Graf Adolf von Kleve und von der Mark bekundet am 29. Juni 1392, seinem Neffen Johann von der Mark 4000 gute alte goldene Schilde zu schulden und verpflichtet sich zu deren Rückzahlung am 25. Mai 1393.

Wappen der Grafen von der Mark

Wortlaut

Die Urkunde ist in niederdeutscher Sprache verfasst und wird hier nach Mallinckrodt (Band 1, S. 28-30) zitiert: [1]

Wir Adolph, grave van Cleve und van der Marcke, machen kondt und kenlich allen leuden und bekennen openbarlichen in dissem briefe, dat wir und unser erben schuldich seint von rechter schuldt unserm lieven neven, hern Johanne van der Marcke, herren zu Arburgh, und seinen erven vierdeusent gude alde güldene schilde, gut van golde und recht van gewichte, off ander gutt gulden pagiment, ilcke gutt daervoer in der tydt der betzalunge, de wir een soellen und willen bezalen oppe hoegtyt pinxten nestkommende na dato diss brieffs'), off wy mogen een geven vierhondert gude alde gouldene schilde, guet von gulde und recht von gewichte off die vurs. zeitt und süllen dann der vierdusent schilde vors. daerum ein jar langh dach haben. Undt des zo einer merer sicher sicherheit so haben wir een gesat zu burgen unsen leven sonne Dietheriche van Cleve, hern Diethrichen van Volmesteine, herrn Adolphe van Althen (!), rittere, Richarde van Loeve), den alten Johan...) van dem Cleve, Conrade van Elvervelde, ...), cken Dobben den alten, Johan van der Leiten], Dietheriche van deme Goere, Nevelunghe van dem Hardenberge, Johan van Kuckelsem, Evert van Wickede, Johanne Naerhauss, Herbode van Malinrode, Henrich Dukern, Johan van Liederen, Clas Pützen und Henriche van Blanckenstein, de mitt uns und wir mitt een hebbet gelovet. Were't wy dem vors. unserem leven neven off seinen erven die vierdeusent gülden schilde oppe den vors. termin nicht en betalten, een och de vurs. die vierhondert gulde schilde nicht en geven, wanne sey uns graven Adolve vurs. off unse erven dan darumme manen thut mit ihren brieven off weissen bodden an den portener zo Blanckenstein, und uns bürgen vurs. in unse gegenwerdigkeitt off in unse wonunge, da wir dan zur zeit wonnachtigh seint, so sollen wy Adolph grave vors. off unse erven und wy bürgen alle bei nahmen vors. mallich mit eine knechte und mit zwein pferde binnen den nesten vierthein nachten, der manung nestvolgende, inreiden zu Münster in der Eiffelen mit uns lieven in ein gemein ersame herbarghe, dar wy van een ingewiset werden, iae wy, Adolph grave vurs., off unse erven mogen vor uns selver darin senden wieghuede man, zo den wapen gecoren, mit allen knechten und vier perden, steder voer sich heen dar tho lestene und nummermer uiether der lestinge toe scheiden, wy en hebben een die vurs. sommen schilde degher und all wal bezalt. Und wanner wy einen mont geleistet haben, wanner dan herr Johan van der Marck vurs. off seine erben die vurs. [sommen]) schilde, all off ein deill in den Lu[mbarden off in]) den Juden off also gelaufen schaden an [sich]) selver zo nemene, van den Lumbardenoff Judenschaden solle wy sey ent heven und queit machen, beide von schaden und van hovetgeld"), und schadloss halten. Oich is gevorwardet, wan dat unser bürgen vurs. wellich nae seiner maninghe, as vurs. steit, nicht in lestinge quemen, so mach unser neve vurs. off seine erven des borgen anfhall in den Lumbarden off in den Goeden winnen, und van dem schaden solle wy anderen sakewolden und borgen en och entheven und queitt macken. Und wy en sollen uithe der lestinghe negeweiss scheiden off kommen, wy en hebben to evorens dat vorg. hoevetguit mitt den schaden, gleich vurs. steit, betalt und woll utgericht. Hern Johan vurs. betalunghe sollen wy kommerloss doen zu Colne in de stat oppe eine emunitat, de unse neve vurs. off seine erven eischent. Und were idt, dat unser burgen vurs. willich affleivich werde binnen dieser vors. zeit, so sollen wy binnen den nesten maende nae maninge uns neven vors. off seiner erven einen gelicken gutten mann in des toden statt setten mit eine transfixbrief durch diesen brieff gestecken, das doch diesen brieff nit vicieren noch ergeren en sall. Und worde och diesen brieff nat, lökkerecktich off in einige seiner siegelen gequeset, darmede en sall he nicht gekrencket sein, maer he sall in seiner volnkommener macht bleven, geleicherweiss off dat nit en wehre. Alle diese vurs. puncten und articulen hebbe wy grave Adolff vurs. vor uns und vur unse erben gelofft und gesaet in gutter trawen, und (wy) borgen alle bey nahmen hebben gelovet und gesteckt in gutten trawen an eide stat [heren Joh]anb) vors. und seinen erven stede, vast und trawelich zu halden sunder argelist und hebben [to wairer]) urkunde unse siegell doen hangen und gehangen an diesen brieff. Gegeven in den jaren unsers herrn duisent drey hondert tweundneghentich oppe sent Peter und Pawels tagh der hilliger apostelen.

