch ein Amtmann von unserer oder unserer Nachkommen wegen in unser Land Westfalen kommen, er schwöre denn bei den Heiligen, dasselbe Recht treulich zu hüten und zu wahren ohne Arglist.

Und zu einer größeren Sicherheit wollen wir, Friedrich, Erzbischof zu Köln, und gebieten ernstlich unseren Städten Soest und Arnsberg, Werl und Neheim, Brilon und Eversberg, Geseke und Attendorn und ferner all unseren Schlössern, Städten, Burgmännern und Untertanen, die wir in unserem Lande Westfalen haben, dass sie niemals mehr einem Erzbischof von Köln, einem Marschall noch einem Amtmann huldigen oder Gehorsam schwören oder irgendeinen Dienst tun, sie [die Amtsträger] haben denn zuerst dasselbe Recht und dieselbe Gnade gelobt und geschworen, wie es oben geschrieben steht, gemäß dem Inhalt der Briefe, die unser Herr Karl, Kaiser zu Rom und König zu Böhmen, dem Lande Westfalen gegeben hat.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band II. Erste Hälfte. Dortmund 1890