Papst Johannes bestätigt am 8. April 1332 dem Kloster Kappenberg das Patronatsrecht über die Kirchen in Methler und Kurl, das ihm vom verstorbenen Graf Engelbert von der Mark geschenkt wurde. Die Urkunde ist in Avignon ausgestellt worden.

Wappen der Grafen von der Mark

Wortlaut

Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und wird nach Bockhorst/Niklowitz (S. 148) zitiert: [1]

Johannes episcopus servus servorum Dei dilectis filiis preposito et conventui monasterii Cappenbergensis per prepositum soliti gubernari Premonstratensis ordinis Monasteriensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. Cum a nobis petitur, quod iustum est et honestum, tam vigor equitatis quam ordo exigit rationis, ut id per solicitudinem officii nostri ad debitum perducatur effectum. Sane petito vestra nobis exhibita continebat, quod quondam Entgelbertus (!) comes de Marka Coloniensis diocesis tunc de Matlare et de Curlare dicte diocesis parrochialium ecclesiarum patronus, de propria salute cogitans et cupiens terrena in celestia et transitoria in eterna felici commercio commutare, ius patronatus, quod in dictis ecclesiis obtinebat, necnon quendam mansum dictum Midendo et casam dictam Claveshus in den Bruke in dicta diocesi consistentia et tunc ad ipsum comitem pleno iure spectantia cum omnibus suis iuribus et pertinentiis suis pro sue ac parentum et progenitorum ac successorum suorum animarum salute vobis et per nos monasterio vestro in perpetuum pia liberalitate donavit, prout in patentibus litteris inde confectis, dicti comitis sigillo munitis plenius dicitur contineri. Nos itaque vestris supplicationibus inclinati, que super hiis ab eodem comite pie ac provide facta sunt rata habentes et grata, ea auctoritate apostolica confirmamus et presenti scripti patrocinio communimus.Nulli ergo omnino hominum liceat, hanc paginam nostre confirmationis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignationem omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. Datum Avinionii, VI idus Apriliis, pontificatus nostri anno sextodecimo.

Übersetzung

Der Urkundentext lautet in die deutsche Sprache übertragen wie folgt:

Johannes, Bischof, Diener der Diener Gottes, den geliebten Söhnen, dem Propst und dem Konvent des Klosters Cappenberg, das durch den Propst des Prämonstratenserordens in der Diözese Münster geleitet wird, Gruß und den Apostolischen Segen.

Wenn von uns erbeten wird, was gerecht und ehrenhaft ist, verlangen sowohl die Kraft der Billigkeit als auch die Ordnung der Vernunft, dass dies durch die Sorgfalt unseres Amtes zur gebührenden Wirksamkeit geführt wird.

Nun enthielt die uns vorgelegte Bitte, dass der einstmalige Graf Engelbert von der Mark (in der Diözese Köln), damals Patron der Pfarrkirchen von Methler und Curl in der besagten Diözese, in Sorge um sein eigenes Seelenheil und im Wunsch, Irdisches gegen Himmlisches und Vergängliches gegen Ewiges in einem glücklichen Tausch umzuwandeln, das Patronatsrecht, das er in den besagten Kirchen innehatte, sowie einen Hof, genannt Midendo, und ein Haus, genannt Claveshus in den Bruke in der besagten Diözese, die damals ihm dem Grafen mit vollem Recht zustanden, mitsamt all ihren Rechten und Zugehörigkeiten, aus frommer Freigebigkeit euch und durch uns eurem Kloster auf ewig geschenkt hat, zum Heil seiner Seele sowie der Seelen seiner Eltern, Vorfahren und Nachfolger. Dies soll, wie es heißt, in den darüber angefertigten offenen Briefen, die mit dem Siegel des besagten Grafen versehen sind, vollständig enthalten sein.

Daher haben wir uns euren flehentlichen Bitten geneigt, halten das, was von demselben Grafen in dieser Sache fromm und weitsichtig getan wurde, für rechtskräftig und genehm, bestätigen es durch Apostolische Autorität und stärken es durch den Schutz dieses Schreibens.

Niemandem soll es daher erlaubt sein, diese Seite unserer Bestätigung zu verletzen oder ihr in tollkühnem Wagnis zuwiderzuhandeln. Wer dies aber zu versuchen wagt, soll wissen, dass er sich den Zorn des allmächtigen Gottes und Seiner heiligen Apostel Petrus und Paulus zuzieht.

Gegeben in Avignon, am 6. Tag vor den Iden des April (8. April), im sechzehnten Jahr unseres Pontifikats (1332)

Literatur

  • Bockhorst, Wolfgang; Niklowitz, Fredy: Urkundenbuch der Stadt Lünen bis 1341. Lünen 1991

Siehe auch

Anmerkungen

  1. vgl. Wolfgang Bockhorst/Fredy Niklowitz: Urkundenbuch der Stadt Lünen bis 1341. Lünen 1991, S. 148