Julia Vedder (* 14. Juni 1974 in Hamm) ist eine Kommunalpolitikerin der SPD. Seit November 2025 ist sie Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Uentrop und Mitglied des Rates der Stadt Hamm. Zudem ist sie Aufsichtsratsvorsitzende der Maximilianpark Hamm.

Julia Vedder (2025)

Persönliches

Julia Vedder wurde am 14. Juni 1974 in Hamm geboren. Die ersten sechs Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Uentrop, anschließend wuchs sie im Stadtteil Berge auf.

Sie besuchte die Hellweg-Grundschule und anschließend das Beisenkamp-Gymnasium, an dem sie 1993 ihr Abitur ablegte. Von 1993 bis 1997 studierte sie Internationale Betriebswirtschaft und schloss das Studium als Internationale Betriebswirtin ab.

Seit 2024 ist Vedder in zweiter Ehe verheiratet. Sie hat zwei Kinder, die 2004 und 2006 geboren wurden.

Familiäre Prägung

Vedder wurde nach eigenen Angaben insbesondere durch das gesellschaftliche Engagement ihrer Mutter Feli Thielmann geprägt. Diese engagierte sich über viele Jahre ehrenamtlich und gesellschaftspolitisch in Hamm, unter anderem in den Hammer Frauenverbänden und im Deutschen Hausfrauenbund. Zudem war sie im Umfeld beziehungsweise beim Aufbau der Freiwilligenzentrale Hamm engagiert.

Eine weitere prägende Person war Vedders Großvater mütterlicherseits, Heinrich Hegener. Dieser engagierte sich gegen das NS-Regime, wurde verfolgt und inhaftiert und überlebte die Haft in einem Konzentrationslager. In Hamm erinnert ein Stolperstein an ihn. Seine Lebensgeschichte wurde von seiner Enkelin und Vedders Cousine Jenny Heimann aufgearbeitet.

Beruflicher Werdegang

Immobilienwirtschaft

Nach ihrem Studium arbeitete Vedder von 1997 bis 1999 bei einem Unternehmen der Immobilienentwicklung. Zunächst war sie in der Zentrale in Gütersloh tätig, anschließend rund ein Jahr in der Berliner Niederlassung. Das Unternehmen war insbesondere mit der Entwicklung von Einkaufszentren und Gewerbeimmobilien befasst.

Bereits während ihres Studiums verfasste sie gemeinsam mit dem Immobilienentwickler ihre Diplomarbeit zum Thema „Einkaufszentren auf der grünen Wiese und ihre Auswirkungen auf die Innenstadt am Beispiel Magdeburg“.

Berufliche Stationen in Hamm und Wolfsburg

Nach ihrer Rückkehr nach Hamm stieg Vedder in das Unternehmen ihres Vaters ein, der als selbstständiger Handelsvertreter für Feinkost und Spirituosen tätig war. Anschließend zog sie nach Wolfsburg.

Dort arbeitete sie bei einem Produktionsunternehmen im Vertrieb beziehungsweise als Assistenz des Vertriebsleiters.

Von 2004 bis zum Sommer 2008 widmete sie sich überwiegend der Familie.

Selbstständigkeit und Direktvertrieb

Ab 2008 machte sich Vedder im Bereich Ernährungs- und Gewichtsmanagement sowie Coaching selbstständig. Sie baute einen eigenen Kursbetrieb auf und führte zeitweise bis zu zehn Kurse pro Woche durch. Dabei beschäftigte sie zeitweise bis zu fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und war zusätzlich als Mentorin für neue Coaches tätig.

2014 kehrte sie nach Hamm zurück und führte ihre selbstständige Tätigkeit im Direktvertrieb fort. 2015 übernahm sie eine Teamleitungsfunktion und war für die Ausbildung und Führung neuer Vertriebspartner verantwortlich. Zeitweise gehörten mehr als 40 Personen zu ihrem Team.

Im Frühjahr 2020 gab sie ihre selbstständige Tätigkeit im Direktvertrieb im Zusammenhang mit den Einschränkungen während der COVID-19-Pandemie auf.

Tätigkeit im Technologie- und Finanzbereich

Bereits im September 2019 nahm Vedder eine Tätigkeit bei einem im HAMTEC ansässigen Internet-Startup im Bereich Sprachanalyse-Software auf. Sie begann dort zunächst auf Minijob-Basis und arbeitete später 15 beziehungsweise 25 Wochenstunden. Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem die Unterstützung beim Aufbau von Verwaltungs- und Unternehmensstrukturen.

