Sybertus von Hamm (Sybertus dictus van Hamm) verkauft am 29. April 1364 mit Zustimmung seiner Frau und seiner Erben dem Rektor der Benediktskapelle zu Dortmund, Thidemann von Hagen, und dessen Nachfolgern eine Getreiderente aus seinem Gut zu Sölde.

Wortlaut

Die Urkunde ist in lateinischer Sprache abgefasst und wird nach Rübel (Band I, S. 578-580) zitiert: [1]

Universis et singulis, ad quos presentia pervenerint, pateat evidenter, quod nos Sybertus dictus van Hamme et Elyzabeth uxor eius legitima cum consensu et bona voluntate Alberti et Cristine liberorum nostrorum atque ceterorum heredum nostrorum omnium pro 12 marcis bonorum denariorum Tremoniensium, qui tempore dationis presentium literarum fuerunt ita boni, quod 20 solidi fecerunt per ignis examinationem unam marcam puri argenti in valore nobis traditis, numeratis et ad voluntatem nostram integre persolutis vendidimus et tenore presentium concorditer vendimus honorabili viro domino Thidemanno de Hagen rectori capelle sancti Benedicti in Tremonia et hiis veris rectoribus, quos dictam capellam regere contigerit in futuro, annuos redditus quatuor maldrorum bone annone pensionalis mensure Tremoniensis siliginis et ordei equipertim, eidem domino Thidemanno seu illi, qui pro tempore rector dicte capelle sancti Benedicti exstiterit, ex bonis nostris in Solde sitis ad orientem, que quondam Gotsvino de Rodenberge pie recordationis pertinebant et ex ipsorum bonorum annexis, appenditiis et pertinentiis universis dandos perpetuo et solvendos necnon sub nostris vel nostrorum heredum laboribus, periculis, eventibus et expensis propriis, nullis prohibitionibus, arrestationibus seu impedimentis obstantibus intra muros Tremonienses ad usum, utilitatem et profectum rectoris capelle sancti Benedicti predicte in festo sancti Martini episcopi hyemalis annis singulis presentandos. Et ut premissa maiori gaudeant firmitate, constituimus fideiussores honestos viros Thidericum de Apeldernbeke, Franckonem Voes et Bernardum de Rodenberge, quorum quotiens aliquis obierit sive principalis, seu fideiussor extititerit, totiens alius ydoneus et eque bonus, in quo rector dicte capelle sit contentus, infra mensem proximum reponetur, qui fideiussores una nobiscum nosque cum eisdem promittimus in hiis scriptis, ut quando et quotiens super aliquo premissorum defectu moniti fuerimus, quod totiens civitatem Tremoniensem mox et statim intrabimus ad iacendum ibidem personaliter in communi hospitio et honesto nobis per rectorem cappelle sancti Benedicti predicte demonstrato, inde nullatenus recessuri, nisi de dicto defectu et singulis promissionibus superius expressis fuerit cum precio nunciorum et expensis inde factis et habitis absque contradictione integraliter satisfactum, et hec premissa quevis et singula ego Sybertus debitor principalis et nos fideiussores predicti promittimus iunctis manibus et insolidum, quilibet quoque nostrum pro toto data fide firmiter assecurando firma, rata et grata tenere, facere et adimplere atque sub omni forma superius expressa nullis dolis malis intervenientibus inviolabiliter observare, defectus etiam, si quos rectorem capelle predicte in premissis vel eorum aliquo sustinere contigerit, hos habebit cum dampnis et interesse utriusque iuris tam canonici quam civilis beneficio et auxilio recuperandi plenariam potestatem. In cuius rei testimonium et firmitatem perpetuam ego Sybertus debitor principalis et nos fideiussores predicti recognoscimus nos sigilla nostra presentibus appendisse, sub quorum sigillis nos Elyzabeth uxor et Albertus ac Cristina liberi Syberti supradicti recognoscimus premissa quevis et singula fore vera et eadem presentibus approbamus. Datum anno domini 1364 crastino sancti Vitalis sancti martiris.

