Adelheid, die Witwe des Dortmunder Bürgers Ertmar im Camp, lässt am 5. April 1289 den Dortmunder Bürgern Gottfried und Lutger Kruse ihre Güter Osthus in Holthausen auf. Unter den namentlich genannten Personen in dem Dokument befindet sich Otto von Hamm (Ottone de Hammone). Er tritt dabei als Schöffe (scabini) des Grafen Herbord von Dortmund auf.

Wortlaut

Die Urkunde ist in lateinischer Sprache verfasst und hat nach Rübel (S. 149-150) folgenden Wortlaut: [1]

Quoniam mortales sumus et dudum subsistere non possumus, competens est presidium futurorum precedentium gesta, quorum perhennitas desiderantur, litterarum testimoniis exhiberi. Proinde ego Alheydis relicta quondam Ertmari in Campo, civis Tremoniensis, et Gotfridus filius meus, sient presentium constat memorie, ita futurorum transmittimus notice, quod nos de sano et maturo consilio ac consensu consanguineorum nostrorum vendidimus Gotfrido et Lutgero, fratribus dictis Cruse, eorumque legitimis heredibus natis et innatis bona nostra sita in Holthusen, que Osthus appellantur, cum universis attinentiis, hominibus bona colentibus et ad ipsa bona spectantibus, agris, pratis, pascuis, piscariis tam in cespitibus quam in frondibus in meram proprietatem perpetuo possidenda. Ut autem huiusmodi vendico nostra dictis fratribus et heredibus ipsorum amplius firmaretur, accessimus ad curiam Theoderici de Bertelwic, in qua honorabilis vir, Herbordus, comes Tremoniensis, legitimum locum secreti iudicii per sententiam constituit et personaliter in sede liberi comitis iudicio presidebat, in quo loco bona resignavimus memorata; prenotatus itaque liber comes possessionem dictorum bonorum sepedictis fratribus per bannum regium stabilivit de sententia scabinorum, hiis scabinis eiusdem iudicii presentibus, Ottone de Hammone, Henrico Grunepape, Theoderico de Bertelwich predicto, Gerardo filio Radolfi, Gotfrido Clavigero, Henrico de Sunthem et Gorfrido de Stochem. Actum anno domini 1288, feria 3 post ramos palmarum, iustis anni consilio civitatis Tremoniensis presente videlicet Johanne de Wickede, Ertmaro de Crakowe, Bernardo Calvo, Thiderico Nigro, Conrado Pede, Hildebrando Suderman, Henrico Albo, Alvino de Sinckinc, Winando de Stenhus, Alberto de Puteo, Johanne de Mendene, Johanne de Susato, Lamberto de Cusvelde, Lutgero, emptore iam dicto, Henrico de Hagen, Alberto Beyone, Ecberto de Rode, Henrico de Tremonia. Etiam presentes fuerunt Winandus et Conradus de Herrike, Bernardus de Braken, Hildebrandus et Lutgerus, fratres dicti Bunde, et alii quam plures. Ne vero aliquis prescriptum factum nostrum in posterum infringere valeat vel mutare, rogavimus honorabiles viros comitem et consules Tremonienses predictos sigilla eorum presentibus apponare in testimonium premissorum.

Übersetzung

Die Urkunde lautet übersetzt ins Deutsche wie folgt:

Da wir sterblich sind und nicht für lange Zeit bestehen können, ist es ein geeigneter Schutz für die Zukunft, die Taten der Vergangenheit, deren Beständigkeit erwünscht ist, durch schriftliche Zeugnisse zu beweisen.

Daher machen wir, Alheydis, die Witwe des verstorbenen Ertmarus in Campo, Bürger von Dortmund (Tremoniensis), und Gotfridus, mein Sohn, wie es die Erinnerung der Gegenwart bestätigt, der Kenntnis der Zukunft kund, dass wir aus gesundem und reifem Rat und mit Zustimmung unserer Verwandten unsere Güter in Holthausen (Holthusen), die Osthaus genannt werden, mit all ihrem Zubehör, den Leuten, die die Güter bewirtschaften und die zu diesen Gütern gehören, den Äckern, Wiesen, Weiden, Fischereien, sowohl in Torfstichen als auch in Zweigen, an Gotfridus und Lutgerus, die Brüder, genannt Cruse, und ihre rechtmäßigen Erben, geborene und ungeborene, als reines Eigentum zum ewigen Besitz verkauft haben.

Damit dieser unser Verkauf den besagten Brüdern und ihren Erben weiter gefestigt würde, begaben wir uns zum Hof des Theodericus von Bertelwic, auf dem der ehrenwerte Herr Herbordus, Graf von Dortmund (Tremoniensis), einen rechtmäßigen Ort eines geheimen Gerichts durch Urteil festlegte und persönlich auf dem Sitz des freien Grafen dem Gericht vorsaß. An diesem Ort haben wir die erwähnten Güter abgetreten. Der vorgenannte freie Graf hat also den Besitz der besagten Güter den oft genannten Brüdern durch königlichen Bann mit dem Urteil der Schöffen bestätigt.

Anwesend waren die Schöffen desselben Gerichts:

Otto von Hamm (Hammone)

Henricus Grunepape

der vorgenannte Theodericus von Bertelwich

Gerardus, Sohn des Radolfus

Gotfridus Claviger

Henricus von Sunthem

Gotfridus von Stockum (Stochem).

Geschehen im Jahre des Herrn 1288, am dritten Wochentag nach Palmsonntag, in Anwesenheit des Rechtsrats der Stadt Dortmund (Tremoniensis), nämlich:

Johannes von Wickede

Ertmarus von Crakowe

Bernhardus Calvus

Tidericus Niger

Conradus Pede

Hildebrandus Suderman

Henricus Albus

Alvinus von Sinckinc

Winandus von Stenhus

Albertus von Puteo

Johannes von Menden (Mendene)

Johannes von Soest (Susato)

Lambertus von Coesfeld (Cusvelde)

Lutgerus, der bereits genannte Käufer

Henricus von Hagen

Albertus Beyon

Ecbertus de Rode

Henricus von Dortmund (Tremonia).

Ebenfalls anwesend waren:

Winandus und Conradus von Herrike

Bernardus von Braken

Hildebrandus und Lutgerus, die Brüder, genannt Bunde

und sehr viele andere.

Damit niemand unsere vorgenannte Tat in Zukunft verletzen oder ändern kann, haben wir die ehrenwerten Herren, den Grafen und die Konsuln von Dortmund, gebeten, ihre Siegel an dieses Schreiben als Zeugnis des Vorgenannten anzubringen.

Siehe auch

Anmerkungen

  1. zitiert nach Karl Rübel: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Erste Hälfte. Dortmund 1881, S. 149-150