Bertold Friedrich Wilhelm Ritter und Edler von Rappard: Unterschied zwischen den Versionen
Tippfehlerkorrektur und Datierung auf 1830, die sich auch aus dem Dienstantritt als Referendar 1770 ergibt. |
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* 26. Mai 1777 Johann Heinrich von Rappard <ref> vgl. [[1777 (Geburtsregister)]] </ref> | * 26. Mai 1777 Johann Heinrich von Rappard <ref> vgl. [[1777 (Geburtsregister)]] </ref> | ||
* 25. Dezember 1779 Karl Frederik von Rappard | * 25. Dezember 1779 Karl Frederik von Rappard | ||
* 13. August 1781 Luise von Rappard | * 13. August 1781 Luise von Rappard<ref> 1801 heiratete sie [[Friedrich August von Erdmannsdorff]] </ref> | ||
* 11. August 1783 Wilhelm von Rappard | * 11. August 1783 Wilhelm von Rappard | ||
* 21. Februar 1785 Christian von Rappard | * 21. Februar 1785 Christian von Rappard | ||
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Eigentlich sollte Rappard dem Vater in der Führung der familieneigenen Seidenfabrikation folgen. Aber das scheiterte daran, dass sich kein Ausbildungsplatz zum Kaufmann für Rappard finden ließ. Angeblich haben alle Kaufleute ihm abgesagt, weil er eine schlechte Handschrift hatte. | Eigentlich sollte Rappard dem Vater in der Führung der familieneigenen Seidenfabrikation folgen. Aber das scheiterte daran, dass sich kein Ausbildungsplatz zum Kaufmann für Rappard finden ließ. Angeblich haben alle Kaufleute ihm abgesagt, weil er eine schlechte Handschrift hatte. | ||
Statt dessen studierte er bis 1769 ohne das an sich notwendige Abitur Rechtswissenschaft an der Universität Duisburg. 1770 begann er seine Karriere als Referendar bei der Regierung in Kleve. 1771 kam Rappard nach Hamm, und zwar als Advokat beim hiesigen Landgericht. Allerdings endete diese Karriere durch die preußische Justizreform von 1779/80. Er blieb dann Assistent beim Landgericht in Hamm - ohne geregeltes Einkommen. | Statt dessen studierte er bis 1769 ohne das an sich notwendige Abitur Rechtswissenschaft an der Universität Duisburg. 1770 begann er seine Karriere als Referendar bei der Regierung in Kleve. 1771 kam Rappard nach Hamm, und zwar als Advokat beim hiesigen [[Landgericht]]. Allerdings endete diese Karriere durch die preußische Justizreform von 1779/80. Er blieb dann Assistent beim Landgericht in Hamm - ohne geregeltes Einkommen. | ||
=== Nobilierung === | === Nobilierung === | ||
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=== Weitere Karriere === | === Weitere Karriere === | ||
Die weiteren Karriereschritte folgen: zunächst wird Rappard Landrichter und schließlich wechselt er als Justiziar an die Kriegs- und Domänenkammer in Hamm, dort 1799 Direktor. 1807 wird er schließlich Präsident der Kriegs-und Domänenkammer. | Die weiteren Karriereschritte folgen: zunächst wird Rappard Landrichter und schließlich wechselt er als Justiziar an die [[Märkische Kriegs- und Domänenkammer|Kriegs- und Domänenkammer]] in Hamm, dort 1799 Direktor. 1807 wird er schließlich Präsident der Kriegs-und Domänenkammer. | ||