Übersetzung

Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Adolf, Graf von Kleve und von der Mark, machen kund und kenntlich allen Leuten und bekennen öffentlich in diesem Brief [Urkunde], dass wir und unsere Erben unserem lieben Neffen, Herrn Johann von der Mark, Herrn zu Aremberg (Arburgh), und seinen Erben von Rechts wegen schuldig sind: viertausend gute alte goldene Schilde, gut von Gold und recht von Gewicht, oder eine andere gute goldene Währung, die jeweils zur Zeit der Bezahlung entsprechend gut ist.

Diese (Summe) sollen und wollen wir ihm bezahlen auf das nächste bevorstehende Pfingstfest nach dem Datum dieses Briefes; oder aber wir dürfen ihm zu der vorgenannten Zeit vierhundert gute alte goldene Schilde (gut von Gold und recht von Gewicht) geben und sollen dann wegen der vorgenannten viertausend Schilde ein Jahr lang Zahlungsaufschub haben.

Und dies zu einer größeren Sicherheit: So haben wir ihm als Bürgen gesetzt:

unseren lieben Sohn Dietrich von Kleve,

Herrn Dietrich von Volmestein,

Herrn Adolf von Altena (Althen), Ritter,

Richard von Loe, den Alten,

Johan von dem Cleve,

Konrad von Elverfeld,

[...]cken Dobbe, den Alten,

Johan von der Leiten,

Dietrich von dem Goere,

Nevelung von dem Hardenberge,

Johan von Kuckelsem,

Evert von Wickede,

Johannes Naerhauss,

Herbode von Mallinckrodt (Malinrode),

Henrich Duker,

Johan von Liederen,

Clas Pützen und

Henrich von Blankenstein.

Diese haben es gemeinsam mit uns, und wir mit ihnen, gelobt.

Sollten wir dem vorgenannten unserem lieben Neffen oder seinen Erben die viertausend goldenen Schilde zum vorgenannten Termin nicht bezahlen, und ihm auch die vorgenannten vierhundert goldenen Schilde nicht geben: Wenn sie uns, Graf Adolf vorgenannt, oder unsere Erben dann darum mahnen mit ihren Briefen oder durch einen ausgewiesenen Boten an den Pförtner zu Blankenstein, und uns Bürgen vorgenannt in unserer Gegenwart oder in unserer Wohnung, wo wir dann zur Zeit wohnhaft sind;

