Lippepark Hamm: Unterschied zwischen den Versionen
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
[[Bild:Schacht-Franz (1980).jpg|thumb|right|Schacht Franz – Luftbild, Mai 1980<br/>© RVR – [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland]]] | [[Bild:Schacht-Franz (1980).jpg|thumb|right|Schacht Franz – Luftbild, Mai 1980<br/>© RVR – [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland]]] | ||
Hamm bewarb sich mit dem Projekt „Im Westen was Neues“ um die Austragung der Landesgartenschau 2014, den Zuschlag erhielt allerdings die Stadt Zülpich. Trotzdem wurde das Projekt in Hamm umgesetzt, da die notwendige Finanzierung trotz gescheiterter Bewerbung in weiten Teilen gewährt wurde.<ref>[http://web.pregocms.de/herringen/page.php?p=9756&n=9752|9756 „LaGa 2014 adé“ in: herringen.de (2009) | Hamm bewarb sich mit dem Projekt „Im Westen was Neues“ um die Austragung der Landesgartenschau 2014, den Zuschlag erhielt allerdings die Stadt Zülpich. Trotzdem wurde das Projekt in Hamm umgesetzt, da die notwendige Finanzierung trotz gescheiterter Bewerbung in weiten Teilen gewährt wurde.<ref>[http://web.pregocms.de/herringen/page.php?p=9756&n=9752|9756 „LaGa 2014 adé“]] in: herringen.de (2009)</ref> Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln der folgenden Institutionen:<ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues-lippepark-hamm.html „Im Westen was Neues“] in: hamm.de (2009)</ref> | ||
* Europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung | * Europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung | ||
* Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung | * Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung | ||
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=== Bauabschnitt Süd (bis 2012) === | === Bauabschnitt Süd (bis 2012) === | ||
[[Datei:Funpark Herringen 01.jpg|mini|rechts|Funpark im Lippepark]] | [[Datei:Funpark Herringen 01.jpg|mini|rechts|Funpark im Lippepark]] | ||
[[Datei:Lippepark Ort IB.jpg|mini|rechts|Ort der | [[Datei:Lippepark Ort IB.jpg|mini|rechts|Ort der interreligiösen Begegnung nahe des Entrées]] | ||
Auf der Südfläche des Geländes entstand zunächst die große [[Funpark Herringen|Funsport-Anlage]] und das ''[[Kunstprojekt Seilfahrt]]'', das schon wenig später von Vandalen zerstört und später in robusterer Bauweise wieder aufgebaut wurde.<ref>[[Lippepark Hamm (Presseberichte)|Westfälischer Anzeiger vom 18. Juli 2012 | Auf der Südfläche des Geländes entstand zunächst die große [[Funpark Herringen|Funsport-Anlage]] und das ''[[Kunstprojekt Seilfahrt]]'', das schon wenig später von Vandalen zerstört und später in robusterer Bauweise wieder aufgebaut wurde.<ref>[[Lippepark Hamm (Presseberichte)|Westfälischer Anzeiger]] vom 18. Juli 2012</ref> Danach folgte der insgesamt ca. 12 ha große Wiesenpark mit Liegewiese und Grillplätzen, einem weiteren Spielplatz, dem ''[[Ort der Bergbaugeschichte]]'' und dem ''[[Ort der interreligiösen Begegnung]]''.<ref>[http://www.hamm.de/planen-bauen-verkehr-wohnen/planen-und-entwickeln/stadtentwicklung/im-westen-was-neues/entwicklungsbereich-schacht-franz/schacht-franz-suedflaeche.html „Im Westen was Neues, Schacht Franz Süd“] in: hamm.de</ref> | ||
