Oststraße 28
Die Hausstätte Oststraße 28 (alt: Nro 40) wurde nach dem Stadtbrand von 1741 von Johann Henrich Velmers errichtet. Es befand sich um 1800 im Besitz des Schmiedemeisters Heinrich Wilhelm Schlinkmann († 1802), der 1781 das Haus für 605 Reichstaler von den Eheleuten Johann Diedrich Reinold gekauft hatte. Dessen Witwe Elisabeth geb. Pantaleon heiratete in zweiter Ehe den Schlößermeister Johann Dietrich Andreas Berg (ca. 1776-1817). 1822 finden wir den Uhrmacher Friedrich Heinrich Georg Hein, der aus Dillenburg stammte, im Hause vor. Er war mit Louise Wormstall verheiratet. Noch 1833 ist er als Heinrich Hein, Uhrmacher und Uhrenhandel belegt. Über vier Generationen war im Hause ferner die Uhrmacherfamilie Kneer ansässig, die 1979 eine Filiale im City-Center eröffnete. Seit den 1980er Jahren befindet sich im Hause das Sicherheits-Center bzw. Elektro Imgenberg.


Mieter
Über die katholischen Kirchenbücher gelingt für dieses Haus auch der Nachweis eines Mieters im frühen 19. Jahrhundert. Es handelt sich um den aus Wiescherhöfen stammenden Arbeiter Johann Gerhard Heimann, der noch in Herringen am 14. Mai 1807[1] die Bauerstochter Johanna Maria Sophia Schetter aus Bönen heiratete. Während 1810 das Ehepaar weiterhin noch in Wiescherhöfen ansässig ist,[2] erfolgte vor 1816 die Übersiedlung nach Hamm. Von 1816 bis 1819 ist das Ehepaar an der Oststraße 28 nachgewiesen. Als Beruf wird 1819 Ackerknecht angegeben. Dieses Beispiel verdeutlicht die vielfältigen Migrationsbewegungen aus dem Hammer Umland in die Stadt Hamm selbst bereits vor der Industrialisierung.[3]
Anmerkungen
- ↑ Vgl. 1807 (Trauregister)
- ↑ Vgl. 1810 (Geburtsregister)
- ↑ Diese Binnenmigration wird auch beim Heiratsverhalten besonders der katholischen Stadtbevölkerung deutlich: Ehen wurden häufig mit Partnern oder Partnerinnen aus der Hammer Umland geschlossen.
Fotos
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Oststraße 38 2001
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Oststraße 38 2007