Urkunde 1340 1347: Unterschied zwischen den Versionen

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Dar na ghescach in deme iare na godes ghebort, do man scref dusent iar drehundert iar unde zyven unde veyrtich iar <ref> d.i. im Hahr 1347 </ref>, dat een twist op stont tusschen deme rade, den erfhechtighen luden, den zes ghilden unde den ghemeynen borgheren van Dortmunde op ene side, unde den rikes luden oppe dee anderen side, dee schedde dee raet, dee hir bi namen na ghescriven steet, her Ceries van Hengestenberghe tho der tiit en borghermester, her Lambert Beye, Johan Suderman dee iuncge, Detmer Cleppinc, Ertmer Lancge, Thideman van Budelswincge, Johan Meyenberch, Johan Berstrate, Hildebrand Keyser, Volquin van Hillen, Thideman van der Trappen, Arend van der Trappen, Johan Rost, Henric van Rynbeke, Herbort Tascshe, Ceries van Winkele, Jacob Sassun, Zighebode van der Wistrate, dee iuncge, Dideric Overberch und Gert Schulte mit rechte des manendaghes vor Jacobi in deme selven zyven und veyrtighesten iare, <ref> d.i. 23.l Juli 1347 </ref> und sprak aldus. Wente dee weyde unde dee grunt behorich hevet ghewesen unde is der ghemeynen stad van Dortmunde unde den ghemeynen borgheren van Dortmunde, dar Dortmunde is oppe begripen, besat unde ghetymmert, dee wii hebbet ghehat in hebbender were, van anbeginne der begripincge unde deritymmerincge, unde dee wii hebbet behalden unde verstan vor den heren, dar secge wii nu op endrechtlike, ghemeynlike, unde wol beraden tusschen deme rade unde den ghemeynen borghere van Dortmunde unde tusschen den rikes luden, alse van den poten, de ghesat sin, unde van den poten, de men noch setten sal, dat dee pote de ghesat sin oppe blike unde oppe blote horste unser weyde, dat dee tho unrechte ghesat sin, unde dat ii rikes lude dee sulen af don unde schuldich sint dat tho beterene, also recht is. Vartmer ensule ii nicht mer poten, dan war ii enen bom ofhowet in den stam, efte oppe dee stad des stammes, mug hi en ander pot wider setten. Vartmer umme dat underholte, dat tho unrechte dar steet, unde dat mit vorsate ghehighet is, oppe verderf unde oppe hinder unser weyde unde unser borghere, dar wel sich dee raet op beraden, unde tho ener tyd en recht dar op secgen, mer dar mochte wii also dane bewisincge ane seyn, dat des nyn not enwere een recht tho secgene, dat neme dee raet unde unse ghemeynen borghere vor vrenscap unde vor gud. <br>
Dar na ghescach in deme iare na godes ghebort, do man scref dusent iar drehundert iar unde zyven unde veyrtich iar <ref> d.i. im Hahr 1347 </ref>, dat een twist op stont tusschen deme rade, den erfhechtighen luden, den zes ghilden unde den ghemeynen borgheren van Dortmunde op ene side, unde den rikes luden oppe dee anderen side, dee schedde dee raet, dee hir bi namen na ghescriven steet, her Ceries van Hengestenberghe tho der tiit en borghermester, her Lambert Beye, Johan Suderman dee iuncge, Detmer Cleppinc, Ertmer Lancge, Thideman van Budelswincge, Johan Meyenberch, Johan Berstrate, Hildebrand Keyser, Volquin van Hillen, Thideman van der Trappen, Arend van der Trappen, Johan Rost, Henric van Rynbeke, Herbort Tascshe, Ceries van Winkele, Jacob Sassun, Zighebode van der Wistrate, dee iuncge, Dideric Overberch und Gert Schulte mit rechte des manendaghes vor Jacobi in deme selven zyven und veyrtighesten iare, <ref> d.i. 23.l Juli 1347 </ref> und sprak aldus. Wente dee weyde unde dee grunt behorich hevet ghewesen unde is der ghemeynen stad van Dortmunde unde den ghemeynen borgheren van Dortmunde, dar Dortmunde is oppe begripen, besat unde ghetymmert, dee wii hebbet ghehat in hebbender were, van anbeginne der