Während der Arbeiten konnten interessierte Bürger die Baustelle von einem Aussichtsturm aus beobachten. 120 000 m³ Mutterboden und 25 000 m³ Oberboden mussten zur Modellierung der Flächen bewegt werden. Beteiligt am Bau waren die Hammer Firmen Gartenbau Mennigmann und [[Hugo Schneider GmbH|Hugo Schneider]].<ref name="wade120406"/> | Während der Arbeiten konnten interessierte Bürger die Baustelle von einem Aussichtsturm aus beobachten. 120 000 m³ Mutterboden und 25 000 m³ Oberboden mussten zur Modellierung der Flächen bewegt werden. Beteiligt am Bau waren die Hammer Firmen Gartenbau Mennigmann und [[Hugo Schneider GmbH|Hugo Schneider]].<ref name="wade120406"/> | ||
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Die Pläne waren am [[23. April]] [[2013]] durch Oberbürgermeister [[Thomas Hunsteger-Petermann]], Stadtbaurätin Rita Schulze Böing, Heinz-Martin Muhle, Leiter des Stadtplanungsamts, sowie Peter Gawin, Leiter des Tiefbauamts präsentiert worden. Der Rat beschloss den Bau am [[14. Mai]] [[2013]].<ref name="wade130423">[https://www.wa.de/hamm/lippepark-bruecke-soll-ende-2014-fertig-sein-2869127.html „Lippepark-Brücke soll Ende 2014 fertig sein“] in: wa.de vom 23. April 2013</ref> | Die Pläne waren am [[23. April]] [[2013]] durch Oberbürgermeister [[Thomas Hunsteger-Petermann]], Stadtbaurätin Rita Schulze Böing, Heinz-Martin Muhle, Leiter des Stadtplanungsamts, sowie Peter Gawin, Leiter des Tiefbauamts präsentiert worden. Der Rat beschloss den Bau am [[14. Mai]] [[2013]].<ref name="wade130423">[https://www.wa.de/hamm/lippepark-bruecke-soll-ende-2014-fertig-sein-2869127.html „Lippepark-Brücke soll Ende 2014 fertig sein“] in: wa.de vom 23. April 2013</ref> | ||
{{Zitat | |||
|Zitat=Dieser Rad- und Fußweg über Kanal und Lippe ist dringend nötig. Die nächsten Querungsmöglichkeiten sind am Lausbach und an der Römerstraße | |||
|Autor=Rita Schulze Böing | |||
|Publikation=Westfälischer Anzeiger<ref name="wade130423"/> | |||
|Hervorhebung=ja}} | |||
Der Bau der Stahlträger war im Dezember 2013 in Ausführung, zeitgleich begannen Vorarbeiten am Baufeld.<ref>[https://www.wa.de/hamm/stahltraeger-lippebruecke-werden-zurzeit-gebaut-3280395.html „Stahlträger für Lippebrücke werden zurzeit gebaut“] in: wa.de vom 19. Dezember 2013</ref> Beide Brückenteile waren fristgerecht im Sommer 2014 angeliefert. | Der Bau der Stahlträger war im Dezember 2013 in Ausführung, zeitgleich begannen Vorarbeiten am Baufeld.<ref>[https://www.wa.de/hamm/stahltraeger-lippebruecke-werden-zurzeit-gebaut-3280395.html „Stahlträger für Lippebrücke werden zurzeit gebaut“] in: wa.de vom 19. Dezember 2013</ref> Beide Brückenteile waren fristgerecht im Sommer 2014 angeliefert. | ||
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Die hohen Kosten riefen auch das RTL-Unterhaltungsmagazin „Mario Barth deckt auf“ auf den Plan. In der Sendung vom [[28. Oktober]] [[2015]] kritisierte Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek unter anderem eine Marathon-Strecke in Hamm, die über die Lippebrücken verläuft. Zum Abschluss des Beitrags widmete man sich dann auch den Brücken. Sedlaczek verwies unter anderem auf die Kritik des Steuerzahlerbundes an den hohen Kosten, der dabei auch selbst zu Wort kam. Der [[Westfälischer Anzeiger|Westfälische Anzeiger]] veröffentlichte daraufhin eine Gegendarstellung, in der bemängelt wurde, dass der Eindruck erweckt worden sei, dass die Brücken nur wegen der Marathonstrecke gebaut worden seien. Zudem seien die Kosten für die Brücken in einen direkten Zusammenhang mit der Erhöhung der Grundsteuer B gesetzt worden. Beide Behauptungen seien falsch.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/mario-barth-deckt-hamm-rtl-beitrag-lippebruecken-steuerschwendung-ohne-details-5702234.html „RTL deckte auf in Hamm - doch Details blieben auf der Strecke“] in: wa.de vom 30. Oktober 2015</ref> [[2020]] zeigte Barth im Rahmen eines Rankings schlecht gemanagter Brückenprojekte erneut den gekürzten Beitrag über die Brücke. Im Ranking belegte sie Platz 3.