Urkunde 1520 Oktober 18
Lambert von Oer schreibt am 18. Oktober 1520 an Bischof Erich von Osnabrück und Paderborn und widerspricht dabei seinem Widersacher [[Goddert von Harmen], er, Lambert, sei eidbrüchig gewesen.

Wortlaut
Die Urkunde ist in frühneuhochdeutscher Sprache verfasst und wird nach Offenburg (S. ) zitiert: [1]
J. f. G. vorhoren bereit, dat se (Harmen und Ascheberg) mi in hangenden rechten angesatten dagen, unentsachter veheden mi so jamerlichen mishandelt und ein gefencknisse geweltlichen up i. f. G. vrien straten afgedrungen, dan mi olden manne boven dat einen groten swaren halsbandt mit velen tacken, gespannen list und boyser kunst gemaket, mi umgelacht, in vormeininge, mi olden manne also van dem leven ton doit gebracht hebben, des ich mi ut solcker noit mins lives und levens ut solken vencknissen und benden erwehrt, dorch hulp des Allmechtigen und guder frunde, und verhoppe, dardorch der vermetten vencknisse genochsam to rechte entleddiget to sin. So dat to erkentnisse angestalt is, dar ick mi na denke to schicken. Dan dat he wider van eiden und anders uptuet und over mi schrift, is alinck unwaraftich und sall des nummer konnen oder mogen bibrengen, wo wall he in sinen schriften dar uptuet vellichte mit den genen to bewisen, de sins unbillicken handels und overdat an mi handtdedich weren, oer eer und glimp gelick em dar inne vergetten und wo sodane luden in oeren eigen saken to gloven steit, heft j. f. G. und ein jeder wall uptonehmen und sin ock ungetwivelt sodane vermetten tuchnisse to rechte nicht hinderlich.
Übersetzung
Übertragen ins Hochdeutsche lautet der Urkundentext wie folgt:
Eure fürstlichen Gnaden haben bereits vernommen, dass sie (Harmen und [von] Ascheberg) mich während eines schwebenden Gerichtsverfahrens und an festgesetzten Gerichtstagen – und ohne mir die Fehde anzusagen – so jämmerlich misshandelt und mir gewaltsam auf Eurer fürstlichen Gnaden freier (öffentlicher) Straße eine Gefangenschaft abgedrungen haben. Zudem [haben sie] mir altem Mann darüber hinaus ein großes, schweres Halsband mit vielen Zacken, das mit listiger Absicht und böser Kunst angefertigt war, umgelegt – in der Absicht, mich alten Mann auf diese Weise vom Leben zum Tode zu bringen. Aus dieser Not um mein Leib und Leben und aus einer solchen Gefangenschaft und solchen Banden habe ich mich durch die Hilfe des Allmächtigen und guter Freunde befreit; und ich hoffe, dadurch der unrechtmäßigen Gefangenschaft rechtmäßig hinreichend entledigt zu sein. Da dies nun zur gerichtlichen Entscheidung angestellt ist, gedenke ich, mich dem zu fügen. Was er jedoch weiter bezüglich der Eide und anderer Dinge vorbringt und über mich schreibt, ist gänzlich unwahr, und er wird dafür niemals [Beweise] erbringen können oder mögen. Auch wenn er in seinen Schriften andeutet, dies vielleicht mit jenen beweisen zu wollen, die an seinem unbilligen Handeln und dem Überfall auf mich handgreiflich beteiligt waren: Diese haben ihre Ehre und ihr Ansehen – genau wie er selbst – darin vergessen. Und inwieweit solchen Leuten in ihrer eigenen Sache Glauben zu schenken ist, können Eure fürstlichen Gnaden und ein jeder wohl selbst ermessen; auch haben solche vermessenen Zeugnisse keine rechtliche Gültigkeit.
Literatur
- Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193
- Werland, Peter: Der Ritter mit dem eisernen Halsband. In: Westfälischer Heimatkalender 1951. Münsterland. Münster 1950. S. 140-142
Anmerkungen
- ↑ Offenburg, Heinrich: Das Halsband Lamberts von Oer. Nach gedruckten Akten. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 55. 1897. S. 136-193