begripincge unde deritymmerincge, unde dee wii hebbet behalden unde verstan vor den heren, dar secge wii nu op endrechtlike, ghemeynlike, unde wol beraden tusschen deme rade unde den ghemeynen borghere van Dortmunde unde tusschen den rikes luden, alse van den poten, de ghesat sin, unde van den poten, de men noch setten sal, dat dee pote de ghesat sin oppe blike unde oppe blote horste unser weyde, dat dee tho unrechte ghesat sin, unde dat ii rikes lude dee sulen af don unde schuldich sint dat tho beterene, also recht is. Vartmer ensule ii nicht mer poten, dan war ii enen bom ofhowet in den stam, efte oppe dee stad des stammes, mug hi en ander pot wider setten. Vartmer umme dat underholte, dat tho unrechte dar steet, unde dat mit vorsate ghehighet is, oppe verderf unde oppe hinder unser weyde unde unser borghere, dar wel sich dee raet op beraden, unde tho ener tyd en recht dar op secgen, mer dar mochte wii also dane bewisincge ane seyn, dat des nyn not enwere een recht tho secgene, dat neme dee raet unde unse ghemeynen borghere vor vrenscap unde vor gud. <br>
In iaren dee gheliden sint, was vil twist, unde unendracht tusschen der stad unde den erfghenoten van Kurne van unrechter drift van scapen, van scuttincge, van unrechten begripene, van garden, van vlote, van wateren, unde van unrechten graften, des wart dee raet tho rade umme manighe harde claghe, dee vor den raet quam, dat see er vrent dar bi schickeden ute deme rade, dee ghansen warheyt ut tho gane, van dessen vorsprokenen stucken, dar wurden tho ghevoghet in deme ziven unde yeyrtighestenh iare, do men screef na godes gheburt dusent iar unde drehundert iar in deme daghe, do men dee hilghen tho Kurne umme dee saet droch <ref> d.i. im Jahr 1347, als man die Heiligen zu Körne um die Saat trug, eine Datumsangabe, die nicht näher aufzulösen ist </ref>, her Conrad Cleppinc dee alde, Lambert Beye, Godschalc van Hederminchusen, Winand van Vimeren unde Bertram van dem Putte, dee dey gansen warheyt et genegen, van den krancken und ok van den sunden, van manen und van vrowen, van den buren van Kurne, unde ok van Wanemale, de koert wurden oppe god unde op er zeyle dee warheyt dar van tho secgene, dar vun den see dee kunscap aldus, dat men van nyre hoyve mer scape sal dryven, dan viif und twintich scape unde enen weder, unde dee were sal besat wesen, unde van eme koten dee besat is tien scap. Vartmer wee dar schuttet in syme korne, unde oppe deme syme, dat mach hee driven oppe dat sine. Vartmer wan see oppe der meynheit unde oppe der waldemeyne schuttenwelt unrechte driift, dar sulen drey ghebur over wesen, dee mughen dee schuttincge driven, war dat see welt. Ok bekande dee kunscap deme hove van Leppinchove, dat hee van rechte nicht mer driven en mach, dan alse hir vore ghescriven steet, mer doch hedden see hir vormals gheliden hern Arnede van der Hoyve umme hovesheyt unde umme vordel, dat hee en dide, wan see ere hilghen droghen, dat hee dreef hundert scap umme vrenscap, unde nicht van rechtes weghene. Desse driift sal gan op und of, oppe iuwelike were, dee besat is. Vartmer sighede dee kunscap, dee garde, dee dar ghemaket is bi deme Leppinchove tho der stad wert, dee stonde dar to unrechte, unde stonde oppe der waldemeyne. Vartmer sighede de kunscap, dee grave, dee dar ghegraven is vor dee waldemeyne, dee dey Ebdisse van Herrecke hevet beseiet mit vulbort hern Diderikes van Wickede tho unrechte an deme Hileweghe, dee were tho unrechte ghegraven, unde dat dat van aldes hedde een waldemeyne ghewesen. Vartmer segheden see, dee sprink dee dar lighet oppe de wester side van deme dorpe, dey leype in dat westene unde nicht in dat osten.