Nach der Übernahme des Startups durch ein Technologieunternehmen aus Hannover blieb Vedder dort bis Ende 2023 beschäftigt. Sie arbeitete im Finanzbereich, unter anderem in der Konzernabrechnung, und absolvierte berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Controllerin.

Kunststoffrohrverband

Seit dem 1. Januar 2024 arbeitet Vedder beim Kunststoffrohrverband e. V. (KRV) mit Sitz in Hamm als Office Managerin.

Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Verwaltung und Organisation, Buchhaltung und Finanzplanung sowie die Digitalisierung der Verbandsverwaltung.

Darüber hinaus ist sie für die Mitgliederkommunikation, die Homepage und die Organisation von Veranstaltungen, darunter die Jahrestagung und die Mitgliederversammlung, zuständig.

Politischer Werdegang

Eintritt in die SPD

2019 trat Vedder der SPD bei. Nach eigenen Angaben erfolgte der Eintritt über ein Online-Formular. Ihre erste Sitzung besuchte sie im SPD-Ortsverein Uentrop.

Zu ihren Beweggründen für den politischen Einstieg gehörten der Aufstieg der AfD und der Wunsch, sich aktiv für die Demokratie einzusetzen. Daneben wollte sie sich nach der Familienphase wieder stärker gesellschaftlich engagieren. Auch das ehrenamtliche Engagement ihrer Mutter sowie die politische Aufbruchsstimmung in Hamm beeinflussten ihre Entscheidung.

SPD-Ortsverein Uentrop

Ab 2023 bildete Vedder gemeinsam mit Arne Elias die Doppelspitze des SPD-Ortsvereins Uentrop. In dieser Funktion war sie unter anderem an der politischen Arbeit des Ortsvereins und an der Vorbereitung der Kommunalwahl 2025 beteiligt.

Für die Kommunalwahl kandidierte sie zunächst für den Rat der Stadt Hamm im Wahlbezirk 9/Werries. Gleichzeitig trat sie für die Bezirksvertretung Uentrop an und kandidierte für das Amt der Bezirksbürgermeisterin.

Kommunalwahl 2025

Bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 wurde Vedder im Wahlbezirk 9/Werries direkt in den Rat der Stadt Hamm gewählt. Sie erhielt 1.286 Stimmen, was einem Stimmenanteil von 45,0 Prozent entsprach.

Gleichzeitig kandidierte sie für die Bezirksvertretung Uentrop.

Nach der Kommunalwahl gab sie den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Uentrop ab. Ihre Nachfolgerin wurde Selina Golda.

Bezirksbürgermeisterin von Uentrop

Am 6. November 2025 wurde Vedder mit 16 von 19 Stimmen zur Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Uentrop gewählt. Sie folgte in diesem Amt auf Björn Pförtzsch (CDU).

Mit ihrer Wahl wurde sie zur ersten Frau an der Spitze des Stadtbezirks Uentrop.

Politische Funktionen

Seit November 2025 ist Vedder Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Uentrop und Mitglied des Rates der Stadt Hamm.

Darüber hinaus gehört sie folgenden Gremien an:

  • Rechnungsprüfungsausschuss (seit 2025)
  • Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Mobilität (seit 2025)
  • Aufsichtsratsvorsitzende der Maximilianpark Hamm (seit 2025)

Vedder ist Mitglied der AWO, der NaturFreunde und des Schützenvereins der Mark. Bei den NaturFreunden engagiert sie sich zudem im Vorstand.

Politische Schwerpunkte

Zu Vedders politischen Schwerpunkten gehören Begegnungsorte und der gesellschaftliche Zusammenhalt sowie der direkte Bürgerdialog. Dabei legt sie nach eigener Darstellung besonderen Wert auf das Zuhören und die direkte Ansprache der Menschen.

Ein Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit liegt auf der Entwicklung von Werries. Dazu gehören insbesondere die Neue Mitte Werries, die sogenannte Grüne Umweltachse sowie die Verbindung zwischen dem Maximilianpark und dem Datteln-Hamm-Kanal.

Weitere Themen sind die Mobilitätsstation und die städtebauliche Entwicklung zentraler Flächen in Werries. Dabei setzt sie auch auf die Begleitung und Weiterentwicklung von Stadtentwicklungsprojekten, die bereits vor ihrem Amtsantritt angestoßen worden waren.