Hardinghausstraße

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Hardinghausstraße
Straßenschild Hardinghausstraße
Länge 130m
Postleitzahl 59073
Bezirk Heessen
Gemarkung Heessen
Stadtteil Heessen
Straßentyp Wohnstraße
Namensherkunft nach dem Hof Hardinghaus
Name vor KN 1975 Schulstraße
Icon HaltestelleABneu.png Haltestelle Bücherbus an der Josefschule
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Hardinghausstrasse01.jpg

Hardinghausstraße von der Mansfelder Straße aus

Stand der Daten 25.01.2023

Die Hardinghausstraße ist eine Straße im Bezirk Heessen.

Sie zweigt als Sackgasse von der Mansfelder Straße ab.

Weitere Informationen

Die Hardinghausstraße führt von der Mansfelder Straße aus zur Josefschule und hieß bis zur Neuordnung 1978 Schulstraße.

Der Hof Hardinghaus, auf dem gleichnamigen Knapp gelegen, war ursprünglich ein Lehen der Grafen von der Mark und seit 1480 bis zur Bauernbefreiung 1851 Besitz des Nordenstifts in Hamm. 1912 ging der Hof für die hohe Summe von 572.100,90 Mark in das Eigentum der Mansfelder Gewerkschaft über, die die 150 Morgen Land für den Bau der Zechensiedlungen benötigte. Theodor Melchior Hardinghaus, genannt der „König vom Knapp“ blieb jedoch als Pächter auf seinem Hof. Zum Hof gehörte ein barockes Gnadenbild der Muttergottes von Telgte, das 1749 dort aufgestellt worden war, aber leider durch Umwelteinflüsse so zerstört war, dass man es schließlich entfernte. Die Josefgemeinde hat den Bildstock dann 1984 durch ein Heiligenhäuschen mit einer Madonnenstatue ersetzt.

Im Februar 1923 wurde die Josefschule an der Hardinghausstraße fertig gestellt, nachdem die Jungen und Mädchen vorher in einer zweiklassigen Notschule von 1916 unterrichtet worden waren. Als die Mansfelder Gewerkschaft 1922 die neue Kolonie am Vogelsang bauen wollte, erreichte die Gemeinde Heessen, dass die Zeche auch für den Bau der Schule sorgen musste und sie zudem kostenlos an den Abwasserkanal und an die Licht- und Wasserleitung der Zeche angeschlossen wurde. Die Schule sollte dann in das Eigentum der Gemeinde Heessen übergehen. So entstand eine achtklassige Volksschule, in der vier katholische Klassen in der Ostseite und vier evangelische in der Westseite untergebracht waren, mit getrennten Eingängen und Schulhöfen. Hinzu kam bald danach eine Baracke, in der die Kinder der weltlichen Schule unterrichtet wurden. Die Notschule von 1916, von Alfred Fischer geplant und gebaut, war als Turnhalle vorgesehen, wurde jedoch bis 1928 von der katholischen Josefgemeinde als Notkirche benutzt. Erst danach konnte sie als Turnhalle eingerichtet werden, wurde allerdings leider 1990 abgerissen.

Als die Kinder noch in der späteren Notkirche/Turnhalle unterrichtet wurden, ereignete sich folgende Begebenheit. Die Kinder der katholischen Klasse mussten bei einem strengen Lehrer besonders oft stramm stehen. Schließlich waren sie es leid und warfen den Lehrer aus dem Fenster. Die einzige Respektsperson, die die Kinder dann schließlich zur Räson bringen konnte, war der Polizist Rump, der 14 Tage lang mit seinem Wachhund den Unterricht hielt. In dem neuen Schulgebäude ging es dann auch nicht immer ruhig zu, denn in den ersten Zeiten der Weimarer Republik forderten viele Eltern aus der Kolonie, dem neuen Schulgesetz Genüge zu tun. Sie forderten eine dem Elternwillen entsprechende konfessionslose Schule. Nachdem sich eine genügende Anzahl von Eltern gefunden hatte, wurde die sogenannte weltliche Schule in einer Baracke eingerichtet und ein bis heute weithin unbeachtetes sehr erfolgreiches Schulexperiment begann, das durch die Nationalsozialisten 1933 verboten wurde. Die Josefschule wurde nach dem Krieg als katholische Volksschule weitergeführt und ist seit 1968 Grundschule.

Schon von weitem sichtbar befindet sich auf der Höhe des Hardinghauser Knapps die katholische Josefkirche. Sie wurde als Kirche der katholischen Bergleute in der Sachsenkolonie 1928 durch den Hammer Architekten Karl Wibbe erbaut. Das Grundstück hatte die Zechenverwaltung zur Verfügung gestellt. Der erste Pfarrer Heinrich Hegemann hatte zunächst keine Wohnung. Als man die Witwe Uedinghoff fragte, ob sie nicht eine Stube zur Verfügung stellen könnte, antwortete sie: „Wenn`t den niggen Hährn guett genaog is, dann kann he män kummen. He kann sick dat immer utsöken.“ In ihren Anfängen war die St. Josefgemeinde sehr arm, der erste Altar beispielsweise war ein Tisch, den die Witwe Droste mitgebracht hatte. Die Messgewänder waren entweder eine Spende von St. Stephanus oder sie kamen aus Wadersloh, wo Pfarrer Hegemann zuerst tätig war. Dass die Gewänder sehr alt und kostbar waren, fiel dem späteren Ortsheimatpfleger Bernard Droste erst 1950 auf. Sie stammen aus dem 15. bzw. 16. Jahrhundert und sind heute in einer Vitrine des Heessener Heimatmuseums ausgestellt.[1]

Besonderheiten

Verkehrsschild 357.jpg Verkehrsschild Zone 30.jpg

Anmerkungen

  1. zitiert nach Rita Kreienfeld, Quelle: Alte Homepage des Heimatverein Heessen