...so sollen wir, Graf Adolf vorgenannt, oder unsere Erben und wir Bürgen alle namentlich Vorgenannten – ein jeder mit einem Knecht und mit zwei Pferden – innerhalb der nächsten vierzehn Tage, die auf die Mahnung folgen, einreiten nach Münstereifel (Münster in der Eiffelen) in eine gemeinsame ehrbare Herberge, in die wir von ihnen eingewiesen werden. Doch dürfen wir, Graf Adolf vorgenannt, oder unsere Erben für uns selbst vornehme Männer, zu den Waffen erkoren, dorthin senden mit allen Knechten und vier Pferden, die dort an ihrer Stelle verbleiben und nimmermehr aus dem Einlager scheiden, bis wir ihnen die vorgenannte Summe Schilde völlig und ganz wohl bezahlt haben.

Und wenn wir einen Monat lang im Einlager verblieben sind und Herr Johann von der Mark vorgenannt oder seine Erben dann die vorgenannte Summe Schilde ganz oder teilweise bei den Lombarden oder bei den Juden aufnehmen müssen, um so den entstandenen Schaden nicht selbst tragen zu müssen: von diesem Lombarden- und Judenschaden sollen wir sie entheben und quitt machen, sowohl vom Schaden (Zinsen) als auch vom Hauptgeld (der Kernschuld), und sie schadlos halten.

Auch ist vereinbart: Wenn einer unserer vorgenannten Bürgen nach seiner Mahnung, wie vorgenannt steht, nicht ins Einlager käme, so darf unser vorgenannter Neffe oder seine Erben den Anteil des Bürgen bei den Lombarden oder bei den Juden eintreiben, und von diesem Schaden sollen wir die anderen Schuldlosen und Bürgen ebenfalls entheben und quitt machen. Und wir sollen aus dem Einlager in keinerlei Weise scheiden oder herauskommen, bis wir zuvor das vorgenannte Hauptgut mit dem Schaden, wie vorgenannt steht, bezahlt und wohl beglichen haben.

Herrn Johanns vorgenannte Bezahlung sollen wir frei von Beschlagnahmung zu Köln in der Stadt an einem geschützten Ort (Kirchengut/Immunität) leisten, den unser vorgenannter Neffe oder seine Erben bestimmen.

Und sollte es geschehen, dass einer unserer vorgenannten Bürgen innerhalb dieser vorgenannten Zeit verstürbe, so sollen wir innerhalb des nächsten Monats nach der Mahnung unseres vorgenannten Neffen oder seiner Erben einen gleichermaßen guten Mann an des Toten Stelle setzen, mittels eines Transfixbriefes, der durch diesen Brief gestochen wird; was diesen Brief jedoch weder ungültig machen noch verschlechtern soll.

Und sollte dieser Brief nass, löchrig oder an einigen seiner Siegel beschädigt werden, so soll er damit nicht geschmälert sein, sondern er soll in seiner vollkommenen Kraft bleiben, geradeso als ob das nicht geschehen wäre.

Alle diese vorgenannten Punkte und Artikel haben wir, Graf Adolf vorgenannt, für uns und für unsere Erben gelobt und zugesagt in gutem Glauben; und wir Bürgen alle namentlich haben gelobt und versprochen in gutem Glauben an Eides statt, dies Herrn Johann vorgenannt und seinen Erben stetig, fest und treulich zu halten ohne Arglist. Und (wir) haben zu wahrer Urkunde unser Siegel an diesen Brief hängen lassen und gehängt.

Gegeben in den Jahren unseres Herrn 1392, am Tage der heiligen Apostel Peter und Paul (29. Juni 1392).

Literatur

  • Krumbholtz, Robert: Urkundenbuch der Familien von Volmerstein und von der Recke bis zum Jahre 1437. Münster 1917. Seite 219
  • Mallinckrodt, Gustav von: Urkundenbuch der Familie von Mallinckrodt. Band 1: 1250-1580. Bonn 1911. S. 28-30

Siehe auch

  1. Mallinckrodt, Gustav von: Urkundenbuch der Familie von Mallinckrodt. Band 1: 1250-1580. Bonn 1911