Graf Engelbert von der Mark bekundet am 4. April 1351, dass er mit seinen Ansprüchen an das Gut von Juden in Dortmund durch eine Geldsumme abgefunden worden ist, und dass der Vertrag zwischem ihm und Dortmund wegen des Gutes der Dortmunder Juden in Köln in Kraft bleiben solle.

Wappen der Grafen von der Mark

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (S. 476-477) zitiert: [1]

Wii Engelbreicht, greve van Marke, bekennen in desem breive, dat den raet inde de burgeren van Dortmunde truwe ind bescheiden gevunden hebben in have ind in opcoeme, der iuden van Dortmunde, unde danket oen, dat se ons dar bescheidene antwerde inde rekenschaep van gedaen hebt, beide van erve van pande unde van varender have. wii bekennet des, dat al de opkoeme, de ons daer aen erschenen was, id si aen erve oft aen panden oft aen varender have, de hebbe wii vercoft ind opgelaeten in de hand des raedes ind der burgeren van Dortmunde vullencomelike eren vrien willen ind ir baete daer mede tho doine tot al iren willen umme eine tsummen geldes, de ons wol betailt is. Wer ouch sake, dat oen von desen saken, als de von den iuden hercoemen sint, van emande, he were, we he were, einche aensprake wedervoere oder maninge oder ongemaich id were van ervetale van panden oder van varender have, de van den iuden komen siin, daer sole wii onde onse erven ind al onse nakomelinge se aen verantwerden ind beschermen getruwelike mit vuller maicht aene argeliist. Disse vurwart dessen breves love wii in guden truwen vor uns ind vur onse erven inde vur al onse nacoemelinge stede inde vaest tho holdene sunder argeliist. Vortmer de vurwart, de onse veddere her Conraed van der Marke, her Engelbert Zobbe, her Herman van Pentling ind andere unse vrunt gedegedingt hebbet tusschen ons ind der stat von Dortmunde alse von breiven der iuden ind van aenspraeke des gudes, dat de iuden van Dortmunde to Collne hadden, de sulen bliven in iren wesene alse se tho vorn gedegedingt siin sunder argeliist. In urkunde unde in ewige stedicheit al deser stucke, de hir vorgescreven siin, enkenne wii Engelbreicht, greve van der Marke vurgenant, dat wii onse ingesegel vur ons ind vur onse erven ind vur al onse nacoemelinge aen desen breif hebben doin hangen. Datum anno domini 1351 ipso die beati Ambrosii episcopi.

Übersetzung

Ins Hochdeutsche Übersetzt lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Engelbrecht, Graf von der Mark, bekennen in diesem Brief, dass wir den Rat und die Bürger von Dortmund als treu und gewissenhaft bezüglich des Besitzes und der Einnahmen der Dortmunder Juden befunden haben. Wir danken ihnen, dass sie uns darüber gewissenhaft Antwort und Rechenschaft gegeben haben, sowohl über Grundbesitz (Erbe) als auch über Pfänder und bewegliches Gut (fahrende Habe).

Wir bekennen hiermit, dass alle Einnahmen, die uns daraus erwachsen sind, sei es aus Grundbesitz oder aus Pfändern oder aus beweglichem Gut, die haben wir vollständig, nach ihrem freien Willen und zu ihrem Nutzen, an den Rat und die Bürger von Dortmund verkauft und ihnen überlassen, damit sie damit nach ihrem gesamten Willen verfahren können, und zwar für eine Geldsumme, die uns gut bezahlt worden ist.

Sollte es der Fall sein, dass ihnen wegen dieser Angelegenheiten, die von den Juden herrühren, von irgendjemandem, wer auch immer er sei, irgendeine Ansprache, Mahnung oder Beeinträchtigung widerfahre, sei es aus Erbschaftsangelegenheiten, Pfändern oder beweglichem Gut, das von den Juden stammt, so sollen wir und unsere Erben und all unsere Nachkommen sie deswegen gewissenhaft und mit voller Macht und ohne Arglist verantworten und schützen.

Diesen Vorbehalt dieses Briefes geloben wir in gutem Glauben für uns und für unsere Erben und für all unsere Nachkommen, beständig und fest zu halten ohne Arglist.

Ferner sollen die Vorbehalte (Vereinbarungen), die unser Vetter Herr Konrad von der Mark, Herr Engelbert Zobbe, Herr Hermann von Pentling und andere unsere Freunde vereinbart haben zwischen uns und der Stadt Dortmund, betreffend die Briefe der Juden und den Anspruch auf das Gut, das die Dortmunder Juden in Köln hatten, in ihrem Wesen bleiben, so wie sie zuvor vereinbart sind, ohne Arglist.

Zur Urkunde und zur ewigen Beständigkeit all dieser Punkte, die hier voran geschrieben sind, bekennen wir, Engelbrecht, Graf von der Mark, der Vorgenannte, dass wir unser Siegel für uns und für unsere Erben und für all unsere Nachkommen an diesen Brief haben hängen lassen.

Datum im Jahre des Herrn 1351 am Tag des seligen Bischofs Ambrosius selbst.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885, S. 476-477