Graf Engelbert von der Mark bekundet am 24. April 1371, dass er den Kauf von Besitzungen in Dortmund und der Feldmark als den Rechten der Stadt zuwiderlaufend zurückgenommen hat, und will die Stadt in keiner Weise beeinträchtigen.

Wappen der Grafen von der Mark

Wortlaut

Die Urkunde ist in mittelniederdeutscher Sprache verfasst und wird nach Rübel (Band I, S. 643-644) zitiert: [1]

Wii Engelbraicht greve van der Marke doin kundich allen luden und bekennen, dat wii mit unsen guden vrunden burgermeistern raide und den ghemeynen burgeren der staid van Dorpmunde van allen stucken, dey uns bitte op diesen hudygen daigh datum dis breyffs tot een werende was, sint guytlichen und vruntlichen verlyket und verscheiden, also dat wii sey alyncg dar van quiit schelden, und wante wii tot anderen tiiden mid Conraide Cleppynege seligen Hermans Cleppyncgs soyne, dem goet genade, eenen koep ghedaen hadden as mit eme huys und mit ener hovesate gelegen bynnen der stad van Dorpmunde und mit veyrdenhalven morghen iaarsediges landes bynnen der veltmarke van Dorpmunde gelegen mit eren to behoryncgen, dey wanner seligen Conraide Cleppyncge deme juncgen toe ghehart hadden, und wii syder der tiit van unsen vrunden des verleert und wiies ghemaket syn , dat na aldem rechte und ghewonden der staid van Dorpmunde neymant maich hebben ertlich guyt bynnen der staid und veltmarke to Dorpmunde vorsc., hey en sii en burghere to Dorpmunde, hier umb und ouch wante wii noede eymande am siinen rechte kruden oft hynderen wolden, so schelde wii den vurg. alynegen koep deghere und al quiit und laten den selven alyncgen koep mit siinen tobehorynegen wider in hand Conraides Cleppyncges seligen Hermans [Cleppyn]eges soyns vurgen. und wii ensulen noch ene wellen noch neyman en sal van uns wegene uns des vurg. kopes nicht vur[t. underw]ynnen ienige wiis. Vartmer so verbynde wii uns des und geloven in guden truwen in openen breyve, dat wii noch u[nse erven in]d nakomelyncge greven tor Marke noch neymant van unser wegene uns nicht beerven sullen bynnen der statt unde ..... to Dorpmunde neynegewiis van diesem daige vart ain datum dis breyffs vur det dan wii alreyde dar bynnen gheervet siin. [Vartmer gelo]ve wii in guden truwen, wert, dat dey raid van Dorpmunde off eynige van eren borgeren mit eynigen, dey ere borgere weren eder er[e borg]here gheweist hedden , twiist hedden off kregen hir namaels twiist, in wat wiise dat dey twiist op erstanden were, off opstunde, der l[iff] und eres guydes en sule wii noch en wellen uns noch neymand van uns. wegene neynige wiis underwinden noch verdegedyncgen inthegen den raid van Dorpmunde noch intghegen ienige ere borghere, alle argeliist in diesen dyncgen uyt ghescheden. Und op dat alle diese vurgescr. stucke und er itlich bysunder stede unde vast blyven, so hebbe wii dis tot orkunde und gantzer stedicheyt unse grote inegesegel ain diesen breyff doin hancgen. Datum in vigilia beati Marci ewangeliste anno domini 1371.

Übersetzung

Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:

Wir, Engelbert, Graf von der Mark, tun kund allen Leuten und bekennen, dass wir uns mit unseren guten Freunden, den Bürgermeistern, dem Rat und den gemeinen Bürgern der Stadt Dortmund, in allen Angelegenheiten, die zwischen uns bis zum heutigen Tag der Ausstellung dieses Briefes offenstanden, gütlich und freundschaftlich geeinigt und auseinandergesetzt haben, sodass wir sie gänzlich davon quitt sprechen.

Und da wir zu anderer Zeit mit Conrad Klepping, dem Sohn des seligen Hermann Klepping (dem Gott gnädig sei), einen Kauf getätigt hatten, nämlich über ein Haus und eine Hofstätte innerhalb der Stadt Dortmund sowie über dreieinhalb Morgen Ackerland innerhalb der Feldmark von Dortmund mit allem Zubehör, die früher dem seligen Conrad Klepping dem Jüngeren gehörten: Da wir seither von unseren Freunden belehrt und weise gemacht worden sind, dass nach allem Recht und Gewohnheit der Stadt Dortmund niemand Erbgut innerhalb der vorgenannten Stadt und Feldmark von Dortmund haben darf, er sei denn ein Bürger zu Dortmund.

Hierum, und auch weil wir ungern jemanden in seinem Recht bedrängen oder hindern wollen, so erklären wir den vorgenannten gesamten Kauf für völlig aufgelöst und nichtig. Wir lassen denselben gesamten Kauf mit seinem Zubehör wieder zurück in die Hand des vorgenannten Conrad Klepping, des Sohnes des seligen Hermann Klepping. Und weder wir noch jemand in unserem Namen soll oder will sich des vorgenannten Kaufes künftig in irgendeiner Weise annehmen.

Ferner verbinden wir uns dazu und geloben in gutem Glauben in diesem offenen Brief, dass weder wir noch unsere Erben und Nachkommen als Grafen von der Mark, noch sonst jemand von unsertwegen, uns innerhalb der Stadt und [Feldmark] zu Dortmund in keiner Weise von diesem Tag an beerben lassen sollen, außer in dem Maße, wie wir dort bereits [mit Gütern] beerbt sind.

Weiterhin geloben wir in gutem Glauben: Sollte es vorkommen, dass der Rat von Dortmund oder einige ihrer Bürger mit Personen, die ihre Bürger sind oder gewesen waren, Zwist hätten oder hiernach Zwist bekämen – in welcher Weise auch immer dieser Zwist entstanden wäre oder entstehen sollte –, so wollen und sollen weder wir noch jemand von unsertwegen sich deren Leib und Gut in keinerlei Weise annehmen noch diese gegen den Rat von Dortmund oder gegen ihre Bürger verteidigen; jede Arglist ist in diesen Dingen ausgeschlossen.

Und damit alle diese vorgenannten Punkte und jeder einzelne davon stetig und fest bleiben, so haben wir zu Urkunde und ganzer Beständigkeit unser großes Siegel an diesen Brief hängen lassen.

Gegeben am Vorabend des seligen Evangelisten Markus (24. April), im Jahre des Herrn 1371.

Literatur

  • Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Rübel, Karl: Dortmunder Urkundenbuch. Band I. Zweite Hälfte. Dortmund 1885