Erster Weltkrieg

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Der Erste Weltkrieg hatte auch in Hamm Engpässe in der allgemeinen Versorgungslage zur Folge. Wohnungen und Grundnahrungsmittel wie zum Beispiel Kartoffeln fehlten. Schon 1915 musste man den Gürtel enger schnallen, denn zu dem Zeitpunkt waren beispielsweise die Kartoffelpreise schon doppelt so hoch wie im Jahr zuvor.

Wie in ganz Deutschland versuchte man auch in Hamm, mit den anstehenden Problemen fertig zu werden. In Berlin wurden Sonderämter eingerichtet, wie das Reichsernährungsamt und die Kriegsrohstoffabteilung, die Produktion und Konsum regulierten. Durch Verordnungen wurden Höchstpreise festgesetzt und beispielsweise die Verkaufsmengen von Brotgetreide oder Kartoffeln beschränkt. Dieses System wurde 1915 eingeführt und bis zum Ende des Krieges beibehalten. Jede Gemeinde musste ab sofort das in ihrem Ort gewachsene Getreide beschlagnahmen und an die Reichsgetreidestelle abliefern. Während des Krieges wurde der Stadt Hamm die Festsetzung der Höchstpreise und die Rationierung der Lebensmittel übertragen. Im Zuge der Rationierung der Grundnahrungsmittel wurden Lebensmittelmarken ausgegeben. Diese Form der Zwangswirtschaft begünstigte die Entstehung Schwarzer Märkte. Der Kampf gegen den Wucher mit Lebensmittelpreisen zog sich durch die gesamte Kriegszeit.

Auch in der Nachkriegszeit besserten sich diese Probleme zunächst nicht. Im Sommer 1919 war die Versorgungslage der Bevölkerung so miserabel, dass nicht einmal mehr Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln zu haben waren. Nur wer genügend Geld besaß, um sich bei Schiebern zu Wucherpreisen zu versorgen, konnte sich einigermaßen ernähren. Die Stadtverordnetenversammlung hatte aus diesem Grund am 19. Mai 1919 eine Lebensmittelkommission aus vier Magistratsmitgliedern und 14 Stadtverordneten gebildet, die jedoch nichts bewirkt hatte. Die Stimmung in der Bevölkerung verschlechterte sich zunehmend. Bald kam es wegen der hohen Preise zu immer stärkeren Auseinandersetzungen zwischen Händlern und Einkäufern sowie zu Tumulten und Plünderungen. Im Sommer 1919 wurden neben Lebensmittelgeschäften auch viele Bekleidungsläden geplündert.