Graf Engelbert von der Mark, als Verwalter des kur-kölnischen Hofes Cörne, erklärt am 14. August 1367, dass, wie er erfahren, die dort begüterten Dortmunder nicht gehalten sind, im vogtdink zu erscheinen.

Wappen der Grafen von der Mark

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band 1, S. 602-603) zitiert: [1]

Wir Engelbrecht greve van der Marke doin kund ind kenlich allen guden luden, dye diesen endgegenwordigen brief seyn ed horen lesen, dat wir degedingeden mit den burgeren van Dorpmunde, dye hoyve ind land hebt, dar men iarlikes aif ghivet pacht in den hoyf to Curne, wantt uns nu thor tiit dye vurg. hoyf bevolen is tho verwarene van des gestichtes wegen van Colle ind spraken dye burgere dar umme aen, dat sey iarlix nicht enhelden dye vogetdync des vurg. hoves tho Curne, ind hir umme hadde wir unse vrunt an sey gesant ind in cuntschap tho vurhorne al gelegenicheid dar van. Des synt unse vrunt, dye wir dar umme gesant had, den wider an uns gekomen ind hebt uns underwiset ind berichtet, na deme dat sey in der gantzen waren alden cuntschap gevunden hebt ind ouch in openen brieven geseyn ind gehort hebn lesen, dye wanner ein ertzebyschop van Collen ind siin capittel mit em besigelt hebn. ind ouch in anderen openen besigelden brieven , dat sey mugelich ind bescheiden duncke wesin van rechts wegen, dat dye vurg. Burgere, den dye hoyve ind land vurg. tobehort, er erven ind er nakomelinge dar inne besitten sulen, ind wir ind unse nakomelinge sey darinne besitten laten, in der hoyve ind des lands asso gebruken, as sey dar ynne lange tiit ind manich iar van ertzebyschopen tho ertzebyschoppen ind ouch van sculten to sculten bit her to geseten hebt sunder vogetdync dar van tho haldene, ind ouch anders nicht dar van tho doine. mer dat sey iarlix er pacht dar van geven sulen, ind dye betalen binnen Dorpmunde op den Vriithof tho den tyden, asso as sey dye van alders bit her to betalt hebt. Hir umme wantt unse vrunt dit mugelich ind bescheiden dunkit wesin van rechts wegen, so wel wir dem rechte ymmer dar mide volgen ind laten dye vurg. burgere er erven ind nakomelingen in den vurg. hoyven ind lande vry op dye pacht vurg. besitten, as wir sey gevunden hebn, ind an uns synt gekomen, ind as sey dar inne besetten hebt bit her to, ind enkennen overmitz dies brieve, dat wir ind unse nakomelinge, ef ymand anders van uns wegene sey dar enboven nicht vurder kruden, hyndern, dryngen ef anspreken ensulen ef enwellen, wantt wirs ind unse nakomelinge van rechts wegene ind mit bescheide nicht doin mugen in eyniger wiis. na dem dat unse vurscrevene vrunt an uns gebraicht hebt, allirkunne argelist lutterliche uytgesproken. In quorum testimonium sigillum nostrum ex certa nostra scientia presentibus duximus apponendum. Datum anno domini 1367 in vigilia assumptionis gloriose virginis Marie.

Übersetzung

Übersetzt ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Engelbert, Graf von der Mark, tun kund und zu wissen allen guten Leuten, die diesen gegenwärtigen Brief sehen oder hören lesen: Dass wir mit den Bürgern von Dortmund, die Höfe und Land besitzen, wofür man jährlich Pacht an den Hof zu Körne gibt, verhandelten. Da uns nun zu dieser Zeit der vorgenannte Hof zur Verwaltung im Namen des Stiftes von Köln befohlen ist, sprachen wir die Bürger daraufhin an, dass sie jährlich nicht die Vogtding (eine gerichtliche Abgabe/Versammlung) des vorgenannten Hofes zu Körne abhielten.

Deshalb hatten wir unsere Freunde (Räte/Vertreter) an sie gesandt, um in einer Untersuchung die gesamte Sachlage darüber zu vernehmen. Daraufhin sind unsere Freunde, die wir deswegen gesandt hatten, wieder zu uns gekommen und haben uns unterwiesen und berichtet – nachdem sie die gesamte, wahre alte Kundschaft (Zeugenaussagen) vorgefunden und auch offene Briefe (Urkunden) gesehen und gehört haben, die seinerzeit ein Erzbischof von Köln und sein Kapitel mit ihm besiegelt haben.

Auch aus anderen offenen, besiegelten Briefen ergab sich, dass es ihnen rechtmäßig und angemessen erscheint, dass die vorgenannten Bürger, denen die Höfe und das Land gehören, ihre Erben und ihre Nachkommen diese weiterhin besitzen sollen. Und wir und unsere Nachkommen sollen sie darin belassen und sie die Höfe und das Land so gebrauchen lassen, wie sie darin lange Zeit und manch ein Jahr von Erzbischof zu Erzbischof und auch von Schultheiß zu Schultheiß bis heute gesessen haben: Ohne die Vogtding davon abzuhalten und auch sonst nichts weiter dafür zu tun.

Stattdessen sollen sie jährlich ihre Pacht davon geben und diese innerhalb Dortmunds auf dem Friedhof (dem Marktplatz/Kirchhof) zu den Zeiten bezahlen, so wie sie diese von alters her bis heute bezahlt haben.

Weil unsere Freunde dies für rechtmäßig und angemessen halten, so wollen wir dem Recht darin folgen und lassen die vorgenannten Bürger, ihre Erben und Nachkommen in den vorgenannten Höfen und Ländereien frei gegen die vorgenannte Pacht wohnen, so wie wir sie vorgefunden haben und wie sie an uns gekommen sind und wie sie darin bis heute gesessen haben.

Wir bekennen mittels dieses Briefes, dass wir und unsere Nachkommen (oder jemand anderes in unserem Namen) sie darüber hinaus nicht weiter bedrängen, hindern, zwingen oder belangen sollen noch wollen; denn wir und unsere Nachkommen können dies von Rechts wegen und mit Fug und Recht in keiner Weise tun, nach dem, was unsere vorbeschriebenen Freunde uns vorgetragen haben. Jedwede Arglist ist hierbei gänzlich ausgeschlossen.

Zum Zeugnis dessen haben wir unser Siegel nach unserem sicheren Wissen an diesen gegenwärtigen Brief hängen lassen.

Datum: Im Jahre des Herrn 1367, am Vorabend des Festes der glorreichen Jungfrau Maria (14. August 1367).

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885