Übersetzung

Ins Deutsche übersetzt lautet der Urkundentext wie folgt:

Allen und jedem Einzelnen, zu deren Kenntnis das gegenwärtige Schreiben gelangt, möge offenkundig feststehen:

Dass wir, Sybert genannt van Hamme, und Elisabeth, seine rechtmäßige Ehefrau, mit Zustimmung und gutem Willen unserer Kinder Albert und Christina sowie aller unserer übrigen Erben, für 12 Mark guter Dortmunder Pfennige – welche zum Zeitpunkt der Ausstellung dieses Briefes so gut waren, dass nach der Feuerprobe 20 Schillinge den Wert einer Mark reinen Silbers ergaben –, die uns übergeben, ausgezählt und nach unserem Willen vollständig gezahlt wurden, verkauft haben und mit dem Inhalt des Gegenwärtigen einmütig verkaufen:

Dem ehrwürdigen Herrn, Dominus Thidemann von Hagen, Rektor der Kapelle des heiligen Benedikt in Dortmund, und jenen künftigen Rektoren, die diese Kapelle leiten werden, eine Jahresrente von vier Malter guten Pachtgetreides Dortmunder Maßes, zu gleichen Teilen Roggen und Gerste.

Diese ist demselben Herrn Thidemann oder dem jeweiligen Rektor der genannten Kapelle aus unseren in Sölde im Osten gelegenen Gütern zu entrichten, welche einst dem seligen Gottfried von Rodenberg gehörten, mitsamt allen Anhängen, Zubehörungen und Pertinenzien dieser Güter. Sie ist auf ewige Zeit zu geben und zu zahlen, und zwar unter unseren Mühen oder denen unserer Erben, auf unser Risiko, unsere Gefahr und Kosten, ungeachtet jeglicher Verbote, Beschlagnahmungen oder Hindernisse, innerhalb der Mauern Dortmunds zum Nutzen und Vorteil des Rektors der vorgenannten Benediktkapelle alljährlich am Fest des heiligen Bischofs Martin im Winter abzuliefern.

Damit das Vorgenannte größere Festigkeit erlange, haben wir als Bürgen die ehrenwerten Männer Thidericus von Aplerbeck, Francko Voes und Bernhard von Rodenberg bestellt. Wann immer einer von ihnen stirbt – sei es der Hauptschuldner oder ein Bürge –, soll innerhalb eines Monats ein anderer, geeigneter und ebenso guter Ersatzmann gestellt werden, mit dem der Rektor der Kapelle zufrieden ist.

Diese Bürgen versprechen gemeinsam mit uns und wir mit ihnen in dieser Schrift: Wenn und sooft wir wegen eines Mangels an den vorgenannten Verpflichtungen gemahnt werden, werden wir sogleich und unverzüglich in die Stadt Dortmund einreiten, um dort persönlich in einer uns vom Rektor der Kapelle angewiesenen gemeinsamen und ehrbaren Herberge Einlager (Einlagerrecht) zu halten. Wir werden von dort keinesfalls weichen, bis wegen des besagten Mangels und aller oben ausgedrückten Versprechen, mitsamt den Botenlöhnen und den entstandenen Kosten, ohne Widerspruch vollständig Genüge geleistet wurde.

Dies alles und jedes Einzelne versprechen ich, Sybert, als Hauptschuldner, und wir, die vorgenannten Bürgen, mit Handschlag und gesamtschuldnerisch – wobei jeder von uns für das Ganze bürgt –, indem wir durch Treuegelübde fest zusichern, dies fest, gültig und willkommen zu halten, auszuführen und zu erfüllen sowie in der oben ausgedrückten Form ohne arglistige Täuschung unverbrüchlich einzuhalten. Sollte der Rektor der Kapelle durch einen Mangel an den vorgenannten Punkten Schaden erleiden, soll er die volle Befugnis haben, diesen mitsamt Schadenersatz und Zinsen nach kanonischem wie zivilem Recht beizutreiben.

Zum Zeugnis dessen und für die ewige Rechtskraft anerkennen ich, Sybert, der Hauptschuldner, und wir, die vorgenannten Bürgen, dass wir unsere Siegel an das Gegenwärtige gehängt haben. Unter diesen Siegeln erkennen wir, Elisabeth, die Ehefrau, sowie Albert und Christina, die Kinder des obengenannten Sybert, an, dass alles Vorgenannte wahr ist, und bestätigen dies mit dem gegenwärtigen Schreiben.

Gegeben im Jahre des Herrn 1364, am Tag nach dem Fest des heiligen Märtyrers Vitalis. (Anmerkung: Das wäre der 29. April 1364).

Bemerkungen

Es ist unklar, ob sich der Beiname van Hamm dieses Sibertus auf die Stadt Hamm bezieht. Auch das Siegel dieses Ritters gibt dazu keinen Aufschluss.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885