In der napoleonischen Besatzungszeit verliert Rappard alle Ämter, wird dann aber 1812 Präsident des Tribunalgerichts in Hamm, einem erstinstanzlichen Strafgerichts. 1818 zieht es ihn wieder nach Kleve, wo er das Amt des Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts übernimmt. Im Jahr seiner Ernennung zum Präsidenten des Oberlandesgerichts organisiert er den Umzug des Gerichts von Kleve nach Hamm. Er bleibt bis 1830 in seinem Amt und begibt sich dann in den ruhestand. | In der napoleonischen Besatzungszeit verliert Rappard alle Ämter, wird dann aber 1812 Präsident des Tribunalgerichts in Hamm, einem erstinstanzlichen Strafgerichts. 1818 zieht es ihn wieder nach Kleve, wo er das Amt des Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts übernimmt. Im Jahr seiner Ernennung zum Präsidenten des Oberlandesgerichts organisiert er den Umzug des Gerichts von Kleve nach Hamm. Er bleibt bis 1830 in seinem Amt und begibt sich dann in den ruhestand. | ||
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Zur fernern Feier des Festes war vom Kollegio des Oberlandesgerichts und dessen Justizkommissarien ein wahrhaft glänzendes Diner im Club=Saal von einigen 50 Couverts veranstaltet worden. Sämmtliche Behörden der Stadt wie auch Se. Exc. der Wirkl. Geh. Rath und Oberpräsident Hr. Freiherr von Vincke und der Herr Oberlandesgerichts=Chefpräsident von Bernuth von Münster, so wie mehrere Herren Dirigenten der Land= und Stadtgerichte des Oberlandesgerichts zu Hamm nahmen Theil an demselben. | Zur fernern Feier des Festes war vom Kollegio des Oberlandesgerichts und dessen Justizkommissarien ein wahrhaft glänzendes Diner im Club=Saal von einigen 50 Couverts veranstaltet worden. Sämmtliche Behörden der Stadt wie auch Se. Exc. der Wirkl. Geh. Rath und Oberpräsident Hr. Freiherr von Vincke und der Herr Oberlandesgerichts=Chefpräsident von Bernuth von Münster, so wie mehrere Herren Dirigenten der Land= und Stadtgerichte des Oberlandesgerichts zu Hamm nahmen Theil an demselben. | ||
Zuerst brachte der Herr Oberpräsident die Gesundheit des Königs, sodann der Herr Ober=Gerichts=Rath Jacobi die des würdigen Veteranen der Justiz, des Herrn Chefpräsidenten von Rappard mit dem Wunsche aus, daß eine baldige Genesung ihm zu Theil werden möge, worauf der die Stelle seines Vaters vertretende Herr Oberförster von Rappard den Mitgliedern des Kollegii und dessen Justizkommissarien für die seinem Vater erwiesene Güte dankte. Sodann ließ der Herr Ober=Landes=Gerichtsrath Regenherz Se. | Zuerst brachte der Herr Oberpräsident die Gesundheit des Königs, sodann der Herr Ober=Gerichts=Rath Jacobi die des würdigen Veteranen der Justiz, des Herrn Chefpräsidenten von Rappard mit dem Wunsche aus, daß eine baldige Genesung ihm zu Theil werden möge, worauf der die Stelle seines Vaters vertretende Herr Oberförster von Rappard den Mitgliedern des Kollegii und dessen Justizkommissarien für die seinem Vater erwiesene Güte dankte. Sodann ließ der Herr Ober=Landes=Gerichtsrath Regenherz Se. Exc. den Hrn. Oberpräsidenten von Vincke und den Hrn. Oberlandesgerichts=Chefpräsidenten von Bernuth, welche das frohe Fest durch ihre erfreuliche Anwesenheit verherrlichten, hoch leben. Bald nachher brachte der Herr Oberförster v. Rappard in Auftrag seines Vaters den Herren Referendarien den Dank dar für den demselben überreichten Becher und trank aus demselben auf deren Wohl. | ||
Hiernächst verlas der Herr Justizkommissions=Rath Cappel ein an den Herrn Jubilar gerichtetes Schreiben des Herrn Staats=Ministers von Stein Exzellenz, welches folgendermaßen lautet: | Hiernächst verlas der Herr Justizkommissions=Rath Cappel ein an den Herrn Jubilar gerichtetes Schreiben des Herrn Staats=Ministers von Stein Exzellenz, welches folgendermaßen lautet: | ||