In iaren dee gheliden sint, was vil twist, unde unendracht tusschen der stad unde den erfghenoten van Kurne van unrechter drift van scapen, van scuttincge, van unrechten begripene, van garden, van vlote, van wateren, unde van unrechten graften, des wart dee raet tho rade umme manighe harde claghe, dee vor den raet quam, dat see er vrent dar bi schickeden ute deme rade, dee ghansen warheyt ut tho gane, van dessen vorsprokenen stucken, dar wurden tho ghevoghet in deme ziven unde yeyrtighestenh iare, do men screef na godes gheburt dusent iar unde drehundert iar in deme daghe, do men dee hilghen tho Kurne umme dee saet droch <ref> d.i. im Jahr 1347, als man die Heiligen zu Körne um die Saat trug, eine Datumsangabe, die nicht näher aufzulösen ist </ref>, her Conrad Cleppinc dee alde, Lambert Beye, Godschalc van Hederminchusen, Winand van Vimeren unde Bertram van dem Putte, dee dey gansen warheyt et genegen, van den krancken und ok van den sunden, van manen und van vrowen, van den buren van Kurne, unde ok van Wanemale, de koert wurden oppe god unde op er zeyle dee warheyt dar van tho secgene, dar vun den see dee kunscap aldus, dat men van nyre hoyve mer scape sal dryven, dan viif und twintich scape unde enen weder, unde dee were sal besat wesen, unde van eme koten dee besat is tien scap. Vartmer wee dar schuttet in syme korne, unde oppe deme syme, dat mach hee driven oppe dat sine. Vartmer wan see oppe der meynheit unde oppe der waldemeyne schuttenwelt unrechte driift, dar sulen drey ghebur over wesen, dee mughen dee schuttincge driven, war dat see welt. Ok bekande dee kunscap deme hove van Leppinchove, dat hee van rechte nicht mer driven en mach, dan alse hir vore ghescriven steet, mer doch hedden see hir vormals gheliden hern Arnede van der Hoyve umme hovesheyt unde umme vordel, dat hee en dide, wan see ere hilghen droghen, dat hee dreef hundert scap umme vrenscap, unde nicht van rechtes weghene. Desse driift sal gan op und of, oppe iuwelike were, dee besat is. Vartmer sighede dee kunscap, dee garde, dee dar ghemaket is bi deme Leppinchove tho der stad wert, dee stonde dar to unrechte, unde stonde oppe der waldemeyne. Vartmer sighede de kunscap, dee grave, dee dar ghegraven is vor dee waldemeyne, dee dey Ebdisse van Herrecke hevet beseiet mit vulbort hern Diderikes van Wickede tho unrechte an deme Hileweghe, dee were tho unrechte ghegraven, unde dat dat van aldes hedde een waldemeyne ghewesen. Vartmer segheden see, dee sprink dee dar lighet oppe de wester side van deme dorpe, dey leype in dat westene unde nicht in dat osten.
</blockquote>
== Übersetzung ==
Ins Hochdeutsche übertragen lautet der Urkundentext wie folgt:
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Der Text, den Sie zur Übertragung vorgelegt haben, ist eine umfangreiche Urkunde in Mittelniederdeutsch (mit niederländischen Einflüssen), die innere Konflikte und Streitigkeiten in der Reichsstadt Dortmund (Tremonia) sowie Auseinandersetzungen mit dem Grafen von der Mark im 14. Jahrhundert dokumentiert. Die Urkunde deckt Ereignisse der Jahre 1340 bis 1347 ab.
Hier ist die Übertragung ins heutige Hochdeutsch:
Auseinandersetzungen um die Allmende in Dortmund (1340–1347)
Weil es nützlich ist, die Dinge, die zu Recht und Gerechtigkeit werden, festzuhalten, damit man sie zu Schrift bringt, damit jene, die noch geboren werden, ihre Freiheit und ihr Recht verteidigen und behaupten können, darum sei allen jenen kund, die dieses Schreiben sehen und lesen hören:
Eine Zwietracht entstand zwischen zweien, die Reichsleute (rikes lude) waren und die dem Rat von Dortmund geschworen hatten und im Stuhl (im Rat) saßen, und einer Körperschaft, wo sich die Reichsleute gemeinschaftlich versammelt hatten. Es kam zu einem Streit darüber, ob der Grund und Boden, die Viehweide (veyweyde), die Schüttung (das Pfänden von Vieh) und die Hude (houde, die Weidenutzung) der Weide von Dortmund den Reichsleuten oder den gemeinen Bürgern von Dortmund zustehe.