<ref name="wade200920">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/mario-barth-nimmt-fuer-rtl-pannen-lippebruecken-vom-lippepark-hamm-erneut-aufs-korn-90046943.html „Mario Barth nimmt Hammer Pannen-Brücken erneut aufs Korn“] in: wa.de vom 20. September 2020</ref> | Die hohen Kosten riefen auch das RTL-Unterhaltungsmagazin „Mario Barth deckt auf“ auf den Plan. In der Sendung vom [[28. Oktober]] [[2015]] kritisierte Sky-Moderatorin Esther Sedlaczek unter anderem eine Marathon-Strecke in Hamm, die über die Lippebrücken verläuft. Zum Abschluss des Beitrags widmete man sich dann auch den Brücken. Sedlaczek verwies unter anderem auf die Kritik des Steuerzahlerbundes an den hohen Kosten, der dabei auch selbst zu Wort kam. Der [[Westfälischer Anzeiger|Westfälische Anzeiger]] veröffentlichte daraufhin eine Gegendarstellung, in der bemängelt wurde, dass der Eindruck erweckt worden sei, dass die Brücken nur wegen der Marathonstrecke gebaut worden seien. Zudem seien die Kosten für die Brücken in einen direkten Zusammenhang mit der Erhöhung der Grundsteuer B gesetzt worden. Beide Behauptungen seien falsch.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/mario-barth-deckt-hamm-rtl-beitrag-lippebruecken-steuerschwendung-ohne-details-5702234.html „RTL deckte auf in Hamm - doch Details blieben auf der Strecke“] in: wa.de vom 30. Oktober 2015</ref> [[2020]] zeigte Barth im Rahmen eines Rankings schlecht gemanagter Brückenprojekte erneut den gekürzten Beitrag über die Brücke. Im Ranking belegte sie Platz 3.<ref name="wade200920">Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/pelkum-ort370530/mario-barth-nimmt-fuer-rtl-pannen-lippebruecken-vom-lippepark-hamm-erneut-aufs-korn-90046943.html „Mario Barth nimmt Hammer Pannen-Brücken erneut aufs Korn“] in: wa.de vom 20. September 2020</ref> | ||
=== Verzögerungen beim Bau (2014–2016) === | ==== Verzögerungen beim Bau (2014–2016) ==== | ||
[[Datei:Luftbild Lippepark Brückenschlag 01.jpg|mini|Luftbild der Lippe- und Kanalbrücke im Lippepark © RVR, 2022, [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland - Namensnennung – Version 2.0.]]] | [[Datei:Luftbild Lippepark Brückenschlag 01.jpg|mini|Luftbild der Lippe- und Kanalbrücke im Lippepark © RVR, 2022, [https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0 Datenlizenz Deutschland - Namensnennung – Version 2.0.]]] | ||
Probleme gab es nicht nur mit den Kosten: Auch das Aufsetzen der Brücken verzögerte sich nach fristgerechter Fertigstellung der Bauwerke mehrfach. Die für Ende 2014 vorgesehene Montage musste verschoben werden, da die dafür nötigen statischen Gutachten nicht vorgelegen haben sollen. Die Brücken wurden daher im [[Stadthafen|Kohlehafen]] eingelagert.<ref name="wade150930"/> Durch eine vermeintlich falsche Einlagerung der Brücke vermutete man wenig später eine erhebliche Überbelastung der Spundwand des Kanals und dadurch drohende Gefahr für die Schifffahrt. Durch eine anschließende Umlagerung entstanden zusätzliche Kosten von 71.000 Euro.