Hermann von Ascheberg schreibt am 6. Mai 1521 an den Bischof von Münster und berichtet darin von einem aus seiner Sicht ungerechtfertigten Angriff Bernd von Oers auf Haus Ichterloh. Dieser Angriff steht im Zusammenhang mit den Streitigkeiten zwischen Lambert von Oer und Goddert von Harmen.

Das eiserne Halsband des Lambert von Oer

Wortlaut

Die Urkunde ist in niederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. 180) zitiert: [1]

Is dan des valschen meineidigen boesewichts unde verreders Lamberts soen van Oer, Bernth genant unde andere geschickeden nesten verleden saterdach gekommen ton Jchterloe und dat hus unverfolgt und unverklaget unensachter vehede unde unverwart siner ere geweltlichen ingenommen und sinen wehligen moeth dar mede vorgekart, dat berovet und entwegeslagen unde min kleinodige unde jenige des huiß kettel, potte, geschottl, tviforen bedden, hedde wo dat den namen eiget, sampt min varen have, perde, koye, swine, segen mede genomen, unde min imme verbrant, und minen dener, den ich van mins sons wegen daer beschickt had, dat sine benommen, sin ock bericht, de van Halteren de oere daer oick geschickt hedden, dat doch gaer unbillicks gescheen is. Angesehen mi nemant schrift-, klags- oder verfollich siner wegen heft doyn beschicken brengen ader vorwitliken und wanner ich sulchs gedaen hed, hed ich gedaen als ein boesewicht und meste wall upleggen unde betalen.

Übersetzung

Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Es ist dann dieses falschen, meineidigen Bösewichts und Verräters Lamberts Sohn von Oer, genannt Bernd, und andere [von ihm] geschickte Kumpane am vergangenen Samstag nach Ichterloh gekommen und haben das Haus ohne vorherige Fehdeankündigung, ohne Klage und unter Missachtung seiner Ehre gewaltsam eingenommen. Damit hat er seinen mutwilligen Zorn gekühlt, das Haus beraubt und demoliert und meine Kleinodien sowie alles, was zum Hause gehört – Kessel, Töpfe, Geschirr, Handtücher, Betten, Laken und wie es auch immer heißen mag – mitsamt meiner fahrenden Habe, Pferden, Kühen, Schweinen und Ziegen mitgenommen. Zudem hat er meine Bienenstöcke verbrannt und meinem Diener, den ich wegen meines Sohnes dort herbeigestellt hatte, das Seine weggenommen. Es wird auch berichtet, dass die von Haltern die Ihren ebenfalls dorthin geschickt hätten, was doch gar unbillig geschehen ist. In Anbetracht dessen, dass mir niemand von seinetwegen eine schriftliche Klage oder Fehdeandrohung hat zukommen lassen oder mich vorab informiert hat; und wenn ich so etwas getan hätte, hätte ich gehandelt wie ein Bösewicht und müsste es wohl büßen und bezahlen.

Literatur

  • Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
  • Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142

Anmerkungen

  1. Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193