Daraufhin antwortete Alvin von Herreke auf seinen Eid: Der Grund, die Viehweide, die Schüttung und die Hude der Weide seien von Rechts wegen den Reichsleuten zugehörig, aber was die gemeinen Bürger daran hätten, das hätten sie von Gnaden der Reichsleute.
Darauf antwortete Bertram von dem Putte (Putt) und sprach auf seinen Eid, dass der Grund, die Viehweide, die Schüttung und die Hude der Weide den gemeinen Bürgern und der Stadt Dortmund gehöre. Aber wenn Ackerland wuchs (Getreide trug) und dies zeitig war, so durften sie in den Wald (vorst) schütten (Vieh eintreiben).
Dagegen sprach Alvin von Hörde und sagte, Bertram sei meineidig in diesen Worten. Deswegen beschuldigte Bertram von dem Putte den Alvin von Hörde, er habe auf Bertram geschworen, Bertram sei meineidig. Das verweddete (verpfändete) und beschied (bestritt) Alvin dem anderen, sodass Bertram in der Sache Recht erhielt und Alvin Unrecht.
Dies geschah vor dem Rat zu Dortmund, der hier namentlich nachgeschrieben steht: Herr Kerstien von Hengstenberg, zurzeit ein Bürgermeister, Gert Schulte, Johann Lang, Ertmar Lang, Ceris von Hengstenberg, Lambert Beye, Godschalk von Ysplincrode, Johann Mayenberg, Ceris von Winkel, Tidemann Mayenberg, Tidemann Sudermann, Johann Sudermann der Junge, Johann von der Berstrate, Hildebrand Keyser, Volquin von Hillen, Tidemann von der Treppe, Heinrich von dem Braken und Jakob Sassen. Auch waren dabei die sechs Zünfte (ghilde), die erbfähigen Leute (erfhechtigen lude) und die gemeinen Bürger von Dortmund.
Zur selben Zeit, als dieser Fall geschah, der hier vorgeschrieben steht, wurden die sechs Zünfte mit den erbfähigen Leuten und den gemeinen Bürgern einig und zogen vor den Rat, damit alle diese vorgeschriebenen Dinge mit Recht bekräftigt und entschieden würden. Und sie baten den Rat, dass sie ein Recht auf ihren Eid wissen wollten, wem der Grund, die Viehweide, die Schüttung und die Hude der Weide zu Dortmund gehöre, ob den gemeinen Bürgern zu Dortmund oder den Reichsleuten.
Daraufhin wusste derselbe Rat, der hier vorgeschrieben steht, auf ihren wohlberatenen Eid, dass der Grund, die Viehweide, die Schüttung und die Hude der Weide zu Dortmund den gemeinen Bürgern zu Dortmund gehöre. Aber die Schüttung und die Hude soll der Rat im Namen der gemeinen Bürger verwalten und schützen.
Danach, zu einer anderen Zeit, sonderten sich die Reichsleute vom Rat ab. Dennoch sprachen der Rat, die sechs Zünfte, die erbfähigen Leute und die gemeinen Bürger von Dortmund den Alvin von Hörde an und beschuldigten ihn einmütig, dass er auf seinen Eid gesagt habe, der Grund, die Viehweide, die Schüttung und die Hude der Weide seien der Reichsleute von Rechts wegen, aber was die gemeinen Bürger daran hätten, das hätten sie von Gnaden der Reichsleute.
Da widerrief Alvin von Hörde das Wort, das er zuvor bekannt hatte und das zuvor von ihm gehört worden war, und schwor vor dem Rat, vor den sechs Zünften, vor den erbfähigen Leuten und vor den gemeinen Bürgern, dass er das Wort nicht gesprochen habe. Dadurch erhielt Bertram von dem Putte Recht und Alvin Unrecht in dieser Sache.
Ferner schlossen sich in dieser Rede der Rat, die sechs Zünfte, die erbfähigen Leute und die gemeinen Bürger von Dortmund zusammen und waren einhellig ganz gegen die Reichsleute. Dies wurde am nächsten Freitag nach St. Viktors Tag (12. Oktober) beendet, als man nach Gottes Geburt eintausenddreihundertund vierzig (1340) zählte.