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/falsche-lagerung-lippepark-bruecken-fuehrt-ueberraschenden-mehrkosten-5502296.html „Neue Panne bei Lippepark-Brücken kostet 71.000 Euro“] in: wa.de vom 7. September 2015</ref> Die Stadt entzog der Firma ''Rohlfing'', die den Einbau verantworten sollte, Anfang 2015 schlussendlich den Auftrag. Als Grund gab man an, dass Rohlfing das vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine geforderte statische Gutachten für die Montage noch immer nicht eingereicht habe. Zwischen dem amtlichen Prüfstatiker und Rohlfing kam es schließlich zu einem Schiedsverfahren vor der Ingenieurkammer-Bau NRW. Ergebnis dieses Verfahrens war, dass (Zitat) „Einvernehmen darüber besteht, dass statische Nachweise für Maschinen oder Teile nicht erforderlich“ gewesen seien.<ref name="wade170619"/> | Probleme gab es nicht nur mit den Kosten: Auch das Aufsetzen der Brücken verzögerte sich nach fristgerechter Fertigstellung der Bauwerke mehrfach. Die für Ende 2014 vorgesehene Montage musste verschoben werden, da die dafür nötigen statischen Gutachten nicht vorgelegen haben sollen. Die Brücken wurden daher im [[Stadthafen|Kohlehafen]] eingelagert.<ref name="wade150930"/> Durch eine vermeintlich falsche Einlagerung der Brücke vermutete man wenig später eine erhebliche Überbelastung der Spundwand des Kanals und dadurch drohende Gefahr für die Schifffahrt. Durch eine anschließende Umlagerung entstanden zusätzliche Kosten von 71.000 Euro.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/falsche-lagerung-lippepark-bruecken-fuehrt-ueberraschenden-mehrkosten-5502296.html „Neue Panne bei Lippepark-Brücken kostet 71.000 Euro“] in: wa.de vom 7. September 2015</ref> Die Stadt entzog der Firma ''Rohlfing'', die den Einbau verantworten sollte, Anfang 2015 schlussendlich den Auftrag. Als Grund gab man an, dass Rohlfing das vom Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine geforderte statische Gutachten für die Montage noch immer nicht eingereicht habe. Zwischen dem amtlichen Prüfstatiker und Rohlfing kam es schließlich zu einem Schiedsverfahren vor der Ingenieurkammer-Bau NRW. Ergebnis dieses Verfahrens war, dass (Zitat) „Einvernehmen darüber besteht, dass statische Nachweise für Maschinen oder Teile nicht erforderlich“ gewesen seien.<ref name="wade170619"/> | ||
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Bild:Luftbild Lippepark 02.jpeg|Luftbild nach Süden (2013) | Bild:Luftbild Lippepark 02.jpeg|Luftbild nach Süden (2013) | ||
Bild:Lippepark Kanalbrücke 01.jpg|Brücke über den [[Datteln-Hamm-Kanal]] | Bild:Lippepark Kanalbrücke 01.jpg|Brücke über den [[Datteln-Hamm-Kanal]] | ||
Bild:Lippepark Brückenschlag 01.jpg|Übergang auf den Mitteldeich zwischen Lippe- und | Bild:Lippepark Brückenschlag 01.jpg|Übergang auf den Mitteldeich zwischen Lippe- und Kanalbrück | ||
Bild:Haldenzeichen Lippepark 2022.jpg|Nahaufnahme des Haldenzeichens | |||
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== Presseberichte == | == Presseberichte == | ||
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== Förderverein == | |||
Dem Erhalt und der Aufwertung des Lippeparks hat sich der [[Förderverein Lippepark e. V.]] verschrieben. Dieser wurde 2022 ins Leben gerufen. Der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro.<ref>Stefan Gehre: [https://www.wa.de/hamm/herringen-ort370529/hamm-foerderverein-lippepark-hat-neuen-vorsitzenden-92584285.html „Förderverein Lippepark: Dirk Bergmeier soll‘s richten“] in: wa.de vom 18. Oktober 2023</ref> | |||
== Siehe auch == | |||
* ''[[Schacht Franz]]'' | |||
* ''[[Herringer Brückenschlag]]'' | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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[[Kategorie:Parks]] | [[Kategorie:Parks]] | ||
[[Kategorie:Herringen (Bezirk)]] | [[Kategorie:Herringen (Bezirk)]] | ||
[[Kategorie:Bockum-Hövel]] | [[Kategorie:Bockum-Hövel (Bezirk)]] | ||