In einer Verkaufsurkunde des Lambert von Varssen vom 22. März 1397 wird die Landwehr der Stadt Hamm beim Haus Caldenhof erwähnt.

Wappen der Familie von Varssem

Wortlaut

Die Urkunde hat folgenden Text:[1]

Ick, Lambert van Varsschem, van dem Kaldenhove, bekenne in dussem Breve, dat ick met gudem Vordacht und met vullen Willen all miner rechten Erben hebbe verkofft rechtliken und erdeliken und verkope in dussem Breve einen steden vasten erfliken Koop vor eine Summe Geldes, die mi wol und all tho minen is betalt, der Stadt tho dem Hamme. Die Landwehr, de se hebbet gegraven by dem Kaldenhove vor dem Boenenkampe hen dor de Marsch winte in die Arzene und de Anewenden jalff in den Boenenkamp, also als dat uth getekent is, und hebbe vort verkofft der Stadt thom Hamme und den van Tünnen den Weg van derselven Landwehr winte an das sendige Land tho der Stadt vort um eine Summe Geldes, de mi de van Tünne voll hebbet betalt met dussen Vorworden, dat de Stadt thom Hamme soll maken eine Brügge aver den Weg, da dat Water sinen Flött unterhen hebben mögte, und de van Tünnen sollen de Hovede van der Brüggen verwahren und maken met Holte, wan des behof is, und ick Lambert van Varschem vorg. un all mine rechte Erven sollen und willt wahren und rechte Warschop dohn der Stadt thom Hamme der Landwehr und der Anewenden und fort der Stadt thom Hamme und den van Tünnen des vorg. Weges als eigenes Recht und Wonnede is, boven und benedden in dem Lande vor all den gehnen, de des to Rechte kommen wilt, sunder Arglist, und to Tüge, so hebbe ick Lambert van Varschem vorg. min Ingeselt gehangen an dussen Breef vor my und vor all myne rechten Erven. Datum anno domini millesimo trecentesimo nonagesimo septimo feria quarta proxima post Reminiscere.

Übersetzung

Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:

Ich, Lambert von Varsschem, vom Kaldenhofe, bekenne in diesem Briefe, dass ich mit gutem Bedacht und mit vollem Willen all meiner rechten Erben rechtmäßig und erbgültig verkauft habe und in diesem Briefe verkaufe in einem stetigen, festen, erblichen Kauf für eine Summe Geldes, die mir wohl und ganz zu meinen Handen bezahlt ist, der Stadt zu Hamm:

Die Landwehr, die sie gegraben haben beim Kaldenhof vor dem Bohnenkamp hin durch die Marsch bis in die Ahse und die Anewenden (Wendestrefen/Grenzstreifen) halb in den Bohnenkamp, so wie das abgesteckt ist; und habe ferner verkauft der Stadt zu Hamm und denen von Tünnen den Weg von derselben Landwehr bis an das sandige Land zur Stadt hin um eine Summe Geldes, die mir die von Uentrop voll bezahlt haben, mit diesen Bedingungen: dass die Stadt zu Hamm eine Brücke über den Weg bauen soll, wo das Wasser seinen Abfluss darunter haben mag, und die von Tünnen sollen die Köpfe (Widerlager) der Brücke verwahren und aus Holz bauen, wenn das nötig ist.

Und ich, vorgenannter Lambert von Varschem, und all meine rechten Erben sollen und wollen der Stadt zu Hamm für die Landwehr und die Anewenden sowie ferner der Stadt zu Hamm und denen von Uentrop für den vorgenannten Weg Gewähr leisten, wie es eigen Recht und Gewohnheit ist, oben und unten im Lande vor allen denjenigen, die deswegen vor Gericht kommen wollen, ohne Arglist.

Und zum Zeugnis habe ich, vorgenannter Lambert von Varschem, mein Siegel an diesen Brief gehängt für mich und für all meine rechten Erben.

Gegeben im Jahre des Herrn 1397 am Mittwoch nach dem Sonntag Reminiscere.

Bemerkungen

Die in dieser Urkunde angesprochene Landwehr befindet sich noch heute als Bodendenkmal sichtbar im Pilzholz. Eickhoff weist in seinem Aufsatz [2] ebenfalls darauf hin.

Die Datierung ergibt sich daraus, dass Bezug auf den Sonntag Reminiscere, den 2. Fastensonntag vor Ostern, Bezug genommen wird. Die Urkunde ist vier Tage nach diesem Tag, also an einem Donnerstag, ausgestellt worden. Das Osterdatum des Jahres 1397 lag auf dem 22. April, insofern lag der Sonntag Reminiscere auf dem 18. März und das Urkundendatum ist mithin der 22. März 1397.

Die Urkunde ware Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts noch im Bestand des Stadtarchivs Hamm. Sie ist mit dem Totalverlust des Stadtarchoivs Hamm im 2. Weltkrieg vernichtet worden.

Anmerkungen

  1. ↑ zitiert nach Eickhoff: Gut Kaldenhof. In: Heimatkalender für den Kreis und die Stadt Hamm, Unna, Kamen, Fröndenberg 1927, S. 120
  2. ↑ Eickhoff: Gut Kaldenhof. In: Heimatkalender für den Kreis und die Stadt Hamm, Unna, Kamen, Fröndenberg 1927, S. 120

Siehe auch