Der Fall der Weidepfähle (1343)
Danach geschah im Jahr nach Gottes Geburt, als man eintausenddreihundertund dreiundvierzig (1343) schrieb, am Freitag vor Mariä Magdalenen Tag (22. Juli):
Weil sich der Rat, die sechs Zünfte, die erbfähigen Leute und unsere gemeinen Bürger oft beschwert hatten, dass die Reichsleute Pfähle (horste, blote velt) und den Weg zu Evenecke bepfählt hatten, wo es nun nicht bepfählt war und wo sie nicht mit Recht pfählen durften, um die gemeine Weide an sich zu ziehen und sie der gemeinen Stadt abzudrängen. Darum wurde der Rat einig mit den sechs Zünften und mit den erbfähigen Leuten und mit ihren gemeinen Bürgern, dass sie einmütig in den Wald ritten und zogen und die Pfähle herausrissen, die auf ihrer gemeinen Weide standen und die dort zu Unrecht gesetzt waren.
Verhandlungen mit dem Grafen von der Mark (1345)
Danach geschah im Jahr nach Gottes Geburt, als man eintausenddreihundertund fünfundvierzig (1345) schrieb, acht Tage vor St. Martin’s Tag (11. November):
Die Stadt ritt an einem Tag nach Nonnen-Hörde (Nunneherreke) gegen Graf Adolf von der Mark. Der Graf beschuldigte die Stadt in sieben Punkten. Unter diesen sieben Punkten war dies der eine, dass die Stadt Bäume ausgerissen habe, wodurch sie ihm und seinen Leuten – womit er die Reichsleute meinte – Unrecht getan habe. Das war wegen derselben Pfähle, die auf den Höfen, auf dem kahlen Feld und auf dem Evenecker Weg gesteckt waren, und die die Stadt herausgerissen hatte, wie hier vorgeschrieben steht.
Daraufhin antwortete die Stadt, dass sie keine Bäume ausgerissen hätten, womit sie ihm oder seinen Leuten Unrecht getan hätten, oder die sie von Rechts wegen ersetzen müssten. Den Eid leisteten dort Herr Lambert Beye, zu dieser Zeit ein Bürgermeister, und Dietrich Overberg, ein Ratsherr, im Namen der Stadt.
Erneute Schlichtung der Weidekontroverse (1347)
Danach geschah im Jahr nach Gottes Geburt, als man eintausenddreihundertund siebenundvierzig (1347) schrieb:
Ein Zwist entstand zwischen dem Rat, den erbfähigen Leuten, den sechs Zünften und den gemeinen Bürgern von Dortmund auf der einen Seite und den Reichsleuten auf der anderen Seite. Diesen schlichtete der Rat, der hier namentlich nachgeschrieben steht – Herr Ceris von Hengstenberg, zu dieser Zeit ein Bürgermeister, Herr Lambert Beye, Johann Sudermann der Junge, Detmar Clepping, Ertmar Lang, Tidemann von Budeswinke, Johann Mayenberg, Johann Bestrate, Hildebrand Keyser, Volquin von Hillen, Tidemann von der Treppe, Arend von der Treppe, Johann Rost, Heinrich von Rheinbeck, Herbort Tasche, Ceris von Winkel, Jakob Sassen, Sigebode von der Weststraße der Junge, Dietrich Overberg und Gert Schulte – mit Recht, am Montag vor Jakobus (25. Juli) in demselben siebenundvierzigsten Jahr.
Und er sprach wie folgt:
Weil die Weide und der Grund der gemeinen Stadt Dortmund und den gemeinen Bürgern von Dortmund zugehörig gewesen ist und ist, worauf Dortmund gegründet, besetzt und gebaut ist, und die wir in besitzender Gewalt hatten, vom Beginn der Gründung und Bebauung an, und die wir vor den Herren behauptet und verstanden haben, so sagen wir nun einmütig, gemeinschaftlich und wohlberaten zwischen dem Rat und den gemeinen Bürgern von Dortmund und zwischen den Reichsleuten, was die gesetzten Pfähle und die noch zu setzenden Pfähle betrifft: Dass die Pfähle, die auf freiem Land und auf kahlen Höfen unserer Weide gesetzt sind, zu Unrecht gesetzt sind, und dass ihr Reichsleute diese entfernen sollt und verpflichtet seid, dies zu verbessern, wie es Recht ist.
