Urkunde 1323 Januar 20
Graf Ruprecht von Virneberg bestätigt am 20. Januar 1323 den Schiedsspruch, dass Graf Engelbert von der Mark die Burg und das Gogericht Davensberg in die Hand zurückgeben soll, aus der es sie erworben hat.

Wortlaut
Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Bockhorst/Niklowitz zitiert: [1]
Wi, greve Rotprecht van Virneborgh, eyn overman unde sonman mit deme edelen manne greven Godevrede van Seynen der twist unde des crighes, de upghelopen is twisghen den ersomen heren bisscop Lodewighe van Monstere unde sinen stichte van eyner partye unde greven Engelberte van der Marke van der anderen partye, don kundigh allen den, die dessen bref sien und horen lesen, dat wi na den sonbreven des vorbenomden bisscop Lodewiges van Monstere unde greven Engelbertes van der Marke ghemanet unde vorbodet sin unde komen sin in to Alen, to secgene eyn recht na den sonbreven. Unde wante de vorbenomde greve Godevred van Seynen to uns to Alen nicht komen is, so secke wi unde spreket vor eyn recht, also Henric Korf unde Adolf van Batenhorst, riddere, sonlude der vorbenomden twist und crighes, gheseghet unde ghesproken hebbet vor eyn recht, dat greve Engelbert van der Marke dat hus ton Daverenberghe unde dat gogherichte to den Daverenberghe sal wederlaten in die hand, dar he sie wederkofte. Unde wat ghebeteret is to Horne na den sonbreven, Goswines hus van Hatnecke, Goswines hus repes unde Lunen, die sal he unvortrecket breken. Were ouch, dat die vorbenomede greve Engelbert van der Marke des nicht en dede, so spreke wi vor eyn recht, dat he sine benomden sonbreve den vorbenomden bisscope Lodewighe van Monstere unde sinen stichte nicht ne helde. To eynen orkunne desser vorgesprokenen rede hebbe wi unse ingheseghel in dessen bref ghehanghen. Dit is gheschen unde desse bref is ghegheven to Alen na unses heren Godes ghebord in den dusendesten drehunderdesten dreuntwintighesten iare, to sante Fabianes unde Sebastianes daghe.
Übersetzung
Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:
Wir, Graf Ruprecht von Virneburg, als Obmann und Schlichter des Streits und Krieges, der zwischen dem ehrwürdigen Herrn Bischof Ludwig von Münster und seinem Stift einerseits und Graf Engelbert von der Mark andererseits ausgebrochen ist, tun allen kund, die dieses Schreiben sehen und hören lesen:
Wir wurden gemäß dem Schlichtungsvertrag des vorgenannten Bischofs Ludwig von Münster und des Grafen Engelbert von der Mark ermahnt und aufgefordert, nach Ahlen zu kommen, um ein Urteil nach dem Schlichtungsvertrag zu sprechen. Und da der vorgenannte Graf Gottfried von Sayn nicht zu uns nach Ahlen gekommen ist, sprechen und verkünden wir ein Urteil, wie es Heinrich Korf und Adolf von Batenhorst, Ritter und Schlichter des vorgenannten Streits und Krieges, als Urteil gesprochen und verkündet haben:
Graf Engelbert von der Mark soll das Haus zu Davensberg und das Gogericht zum Davensberg zurückgeben in die Hand, von der er sie gekauft hat. Und was nach dem Schlichtungsvertrag in Horne verbessert wurde, die Häuser von Goswin von Hatnecke, die Häuser von Goswin Repes und Lünen, die soll er unverzüglich abreißen.
Wenn der vorgenannte Graf Engelbert von der Mark dies nicht tun sollte, so sprechen wir das Urteil, dass er seinen benannten Schlichtungsvertrag dem vorgenannten Bischof Ludwig von Münster und seinem Stift nicht eingehalten hat.
Als Zeugnis dieser vorgenannten Sache haben wir unser Siegel an dieses Schreiben gehängt.
Dies ist geschehen und dieses Schreiben ist in Ahlen gegeben worden, nach der Geburt unseres Herrn und Gottes, im tausendsten, dreihundertsten und dreiundzwanzigsten Jahr, am Tag des heiligen Fabian und Sebastian.
Literatur
- Wolfgang Bockhorst/Fredy Niklowitz (S. 138-139): Urkundenbuch der Stadt Lünen bis 1341. Lünen 1991
Siehe auch
Anmerkungen
- ↑ vgl. Wolfgang Bockhorst/Fredy Niklowitz (S. 138-139): Urkundenbuch der Stadt Lünen bis 1341. Lünen 1991, S. 138-139