Ferner sollt ihr nicht mehr pfählen, als wenn ihr einen Baum im Stamm (in den stam) abhacket, oder an der Stelle des Stammes dürft ihr einen anderen Pfahl wieder setzen.
Ferner, was das Unterholz (underholte) betrifft, das zu Unrecht dort steht und das absichtlich zum Verderb und zur Behinderung unserer Weide und unserer Bürger eingehegt wurde: Darüber will sich der Rat beraten und zu einer Zeit ein Urteil darüber sprechen. Aber wir könnten eine solche Beweisführung sehen, dass es nicht notwendig wäre, ein Urteil zu sprechen, und dies würden der Rat und unsere gemeinen Bürger als Freundschaft und Gut ansehen.
Streit um die Schafdrift mit Körne (1347)
In den vergangenen Jahren gab es viel Zwist und Uneinigkeit zwischen der Stadt und den Erben von Körne (Kurne) wegen unrechtmäßiger Schafdrift, wegen Schüttung, wegen unrechtmäßiger Einhegung, wegen Gärten, wegen Flößen, wegen Gewässern und wegen unrechtmäßiger Gräben.
Deshalb beschloss der Rat wegen mancher schwerer Klage, die vor den Rat kam, dass sie ihre Freunde aus dem Rat dorthin schickten, um der ganzen Wahrheit in diesen vorgenannten Punkten nachzugehen. Hierzu wurden im siebenundvierzigsten Jahr, als man nach Gottes Geburt eintausenddreihundertund siebenundvierzig (1347) schrieb, am Tag, als man die Heiligen in Körne um die Saat trug (eine Prozession), hinzugezogen: Herr Konrad Clepping der Alte, Lambert Beye, Godschalk von Hederinghausen, Winand von Wimar und Bertram von dem Putte.
Sie gingen der ganzen Wahrheit nach, von den Kranken und auch von den Gesunden, von Männern und von Frauen, von den Bauern von Körne und auch von Wameln, die auf Gott und ihr Seelenheil vereidigt wurden, die Wahrheit darüber zu sagen. Davon fanden sie die Kunde wie folgt:
Dass man von keinem Hof mehr Schafe treiben darf, als fünfundzwanzig Schafe und einen Widder, und diese Wehr (Besitz) muss besetzt sein. Und von einem besetzten Koten (kleiner Hof) zehn Schafe.
Ferner: Wer in seinem Korn (korne) und auf dem Seinigen schüttet (pfändet), das darf er auf das Seine treiben.
Ferner: Wenn sie auf der Allmende (meyneheit) und auf der allgemeinen Weide (waldemeyne) unrechtmäßige Driften schütten wollen, dann sollen drei Nachbarn (ghebur) darüber sein, die dürfen die Schüttung treiben, wohin sie wollen.
Auch erkannte die Kundschaft (kunscap), dass der Hof von Lippenhof (Leppinchove) von Rechts wegen nicht mehr treiben darf, als hier vorgeschrieben steht. Dennoch hätten sie in der Vergangenheit Herrn Arnold von der Hoyve wegen Hofherrschaft und wegen des Vorteils, den er ihnen erwies, als sie ihre Heiligen trugen, erlaubt, dass er aus Freundschaft hundert Schafe trieb, und nicht von Rechts wegen. Diese Drift soll auf jeder besetzten Wehr (were) auf und ab gehen.
Ferner sagte die Kundschaft: Der Garten, der dort beim Lippenhof zur Stadt hin angelegt ist, stehe zu Unrecht dort und stehe auf der Allmende.
Ferner sagte die Kundschaft: Der Graben, der dort vor der Allmende gegraben ist, und den die Äbtissin von Hörde (Herrecke) mit Erlaubnis Herrn Dietrich von Wickede zu Unrecht am Heiligen Weg (Hileweghe) besät hat, sei zu Unrecht gegraben, und dass das von alters her eine Allmende gewesen sei.
Ferner sagten sie: Der Sprung (die Quelle), die dort auf der westlichen Seite des Dorfes liegt, laufe in den Westen (westene) und nicht in den Osten.
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